Güterverkehr: DSLV fordert Maßnahmen zur Stärkung des deutschen Standorts

Die Verkehrs- und Umweltpolitik müssen besser synchronisiert werden, fordert der Verband.

(Symbolbild: Pixabay)
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Christine Harttmann

Deutschland verliert an Bedeutung im globalen Standort-Ranking für den Güterverkehr. Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik warnt vor den Auswirkungen der fehlenden Synchronisierung von Verkehrs- und Umweltpolitik auf die Logistikbranche. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Rust (Baden-Württemberg) äußerten sich Vertreter der Branche besorgt über die zunehmenden Kostenbelastungen und die mangelnde Planungssicherheit.

Die Gewinnerwartungen der Speditionshäuser sind aufgrund steigender Prozess-, Personal- und Finanzierungskosten gedämpft. Die Ampelregierung wird für ihren verkehrs- und umweltpolitischen Kurs kritisiert, der die Kostenbelastungen weiter verstärkt. Insbesondere das kürzlich verabschiedete Dritte Gesetz zur Änderung mautrechtlicher Vorschriften, das eine Verdoppelung der Lkw-Mautsätze ab dem 31. Dezember 2023 vorsieht, stößt auf Unmut.

Axel Plaß, Präsident des DSLV, betont die Notwendigkeit eines ausgewogenen Mixes aus Anreizen, Sanktionen und Förderprogrammen, um die Logistikbranche in die Dekarbonisierung zu lenken.

„Ein ausgewogener Mix aus gesetzlichen Anreizen, Sanktionen und Förderprogrammen ist unbestritten richtig, um die Logistikbranche in die Dekarbonisierung zu lenken“, sagt Plaß.

Er kritisiert jedoch, dass das neue Gesetz weder ausgewogen sei noch die Verfügbarkeit klimafreundlicher Alternativen berücksichtige. Die angekündigte Synchronisierung der Mautsätze mit der Verfügbarkeit emissionsfreier Lkw und ihrer Ladeinfrastrukturen sei nicht erfüllt worden. Die CO2-günstigere Schiene könne aufgrund von Infrastrukturdefiziten nicht als Alternative dienen.

Um einen Beitrag zur CO2-Vermeidung zu leisten, sollten alternative Kraftstoffe wie HVO100, Bio-LNG und Bio-CNG im Straßengüterverkehrssektor verstärkt eingesetzt werden. Der DSLV fordert Anreize wie steuerliche Begünstigungen, um den Einsatz dieser Technologien zu fördern.

Die Logistikbranche sieht sich mit planerischen Herausforderungen konfrontiert, die sich aus hohen Bürokratiebelastungen und langwierigen Genehmigungsverfahren im Energiebereich ergeben. Die Errichtung neuer Logistikterminals gestaltet sich schwierig aufgrund unterdimensionierter Energienetze.

Die mangelnde Infrastrukturplanung und die damit verbundene Unsicherheit beeinträchtigen den Wirtschaftsstandort Deutschland. Um einen weiteren Abwärtstrend zu verhindern, fordert der DSLV leistungsfähige Häfen, Flughäfen, ein stabiles Schienen- und Wasserstraßennetz sowie eine Straßeninfrastruktur, die das prognostizierte Verkehrswachstum bewältigen kann. Axel Plaß betont die Dringlichkeit einer entsprechenden Investition und schlägt vor, dass die Verkehrsinfrastruktur von einem Sondervermögen profitieren

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