Güterumschlag: Leicht rückläufige Entwicklung im Rostocker Fracht- und Fischereihafen

Eine rückläufige Entwicklung der Holzimporte ließen den Gesamtgüterumschlag des Rostocker Fracht- und Fischereihafens (RFH) im Jahr 2019 auf rund 880.000 Tonnen sinken. Im Jahr 2018 hatte der Hafenbetrieb noch 970.000 Tonnen umgeschlagen.

Um rund 38 Prozent legte der Umschlag von Düngemitteln zu. (Foto: Rostocker Fracht- und Fischereihafen)
Um rund 38 Prozent legte der Umschlag von Düngemitteln zu. (Foto: Rostocker Fracht- und Fischereihafen)
Christine Harttmann

Der Hafen profitierte dabei laut eigenen Angaben von einem seit Jahren ausgewogenen Gutarten-Mix. Charakteristisch für die Umschlagsentwicklung bei Waren wie Roheisen, Wasserglas und Split seien saisonale Schwankungen gewesen. Dem Rückgang im Holzumschlag, dem Kerngeschäft des Hafens in Rostock-Marienehe, auf rund 390.000 Tonnen – minus 26 Prozent gegenüber 2018 – steht ein kräftiges Plus beim Umschlag von Düngemitteln auf rund 300.000 Tonnen – im Vergleich zu 2018 ein Plus von rund 38 Prozent – gegenüber. Dennoch konnte der Hafenbetreiber den rückläufigen Holzumschlag mit anderen Gutarten nicht ganz ausgleichen.

„Auch 2019 hat sich das seit längerem sehr unbeständige und schwierige Marktumfeld fortgesetzt“, kommentiert RFH-Geschäftsführer Steffen Knispel. „Insbesondere die durch Stürme sowie anhaltende Trockenheit und Borkenkäfer in deutschen Wäldern verursachten Schäden hatten einen weiteren Rückgang bei Holzimporten aus dem Ostseeraum zur Folge.“ Für das Jahr 2020 rechnet er nicht mit einer Entspannung der Situation im Holz-Segment.

Um sich unabhängiger von unkalkulierbaren Marktentwicklungen und den daraus erwachsenden Folgen für den Seegüterumschlag zu machen, fokussiert sich der RFH seit einigen Jahren darauf, andere Geschäftsfelder stärker zu erschließen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, im rund 60 Hektar großen Hafengelände hochwertige Gewerbeflächen zu entwickeln. So wurde für insgesamt etwa 2,4 Millionen Euro das Gebäude 217 im Bereich Alter Hafen modernisiert, in welchem sich nun der neue Rostocker Dienstsitz des Zollfahndungsamtes Hamburg befindet. Weitere Gebäudesanierungen sind geplant. Im Juni 2019 wurde im nördlichen Hafenbereich eine neu gebaute, 3.000 Quadratmeter große Lagerhalle in Betrieb genommen. Sie dient der Lagerung von Düngemitteln. In den 72 Meter langen und 39 Meter breiten Neubau und die benötigte Technik flossen insgesamt zwei Millionen Euro, die der Hafenbetreiber vollständig aus Eigenmitteln aufbrachte. Angrenzend zur Halle entstand eine ca. 8.000 Quadratmeter große Schüttgut-Fläche. Auf dieser können unterschiedliche Massengüter wie Baustoffe und Kies gelagert werden. In dieses vom Land zu 75 Prozent geförderte Infrastrukturprojekt wurden 3,6 Millionen Euro investiert.

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen, einst Heimathafen der DDR-Hochseefangflotte, feiert im Jahr 2020 den 70. Jahrestag seines Bestehens. Der Geburtstag wird am 1. Mai 2020 gemeinsam mit dem Rostocker Überseehafen begangen, der dieses Jahr auf eine 60-jährige Geschichte zurückblickt.

„Mit der Doppel-Jubiläumsfeier möchten wir auf die Tradition einer vielfältigen Hafenwirtschaft in Rostock und deren wirtschaftliche Bedeutung für die Hanse- und Universitätsstadt in Gegenwart und Zukunft aufmerksam machen“, betont Geschäftsführer Knispel.

Parallel zum Hafengeburtstag wird am 1. Mai 2020 auf dem Gelände des RFH das mittlerweile 6. Traditionstreffen der Hochseefischer veranstaltet.

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