Hermes: Hamburg wird grüne Logistikmetropole

Im Zuge von „Green Delivery Hamburg“ wird der Paketdienstleister erstmals eine ganze Stadt emissionsfrei beliefern. Bereits Ende 2023 sollen über 240 vollelektrisch betriebene Fahrzeuge in allen Postleitzahlgebieten jährlich zwölf Millionen Sendungen transportieren.

Bis Ende 2023 will Hermes im ganzen Hamburger Stadtgebiet komplett emissionsfrei zustellen. (Screenshot: HUSS-VERLAG)
Bis Ende 2023 will Hermes im ganzen Hamburger Stadtgebiet komplett emissionsfrei zustellen. (Screenshot: HUSS-VERLAG)
Christine Harttmann

Erstmals will Hermes in einem gesamten Stadtgebiet emissionsfrei zustellen. Das Logistikunternehmen baut dafür seine Lieferketten in Hamburg um und fährt in mehreren Phasen die elektrisch und damit emissionsfrei bewegten Sendungsmengen für Hamburg hoch. Startpunkt ist der Spatenstich für das neue E-Mobility-Hub in Billstedt im Juli, das die Ladeinfrastruktur des Logistikers um ein Vielfaches vergrößern soll. 120 Ladesäulen will der Paketdienst dort schaffen. Es soll Hamburgs größter Ladepark werden. Hinzu kommen drei weitere Zustellbasen im Umland, die elektrifiziert werden. Ende 2023 sollen dann über 240 vollelektrisch betriebene Fahrzeuge in allen Postleitzahlgebieten der Hansestadt fahren und jährlich zwölf Millionen Sendungen transportieren. So lassen sich 1.400 Tonnen CO2 im Jahr einsparen.

Von einem „fundamentalen Umbau“ spricht Olaf Schabirosky, CEO von Hermes Germany.

„Schritt für Schritt stellen wir in immer mehr Städten auf eine emissionsfreie Zustellung um. So auch in unserem Heimathafen Hamburg.“

Der Hermes-Chef stellte das Projekt Green Delivery Hamburg im Rahmen eines Jubiläumsevents anlässlich des 50. Geburtstags von Hermes am Logistik-Center in Billbrook vor:

„In der Hansestadt läuft unser bisher größtes Nachhaltigkeitsprojekt. Mit dem ambitionierten Ausbau unserer E-Transporter-Flotte und der Ladeinfrastruktur schaffen wir die Voraussetzungen dafür, in ganz Hamburg ohne Emissionen unterwegs zu sein. Jährlich transportieren wir dann zwölf Millionen Sendungen CO2-frei.“

Bereits heute transportieren insgesamt 49 E-Transporter und fünf Lastenfahrräder jährlich knapp zwei Millionen Sendungen CO2-frei an die Haustür oder an einen der 331 in der Hansestadt befindlichen PaketShops. Die Umstellung der gesamten Flotte auf vollelektrische Fahrzeuge startet nun mit dem Bau des neuen E-Mobility-Hubs in der Billstraße. Nach dem Baustart im Juli 2022 wird hier in mehreren Etappen die Ladeinfrastruktur hochgefahren und damit nach dem Logistik-Center am Billbrookdeich eine zweite Absprungbasis für die emissionsfreie Zustellung in die Hansestadt geschaffen. In weiteren Phasen werden dann mehrere Zustellbasen im Hamburger Umfeld elektrifiziert, um auch die Randbezirke mit den mit Ökostrom betankten Transportern erreichen zu können.

Erstes Etappenziel ist es, bis zum Beginn des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts den Anteil der sich täglich im Einsatz befindlichen E-Fahrzeuge nahezu zu verdoppeln. Hinzu kommt ein E-Lkw, der unter anderem für die Belieferungsverkehre der Zustellbasen im täglichen Einsatz sein wird. Ab dann kann Hermes Germany laut Schabirosky jährlich 4,5 Millionen Sendungen emissionsfrei bewegen, was zu einer CO2-Einsparung von 578 Tonnen im Jahr führt.

Rund um Ostern 2023 sollen dann schon 160 E-Fahrzeuge im Einsatz sein, die jährlich 8,5 Millionen Sendungen bewegen können. Dies bedeutet eine Reduzierung der CO2-Belastung um 1.100 Tonnen. Bis Ende 2023 sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein. Nach bisherigem Planungsstand werden dann etwa 240 E-Fahrzeuge und fünf Lastenfahrräder im Einsatz sein. Ab diesem Zeitpunkt wird Hermes jährlich bis zu zwölf Millionen Sendungen vollelektrisch transportieren.

„Uns ist bewusst, dass dieser Plan ambitioniert ist. Dennoch sind wir fest entschlossen, diesen Weg wie beschrieben zu gehen und Hamburg noch im kommenden Jahr komplett emissionsfrei zu beliefern“, so der Hermes-Chef.

1.400 Tonnen CO2 gespart

Rund 240 vollelektrische Fahrzeuge und fünf Lastenfahrräder werden nach Abschluss der Umstellung auf Elektromobilität täglich im Einsatz sein und dabei jährlich mehr als fünf Millionen Kilometer bei der Sendungszustellung an die Haustür und an die PaketShops sowie bei der Abholung von Sendungen zurücklegen – alles elektrisch und ohne Emissionen. Teil des ganzheitlichen Ansatzes sei auch, für alle beteiligten Verteilzentren die Versorgung mit Ökostrom zu gewährleisten, erläutert Olaf Schabirosky und ergänzt:

„Nur dann können wir wirklich von einem emissionsfreien Transport der Sendungen sprechen.“

Die Hermes-eigenen Standorte verfügen bereits über grünen Strom. Der Logistiker will jedoch auch sicherstellen, dass die kleineren Verteilzentren der Servicepartner im Zuge der Umstellung auf E-Mobilität ebenfalls zu 100 Prozent Ökostrom erhalten. Zusammen mit der Reduktion durch die E-Fahrzeuge sollen so CO2-Einsparung von ungefähr 1.400 Tonnen pro Jahr möglich sein, so die Prognose des Unternehmens. Insgesamt sind neben dem Logistik-Center in Billbrook fünf weitere kleinere Verteilzentren in und um Hamburg herum an dem Projekt beteiligt.

Was solch ein nachhaltiges Projekt für die Stadt Hamburg bedeutet, ordnet Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende und ebenfalls Gast des Jubiläumsevents, ein:

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Mobilitätswende für Hamburg zu gestalten und damit einen sehr wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, für mehr Lebensqualität, aber auch für mehr Mobilität und für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt zu leisten.“

Die Mobilitätswende, so Tjarks, sei eingebettet in die Ziele des Hamburger Klimaplans sowie in die Verkehrsentwicklungsplanung. Er ist überzeugt, dass die Klimaziele nur erreichbar sind, wenn die Mobilität neu und nachhaltig gedacht, die Fahrleistung von Verbrennern im täglichen Verkehr substanziell reduziert und die Mobilitätswende vorgebracht werden. Weltweit habe der Verkehr einen Anteil von 28 Prozent an der Klimaerwärmung, rechnet der Verkehrssenator vor. Der Lkw ist daran zu gut einem Drittel beteiligt und seit 1990 hat der Sektor seinen CO2-Ausstoß nicht reduziert.

„Deswegen ist die Antriebswende ein zentraler Baustein für den Klimaschutz.“

Wie Tjarks weiter betont, darf nach 2040 kein einziges Fahrzeug auf der Straße mehr mit Verbrennungsmotor fahren, wenn Deutschland bis dahin, wie noch von der großen Koalition in Berlin beschlossenen, seine CO2-Emissionen um 88 Prozent reduzieren will.

„Das Projekt von Hermes Germany zeigt, wie das gehen kann – und, dass Mobilitätswende, Klimaschutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Hand in Hand gehen können. Durch das Konzept, den CO2-Ausstoß durch Umstellung auf E-Antriebe und Lieferung durch Lastenfahrräder deutlich zu reduzieren, unterstützt Hermes Germany die Ziele des Senats und unterstreicht Hamburgs Vorreiterrolle im Bereich innovativer, nachhaltiger Lösungen im Mobilitätsbereich.“

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