HHLA: Echtzeit-Datenaustausch zwischen Schiff und Hafen

Das Hamburg Vessel Coordination Center hat die Passageplanung weiterentwickelt und eine digitale Lösung für Just-in-Time-Schiffsanläufe getestet.

Das HVCC Hamburg Vessel Coordination Center will die digitale und verbesserte Passageplanung auch auf den Frachtschiffverkehr ausweiten. Foto: HHLA / Thies Rätzke
Das HVCC Hamburg Vessel Coordination Center will die digitale und verbesserte Passageplanung auch auf den Frachtschiffverkehr ausweiten. Foto: HHLA / Thies Rätzke
Daniela Kohnen

Das Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) hat am heutigen Mittwoch erstmals Details des mit den Partnern Wärtsilä und Carnival realisierten Digitalisierungsprojekts auf der Konferenz Smart Ports Summit in London vorgestellt.

Zielsetzung ist es, verlässliche Schiffsankünfte, eine noch effizientere Schiffsabfertigung und Hafenlogistik sowie reduzierte Treibstoffverbräuche und -emissionen zu ermöglichen und damit die Schiffanläufe im Hamburger Hafen zu verbessern. Partner sind das maritime Technologieunternehmen Wärtsilä und der Kreuzfahrtkonzern Carnival.

Das HVCC ist ein Joint Venture der beiden Terminalbetreiber Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der EUROGATE Container Terminal Hamburg GmbH. Es ist die zentrale, neutrale und überbetriebliche Koordinationsstelle für Großcontainerschiffe, Bulker, Kreuzfahrt-, Feeder- und Binnenschiffsverkehre im Hamburger Hafen. Den Terminals und Reedern bietet das HVCC seine betriebliche Koordinierung für Schiffe im Zulauf auf den Hamburger Hafen, bei der Rotation im Hafen und beim Auslaufen nach der Abfertigung an.  

HVCC hat nun gemeinsam mit seinen beiden Partnern die Passageplanung weiterentwickelt und eine digitale Lösung für Just-in-Time-Schiffsanläufe getestet. In Zuge dessen wurde erstmals der direkte Echtzeit-Datenaustausch zwischen Hafen und Schiff unter realen Bedingungen für einen dynamisch optimierten Hamburg-Anlauf realisiert. HVCC-Geschäftsführer Gerald Hirt:

„Das HVCC setzt seit jeher auf die Entwicklung digitaler Kollaborationslösungen. Für uns bedeutet die ‚Passageplanung 2.0‘ einen weiteren Schritt in der intelligenten Schiffskoordination und Digitalisierung der Hafenlogistik.“

Im Rahmen der sogenannten Passageplanung ermittelt das HVCC die ideale Ankunftszeit (RTA Requested Time of Arrival) eines Schiffs bei der Elbansteuerung. Beachtet werden dabei Faktoren wie die Liegeplatzbelegung, Begegnungsverkehre, Tide und das Wetter. Dann wird das Lagebild mit den zuständigen Behörden vor dem Schiffsanlauf abgestimmt.

Auf Basis der ermittelten Ankunftszeitdaten kann die Reederei beziehungsweise die Schiffsführung die Reisegeschwindigkeit und -route für eine punktgenaue Ankunft anpassen. Gleichzeitig können Terminals und weitere Hafendienstleister ihre Planungen vorbereiten. Verlässliche Ankunftszeiten, eine optimierte Hafenlogistik und Ressourcenplanung sowie die Reduzierung von Treibstoffverbräuchen und Emissionen sind die daraus resultierenden Vorteile.

Der direkte Echtzeit-Datenaustausch zwischen Hafen und Schiff und damit die ersten Live-Einspielungen erfolgten bei der M/S „AIDAperla“ und der M/S „AIDAsol“. Dabei wurden die Daten zwischen dem HVCC und dem Fleet Operation Center der Carnival Maritime GmbH in Hamburg über die von Wärtsilä entwickelte digitale Plattform Navi-Port direkt in die elektronische Seekarte (ECDIS) der Kreuzfahrtschiffe eingespeist.

Der ständige dynamische Datenaustausch in Echtzeit verbessert nach Angaben von HVCC die Koordination und ermöglicht automatische Kurs- und Geschwindigkeitsänderungen, falls sich die Bedingungen im Hafen während einer Reise ändern sollten.

Nach den erfolgreichen Tests im Kreuzfahrtsegment ist die Ausweitung auch auf die Frachtschifffahrt geplant. Gespräche mit Containerreedereien wurden bereits aufgenommen, so die HVCC. Perspektivisch könnten laut HVCC-Geschäftsführer Gerald Hirt auch weitere Hafenstandorte diesen Service nutzen. Das Potenzial zur weiteren Vernetzung sei mit weltweit rund 3.000 Seehäfen und 100.000 Handelsschiffen enorm.

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