Großbritannien: Brexit ist beschlossen

Der Brexit ist nun endgültig beschlossen. Großbritannien tritt zum 1. Februar 2020 aus der Europäischen Union aus. Auch Transportunternehmen müssen nun auf die neue Zollgrenze einstellen.

(Symbolbild: Pixabay)
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Christine Harttmann

Offiziell verlässt Großbritannien die EU zwar schon Samstag, 1. Februar 2020. Allerdings gilt bis zum 31. Dezember 2020 eine Übergangsfrist, in der ein Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen geführt werden sollen. Unternehmen haben also noch bis zum Jahresende Gelegenheit, ihre Abläufe an die neuen Gegebenheiten anzupassen und unterstützende IT zu implementieren. Doch egal, wie diese Absprachen ausgehen werden, sie müssen sich auf neue Vorgaben für Warenlieferungen einstellen, die es bislang nicht gab.

Im Zuge des Brexit müssen sich die Wirtschaftsbeteiligten bei den Zollbehörden registrieren, die auf Antrag eine EORI-Nummer vergeben, erklärt Blujay. Der IT-Dienstleister ist auf Supply Chain-Software spezialisiert. Der Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Zollbehörden erfolgt elektronisch über das System Atlas, das Anmeldung und zertifizierte Software benötigt. Firmen, die Waren nach Großbritannien im- oder exportieren, sollten laut Zoll zudem prüfen, ob bestehende Bewilligungen angepasst werden können, neue zollrechtliche Bewilligungen zu beantragen und Referenzbeträge für eine Bewilligung neu zu berechnen sind. 

Eine länderübergreifende und mehrsprachige Zollmanagementsoftware kann Zollmakler, Spediteure, Expresstransporteure und Verlader unterstützen, damit sie veränderte Vorschriften einfacher einzuhalten, Aufwand und Fehleranfälligkeit minimieren und die Automatisierung im globalen Handel steigern. Wichtig sei dabei, dass sich Lösung leicht anpassen lässt, so Blujay, da der Brexit stete Neuerungen und Veränderungen mit sich bringe. Diese müssten laufend berücksichtigt werden.

Von manuellen Tabellenkalkulationen und isolierten Abläufen rät der IT-Dienstleister ab. Stattdessen empfiehlt er sein eigenes Transportation Management System (TMS). Es sei speziell für die Verwaltung von schwankender Nachfrage und anspruchsvollen Compliance-Anforderungen entwickelt worden. Zudem wurden erst vor Kurzem die Compliance Software erweitert, explizit im Blick auf die Zoll- und Handelsanforderungen, die der Brexit mit sich bringt.

Auf jeden Fall sind sie Herausforderungen, die der Brexit für Unternehmen mit sich bringt, groß. Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sind mindestens 30.000 Unternehmen hierzulande betroffen, die Waren ins Vereinigte Königreich exportieren. Zudem müssen sich mehr als 40.000 Unternehmen auf komplizierte Zollanmeldungen einstellen, da sie Waren aus UK importieren. Insgesamt könnte der Brexit nach Schätzungen des DIHK mindestens 500 Millionen Euro Zusatzkosten für deutsche Firmen bedeuten.

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