Hamburger Hafenverband: Einstieg von MSC bei der HHLA unproblematisch

(dpa/lno) Der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, Cornelius, macht sich wegen des Einstiegs der Reederei MSC beim Hamburger Hafenlogistiker HHLA keine Sorgen. Sein Vorgänger Bonz sieht das anders.

Der Einstieg von MSC bei der HHLA wird vielerorts kritisch gesehen, nicht so beim Hamburger Hafenverband. Symbolbild: bremenports
Der Einstieg von MSC bei der HHLA wird vielerorts kritisch gesehen, nicht so beim Hamburger Hafenverband. Symbolbild: bremenports
Nadine Bradl

Der neue Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH), Ulfert Cornelius, hält den umstrittenen Einstieg der weltgrößten Reederei MSC beim Hamburger Hafenlogistiker HHLA für unproblematisch.

«Wir haben in Hamburg vier Containerterminals, und Hapag-Lloyd etwa hält eine Beteiligung am HHLA-Terminal Altenwerder. Überall auf der Welt schlagen Reedereien Ladung auch auf Terminals um, die teilweise anderen Reedereien gehören», sagte Cornelius in einem Interview der «Welt am Sonntag» (Redaktion Hamburg und Norddeutschland).

Aus Wettbewerbsgründen mache er sich keine Sorgen, zumal MSC ja keine Mehrheit an der HHLA erwerben solle.

MSC verlagert Deutschlandzentrale nach Hamburg

Hamburgs rot-grüner Senat will die Mediterranean Shipping Company (MSC) mit Sitz in Genf bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) an Bord holen, um den Containerumschlag zu stabilisieren. Die Stadt und das der italienischen Reederfamilie Aponte gehörende Unternehmen sollen die HHLA künftig als Gemeinschaftsunternehmen führen, bei dem die Stadt eine Mehrheit von 50,1 Prozent hält. Bislang gehörten der Stadt rund 70 Prozent der börsennotierten HHLA.

Im Gegenzug will die weltgrößte Reederei MSC ihre Deutschlandzentrale in Hamburg bauen, das Ladungsaufkommen im Hafen von 2025 an erhöhen und laut Drucksache bis 2031 auf eine Million Standardcontainer (TEU) pro Jahr steigern. Zudem wollen MSC und die Stadt das Eigenkapital der HHLA um 450 Millionen Euro erhöhen. Zuletzt musste der Hafen Rückschläge hinnehmen. So sank der Umschlag von Seegütern im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 um 4,7 Prozent auf 114,3 Millionen Tonnen - der niedrigste Wert seit 2009.

Kritiker des HHLA-Deals

Die Betriebsräte, die Gewerkschaft Verdi und zahlreiche Beschäftigte sind strikt gegen den Deal. Und auch die Opposition von CDU, Linkspartei und FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft hat sich ebenso dagegen ausgesprochen wie Cornelius' Vorgänger an der UVHH-Spitze, Gunther Bonz. Ihm fehlt etwa eine Wettbewerbsanalyse, warum der Hamburger Hafen zurückgefallen ist. Auch steuerlich und wettbewerbsrechtlich stellten sich noch Fragen, sagte er bei einer Expertenanhörung. Nachdem der Wirtschaftsausschuss und der Ausschuss für öffentliche Unternehmen dem Deal bereits mehrheitlich zugestimmt haben, will der Haushaltsausschuss mit den Stimmen der rot-grünen Regierungskoalition am Dienstag sein Placet geben. Danach soll noch vor der Sommerpause die Bürgerschaft entscheiden.

Beteiligungen nichts ungewöhnliches

Der Verband äußere sich nicht zu unternehmensbezogenen Beteiligungen, sagte Cornelius.

«Allerdings sieht man deutlich, dass Reedereibeteiligungen sehr üblich sind, allein MSC hat international mehr als 60 Terminalbeteiligungen.»

Auch die weltweit zweitgrößte Container-Linienreederei Maersk sei sehr stark engagiert, ebenso mittlerweile die größte deutsche Reederei Hapag-Lloyd, die eine eigene Terminalsparte aufgebaut habe. Gleichzeitig mahnte Cornelius aber auch ein größeres Engagement des Bundes bei der Sicherung der Häfen an.

«Dass die Seehäfen im Wesentlichen Sache der Küstenländer sind und dass der Bund sich hier finanziell kaum engagiert, trägt der Bedeutung der Häfen überhaupt nicht Rechnung.»

Das sei eine nationale Aufgabe und nicht die Aufgabe einzelner Küstenländer.

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