Hafenlogistik: Dakosy entwickelt Authentifizierungs-App für die Logistik

Der Pilotbetrieb der Authentifizierungs-App ImpalaID von Dakosy läuft im Hamburger Hafen beim Leercontainerdepot Hamburger Container Service sowie beim Veterinär- und Einfuhramt.

Das Leercontainerdepot HCS implementiert aktuell die digitale Authentifizierung mit der ImpalaID-App als Alternative zu der Truckerkarte. | Bild: HCS
Das Leercontainerdepot HCS implementiert aktuell die digitale Authentifizierung mit der ImpalaID-App als Alternative zu der Truckerkarte. | Bild: HCS
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Eine neu entwickelte Authentifizierungs-App mit dem Namen „ImpalaID“ soll allen Teilnehmern eine barrierefreie und sichere Legitimierung über einen geschützten QR-Code ermöglichen. Das System des Hamburger Softwarehauss Dakosy steht allen Unternehmen und Institutionen gleichermaßen offen.

„Die neue App ImpalaID schließt eine große Lücke bei der sicheren und einheitlichen Authentifizierung an den verschiedenen logistischen Knotenpunkten, beispielsweise an Schranken- oder Gate-Systemen im Hafengebiet“, erklärt Nicolai Port, Leiter Verkehrsträger bei Dakosy. So hätten beispielsweise Fuhrunternehmer perspektivisch die Möglichkeit, sich über nur eine App bei verschiedenen Akteuren wie Terminals, Depots oder zum Slotbuchungsverfahren anzumelden. 

Technisch handelt es sich um ein zentrales Identity Provider System (IDP-System) für die Logistik. Das bedeutet, der Nutzer (beispielsweise ein Fahrer) kann auf dem IDP-System eine zentrale ID anlegen, mit der er sich bei unterschiedlichsten IDP-Services (Terminals, Apps, Webanwendungen) anmelden und authentifizieren kann. Die erstmalige Registrierung erfolgt online. Dabei lassen sich je nach Anforderung unterschiedliche Authentifizierungslevel hinterlegen (z.B. Art und Anzahl der zu prüfenden Ausweisdokumente), die in regelmäßigen Abständen erneut verifiziert werden. 

Die Teilnehmer erhalten nach erfolgreicher Legitimation einen gesicherten QR-Code per App, mit dem sie ihre Nutzerinformationen bei den verschiedenen Anwendungen kommunizieren können.

„Ein Schwerpunkt bei der Software-Programmierung lag auf der Datensicherheit. Diese gewährleisten wir durch ein sicheres Authentifizierungsverfahren, das darauf ausgelegt ist, die Identität in regelmäßigen Abständen zu verifizieren. Außerdem sind die App und damit die elektronische ID an mobile Endgeräte (ggf. biometrisch gesichert) gekoppelt. Das verhindert eine einfache Weitergabe der Daten an Dritte“, so Port weiter. 

Der Pilotbetrieb erfolgt im Hamburger Hafen, die ersten Teilnehmer sind das Leercontainerdepot Hamburger Container Service (HCS) sowie das Veterinär- und Einfuhramt. Die beiden Pilotanwender wollen, dass künftig jeder Fahrer vorangemeldet und registriert ist. Dies sei bisher nicht möglich, da nicht alle Lkw-Fahrer den heute im Hafen Hamburg geläufigen physischen Legitimationsausweis (Truckerkarte) nutzen könnten. Bei HCS – mit etwa 200.000 Gate-Bewegungen jährlich und bis zu 1.000 Lkw-Abfertigungen täglich – treffen nach Schätzungen des Eigentümers Dr. Roland Karnbach etwa 10 Prozent der Fahrer ohne Registrierung und damit ohne Voranmeldung ein.

„Einige der Trucker, die Leercontainertransporte zwischen den Depots und dem Hinterland übernehmen, verfügen über keine Truckerkarte. An dem bisherigen Verfahren können nur Fuhrunternehmer teilnehmen, welche auch die Hamburger Containerterminals anfahren“, berichtet Karnbach.  

HCS implementiert aktuell die digitale Authentifizierung mit der ImpalaID-App als Alternative zu der Truckerkarte. So können sich die Lkw-Fahrer über die Truckgate-Webanwendung künftig auch via ImpalaID voranmelden und sich anschließend mit dem QR-Code im HCS-Depot für die Abholung oder das Bringen von Leercontainern legitimieren. 

Das Veterinär- und Einfuhramt möchte ImpalaID für das eingesetzte Slot-Buchungsverfahren für Lkw testen, das ebenfalls über die Truckgate -Webanwendung läuft. Seit 2019 können Lkw-Fahrer mit containerisierter Fracht online Zeitfenster für die Beschau an den zwei Kontrollzentren im Hamburger Hafen buchen. Eine wichtige Teilgruppe bleibt dabei unberücksichtigt. Das sind die nicht containerisierten Waren.

„Fahrer mit nicht containerisierter Ware kommen ohne Vorankündigung bei den Kontrollzentren an. Das führt gerade angesichts der in diesem Segment steigenden Mengen zu Mehrarbeit und Wartezeiten“, so Dr. Bettina Gerulat, die Leiterin des Veterinär- und Einfuhramtes in Hamburg.

Durch ImpalaID soll für alle Anlieferer ein Zeitfenster im Voraus buchbar werden. Dazu wird in der Truckgate-Webanwendung neben der Truckerkarte ein zweiter Login mit ImpalaID bereitgestellt. Das Ziel sei laut Gerulat, dass keine unangemeldeten Waren mehr bei den Veterinärämtern eintreffen.

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