Hafen Antwerpen: Steigender Containerumschlag

Der belgische Seehafen verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2020 beim Gesamtgüterumschlag einen Rückgang von 4,4 Prozent. Der Containerumschlag entwickelt sich seit Juli positiv.

Am Hafen von Antwerpen zeichnet sich seit Juli dank des steigenden Containerumschlags eine Erholung ab. Foto: Port of Antwerp
Am Hafen von Antwerpen zeichnet sich seit Juli dank des steigenden Containerumschlags eine Erholung ab. Foto: Port of Antwerp
Daniela Kohnen

Die Erholung im Hafen Antwerpen setzt sich nach Angaben der Antwerp Port Authority fort, nachdem der Containerumschlag seit April erstmals die 1-Million-TEU-Marke überschritten hat. So habe der Containerumschlag nach wie vor den Status quo beibehalten und steige seit Juli wieder, so dass der Hafen Antwerpen die Verluste durch den Rückgang des Umschlags aller Güterströme begrenzen könne. Insgesamt ist der Gesamtgüterumschlag des Hafens nach den ersten neun Monaten 2020 um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Der zweitgrößte Hafen Europas verzeichne laut eigenen Angaben beim Containerumschlag nach einem Tief in Mai und Juni seit Juli erneut höhere Volumen. So habe der Umschlag im September zum ersten Mal seit April wieder die 1-Million-TEU-Marke überschritten. Im dritten Quartal hatte besonders der Containerverkehr nach Fernost sowie innerhalb Europas zugenommen. Damit blieb der Containerverkehr auf Jahresbasis mit minus 0,2 Prozent in TEU (20 Fuß-Standardcontainer) gegenüber dem Vorjahr auf annähernd gleichem Niveau. Die Zahl der Blank Sailings ist seit August rückläufig. Jedoch organisieren die Reedereien laut der Antwerp Port Authority auch außerhalb der regulären Fahrpläne zusätzliche Schiffsanläufe, die den Effekt der Blank Sailings weitgehend kompensieren.

Im Breakbulk-Segment zeigt der Hafen Antwerpen einen anhaltenden Rückgang und verzeichnet zum Ende des dritten Quartals einen Rückgang beim Gesamtumschlag von 20,3 Prozent. So haben sich die weltweiten Handelsprobleme und die Corona-Krise laut der Antwerp Port Authority deutlich negativ auf die Güterströme im klassischen Breakbulk-Segment ausgewirkt, insbesondere auf Stahl, der wichtigsten Gütergruppe in diesem Segment. Nach den stärkeren Monaten Juni und Juli sei es ab August zu einem erneuten Rückgang gekommen. Der konventionelle Fruchtumschlag habe war zugenommen, diese Volumen seien jedoch eher begrenzt.

Auch im Automotive-Segment bekommt der Hafen Antwerpen die Folgen der Krise weiterhin zu spüren. Nach steigenden Volumen im Juni und Juli wurde im August, wie in jedem Jahr, erneut ein Rückgang verzeichnet und auch im September gab es keine deutliche Erholung. Der Gesamtumschlag von Neufahrzeugen ist 2020 um 30 Prozent und der von Gebrauchtfahrzeugen um 23,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

Das Segment Liquid Bulk hingegen verzeichnet laut der Hafengesellschaft eine leichte Erholung. So sei dies um insgesamt 5,7 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2019 zurückgegangen. Bei den Ölderivaten hätte vor allem bei den Exporten, die stark unter der verringerten Nachfrage in Folge der Corona-Krise und des fallenden Ölpreises gelitten hatten, eine Erholung eingesetzt. Die Importe hätten sich durchgehend relativ gut behaupten können, hieß es. Der Export von Chemikalien stieg um 4,7 Prozent, während der Import um 7,5 Prozent sank, was zu einem Rückgang von insgesamt 3,8 Prozent führte.

Der Umschlag von Dry Bulk schwankt laut der Antwerp Port Authority von Monat zu Monat. So seien Kaolin und Schrott stabil geblieben, die übrigen Produktgruppen jedoch zurückgegangen, darunter Düngemittel um minus 4,5 Prozent, die den größten Anteil trockener Massengutvolumen ausmachen. Der Kohleumschlag habe zudem weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betragen. Insgesamt führte dies in den ersten neun Monaten zu einem Rückgang des Dry-Bulk-Umschlags um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig liefen in dem Zeitraum 10.241 Seeschiffe Antwerpen an, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Minus von 5,3 Prozent entspricht. Die Bruttotonnage dieser Schiffe sank um 6,3 Prozent. Jacques Vandermeiren, CEO Hafen Antwerpen:

„Die Auswirkungen des Stillstands der globalen Lieferketten durch die Corona-Krise bleiben weiterhin spürbar: Auch der bevorstehende Brexit sorgt für Unsicherheit auf dem Markt. Dank des erneut steigenden Containerverkehrs bleiben die Folgen für den Gesamtgüterumschlag in Antwerpen beschränkt. Ein Rekordjahr wie in den vergangenen sieben Jahren wird 2020 keinesfalls werden, aber dank unserer Widerstandsfähigkeit und des Containerumschlags können wir den Schaden begrenzen.“

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