Hamburg: Der Hafen spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die Coronakrise macht sich im Hamburger Hafen bemerkbar. Im ersten Quartal 2020 blieb der Seegüterumschlag deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Quartalsbericht des Hamburger Hafens: Die Container-Riesen aus China wegen der Folgen der Corona-Pandemie weniger schwer beladen. (Foto: HHM/Peter Glaubitt)
Quartalsbericht des Hamburger Hafens: Die Container-Riesen aus China wegen der Folgen der Corona-Pandemie weniger schwer beladen. (Foto: HHM/Peter Glaubitt)
Christine Harttmann

Deutschlands größter Universalhafen zählte beim Seegüterumschlag im ersten Quartal 2020 31,9 Millionen Tonnen, das sind 7,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Containerumschlag erreichte 2,2 Millionen TEU 820-Fuß-Standardcontainer) und blieb damit um 6,6 Prozent unter dem Vergleichswert. Vergleichsweise stabil habe sich, so steht es in dem von Hafen Hamburg Marketing Quartalsbericht veröffentlichten Quartalsbericht, nur der Container-Hinterlandverkehr entwickelt, während der Umschlag im Transhipment den Nachfragerückgang deutlicher spüre. Wie weiter heißt, ist der Hafen weiter „voll betriebsfähig“. Die zu erkennende Abschwächung bei den Import- und Exportströmen erkläre sich mit dem Aussetzen globaler Transport- und Lieferketten durch die Auswirkungen der Coronakrise.

„Das Runterfahren der chinesischen Wirtschaft und die als Folge einsetzenden Blank Sailings in der Schifffahrt haben auch in Hamburg zu geringeren Umschlagmengen geführt“, erläutert Axel Mattern. Der Vorstand von Hafen Hamburg Marketing weist darauf hin, dass Umschlagterminals und Verkehrsanbindungen vollumfänglich funktionieren.

 

Die Entwicklung unter den drei vom Volumen her wichtigsten Partnerländern des Hafens im Containerverkehr verlief die Entwicklung in den ersten drei Monaten sehr unterschiedlich. Im seeseitigen Containerverkehr mit China, Hamburgs wichtigstem Handelspartner, wurden im ersten Quartal in Hamburg insgesamt 579.400 TEU umgeschlagen. Damit war das Geschäft um 14,6 Prozent rückläufig. Mattern erklärt dies mit „den Auswirkungen der Coronakrise“. Dahingegen verzeichnet der Hafen für die im Ranking der Containerpartner an Position zwei folgenden USA im ersten Quartal 2020 mit insgesamt 146.100 TEU noch ein Wachstum von 20,7 Prozent.

„Diese auffällig gute Entwicklung der USA-Containerverkehre ist auf vier Anfang 2019 in Hamburg neu gestartete Transatlantikdienste zurückzuführen. Diese konnten sich sehr gut entwickeln und sorgten für größere Umschlagmengen, vor allem im Containerverkehr mit den Ostküstenhäfen der USA“, sagt Mattern.

Auch das an dritter Position liegende Singapur erreicht mit 111.000 TEU in den ersten drei Monaten ein Plus. Hier weist der Containerverkehr einen Zuwachs von 10,5 Prozent aus. Axel Mattern vermutet, dass diese Entwicklung mit einer Verlagerung der Transhipmentverkehre aus Ländern des asiatischen Raums nach Singapur zu erklären ist.

In Hamburg ist dagegen der Transhipmentbereich, also der Containerumschlag zwischen Groß- und Feederschiffen, mit einem Rückgang um 10,8 Prozent auf 772.000 TEU besonders von der Coronakrise betroffen. Der Seehafenhinterlandverkehr mit den Verkehrsträgern Bahn, Lkw und Binnenschiff weist im ersten Quartal 2020 beim Containertransport mit 1,4 Millionen TEU bei einem Rückgang von 4,0 Prozent stabilere Werte aus. Der für den Hamburger Hafen wichtige Gütertransport auf der Schiene blieb mit 11,9 Millionen Tonnen (-4,3 Prozent) und 663.000 TEU (-4,6 Prozent) unter dem Ergebnis des Vorjahresquartals. Der Umschlag von Massengut ging im ersten Quartal 2020 um 11,9 Prozent zurück und erreichte somit 9,4 Millionen Tonnen.

Dennoch, erklärt Jens Meier, CEO der HPA, Sei die Auslastung der Hafenbahn im ersten Quartal 2020 geblieben und habe sogar das Niveau von 2018 übertroffen.

„Das ist keinesfalls selbstverständlich, sondern Folge von konsequenter Effizienzsteigerung und dem kontinuierlichen Ausbau der Hafenbahn.“

Für die kommenden Monate geht Mattern davon aus, dass sich der Hamburger Hafen zunächst noch auf eine Fortsetzung der Blank Sailings und einen rückläufigen Gesamtumschlag einstellen muss.

„Ab Juni ist es durchaus möglich, dass wir mit dem langsamen Anfahren der Wirtschaft in China und in Europa auch wieder eine Zunahme der Schiffsabfahrten und wachsende Gütermengen im Hafenumschlag und dem Seehafenhinterlandverkehr sehen werden“, zeigt sich Mattern zuversichtlich.

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