Green Re-Start: DVF und VDB fordern digitalen Klimaschutzhochlauf

Das Deutsche Verkehrsforum (DVF) und der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) sehen im wirtschaftlichen Neustart der Mobilität eine Chance für einen Klimaschutzhochlauf über die digitale Schiene.

 Schienenverkehr transportiert zu Zeiten der Pandemie wichtige Rohstoffe, Lebensmittel und medizinische Erzeugnisse. (Foto: Pixabay)
Schienenverkehr transportiert zu Zeiten der Pandemie wichtige Rohstoffe, Lebensmittel und medizinische Erzeugnisse. (Foto: Pixabay)
Radosveta Angelova

VDB-Präsident Michael Fohrer erklärt:

„Konjunkturhochlauf und Klimaschutz schließen sich keineswegs aus, sondern bedingen einander. Investitionen in klimafreundliche Technologien sind eine gute Antwort auf beide Aufgaben.“

Der Präsidiumsvorsitzende des DVF Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner betont, die Absicherung von Investitionen in Innovationen und die Verfolgung der bereits begonnenen Klimaschutzstrategien legten den Grundstein für die Zukunft und die deutsche wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit.

Insbesondere durch Schienenverkehr werden zu Zeiten der Pandemie wichtige Rohstoffe, Lebensmittel, medizinische Erzeugnisse sowie Fahrgäste befördert, trotz Personalmangel. Angepasst an die aktuelle Situation laufen die Werke der Bahnindustrie stetig weiter und sorgen für einen sicheren Zugverkehr, stabile Wartung und verlässliche Ersatzteilproduktion; Voraussetzung dafür ist allerdings die Liquidität und Handlungsfähigkeit der Unternehmen. Diese ist jedoch für viele Betriebe momentan eine Herausforderung, die Zukunftsprognose ist aktuell nicht verlässlich abschätzbar. Daher fordern der DVF und VDB gemeinsam politische Rahmenbedingungen. Michael Fohrer erklärt:

„Strukturen der systemrelevanten Bahnindustrie sind jetzt stabil zu sichern, um nach der Krise einen belastbaren Neustart für klimaschonende Mobilität zu ermöglichen. Das heißt konkret: Liquidität entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken, Anreize und starke Impulse für umweltfreundliche Innovationen setzen und konsequent an den Digitalisierungszielen für die Schiene festhalten.“

Ohne die Beschleunigung von Infrastrukturprojekten und die Bestellung emissionsarmer Schienenfahrzeuge werde die Verkehrswende auf Eis gelegt. Laut Klinkner brauche die Bahnindustrie verbindliche Zukunftsinvestitionen. Dabei dürfe der Bund die Kommunen jetzt nicht allein lassen. Der DVF-Vorschlag eines Fondsmodells nach Schweizer Vorbild für Investitionsmittel wäre heute aktueller denn je, denn es würde klare politische Planungssicherheit auf allen föderalen Ebenen schaffen. Andererseits müsse man die Zahlungsfähigkeit der Kommunen immer wieder überprüfen, um die strategischen Investitionen in diesen Bereichen wie geplant auszubauen und man müsse auch den Klimaschutz im Verkehr weiterhin aktiv vor Ort begleiten, so Klinkner.

 

Zusätzlich können ein Klimabonus in öffentlichen Vergaben sowie das Prämieren von Elektromobilität auf der Schiene den wirtschaftlichen Neustart und den Hochlauf für Klimalösungen gleichermaßen unterstützen. Der Bund müsse lediglich die im EU- und deutschem Vergaberecht bestehenden MEAT-Kriterien („Most Economically Advantageous Tender“) in öffentlichen Ausschreibungen konsequent verankern. In der Praxis bedeutet das eine Gewichtung von mindestens 70 Prozent für Lebenszykluskosten, Preis-Leistungs-Verhältnis und Nachhaltigkeit statt starre Fixierung auf den Anschaffungspreis. Weiterhin zentral bleibt auch die flächendeckende Digitalisierung von Schieneninfrastruktur, Fahrzeugen und Stellwerken.

Michael Fohrer plädiert:

„Ein intelligentes Schienennetz ist der Schlüssel zur klimaschonenden Mobilität und wichtiger Konjunkturmotor für unsere Branche.“

Es müsse nun wegweisend investiert werden. Der Bund müsse am zügigen ETCS-Rollout („European Train Control System“) festhalten und darüber hinaus eine diskriminierungsfreie, wirksame Förderung der Fahrzeugumrüstung einführen. Klinkner abschließend:

„Ohne Fahrzeugumrüstung können die Vorteile von ETCS nicht genutzt werden. Denn in der Einführungsphase von ETCS müssen die Fahrzeuge auf dem neuen System und gleichzeitig mit der herkömmlichen Signaltechnik fahren können. Eine Doppelausrüstung der gesamten Infrastruktur würde deutlich mehr kosten und keinen zusätzlichen Nutzen bringen.“

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