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Hafenbetrieb Rotterdam: Studie zu Just-in-Time-Anfahrten

Seeschiffe, die vor der Ankunft regelmäßig über den Anlegeslot informiert werden, verbrauchen weniger Kraftstoff und stoßen weniger Co2 aus – so das Ergebnis einer vom Hafenbetrieb Rotterdam durchgeführten Studie.
Im Portal Pronto können Reedereien sich anzeigen lassen, bei welcher Geschwindigkeit welche CO2-Einsparungen möglich gewesen wären. (Foto: Hafenbetrieb Rotterdam)
Im Portal Pronto können Reedereien sich anzeigen lassen, bei welcher Geschwindigkeit welche CO2-Einsparungen möglich gewesen wären. (Foto: Hafenbetrieb Rotterdam)
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Anna Barbara Brüggmann

Die Studie führte der Hafenbetrieb gemeinsam mit der niederländischen Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung (TNO) durch. Werden Seeschiffe insbesondere in den letzten zwölf Stunden vor der Ankunft regelmäßig über die Verfügbarkeit von Liegeplätzen informiert, können sie die Fahrtgeschwindigkeit entsprechend anpassen. Dies führt dann in der Regel zu einer Reduktion des Kraffstoffverbrauch sowie weniger Ausstoß von Kohlenstoffdioxid, Schwefeloxid und Stickstoffoxide, so das Ergebnis.
Die Ersparnis würde noch größer ausfallen, wenn die Schiffe früher als zwölf Stunden vor Ankunft informiert würden. Auch kürzere Wartezeiten der Schiffe in den Ankergebieten sollen große Einsparungsmöglichkeiten bieten. Vorgestellt wurden die Ergebnisse der Studie Mitte Oktober 2018 im Hauptsitz der International Maritime Organization (IMO) in London während der Sitzung der Arbeitsgruppe „IMO Intersessional working group on the reduction of Greenhouse Gas emissions from ships“.
Als Grundlage für die Studie dienten TNO und dem Hafenbetrieb Rotterdam die Analyse sämtlicher Schiffsbewegungen der Containerschiffe in Richtung Rotterdam im Jahr 2017. „Durch eine bessere Information der Schiffe können jährlich vier Prozent beziehungsweise 134.000 Tonnen CO2 gespart werden”, erläutert Jan Hulskotte, Senior Researcher bei TNO. „Dazu müssen Containerschiffe ihre Fahrgeschwindigkeit um lediglich durchschnittlich fünf Prozent anpassen, wodurch die geplante Ankunftszeit trotzdem erreicht wird“ , erläutert er weiter.
Untersucht wurden zudem die Auswirkungen kürzerer Wartezeiten in den Ankergebieten für alle Schiffe nach Rotterdam. Der Studie zufolge liegen Seeschiffe bei Massengut-Transporten aufgrund vertraglicher Verpflichtungen oft Stunden oder Tage an Ankerplätzen. Würde sich diese Wartezeit um durchschnittlich zwölf Stunden verkürzen, würde dies im Jahr eine Senkung des Ausstoßes von 35 Prozent bedeuten, also188.000 Tonnen weniger CO2 und 1.000 Tonnen weniger Stickstoffoxide, so Hulskotte.
Für eine Optimierung des Hafenaufenthalts hat der Hafenbetrieb im Jahr 2018 die Plattform Pronto eingeführt, die verschiedene Datenquellen kombiniert, um den Hafenaufenthalt eines Schiffs möglichst genau zu planen. Dadurch sollen die einzelnen Abfertigungsprozesse möglichst optimal aufeinander abgestimmt werden. Die Daten aus der Analyse wurden in eine Menü-Ansicht umgesetzt, um das „Just-in-Time“-Anlaufen zu ermöglichen. Für die Reedereien wird auf diese Weise ersichtlich, wie hoch die Fahrgeschwindigkeit war, welche Geschwindigkeit ideal gewesen wäre und wie viel Kraftstoff und CO2 man hätte sparen können.
„Prozentual gesehen handelt es sich noch um bescheidene Zahlen“, sagt Astrid Dispert, Technical Advisor des Global-Maritime-Energy-Efficiency-Partnerships (GloMEEP)-Projekts, und ergänzt: „Es sind jedoch auch solche Maßnahmen, die gerade kurzfristig einen sehr nützlichen Beitrag zur Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks der Seeschifffahrt leisten."

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