Lkw-Fahrerstreik in Gräfenhausen: „Ich mag meinen Beruf sehr, auch wenn es gerade schwierig ist“

Rund 120 Fernfahrer streiken seit gut drei Wochen an der A5, unter anderem auf dem Rastplatz Gräfenhausen-West. Sie warten auf den Lohn ihres polnischen Arbeitgebers. In einem Videointerview sprechen einige der Männer jetzt mit den Wirtschaftsmachern darüber, was Ihnen dennoch an ihrem Beruf gefällt.

Trotz des aktuellen Anlasses zeigen die befragten Streikenden, dass es für sie gute Gründe gibt, Berufskraftfahrer zu sein. Copyright: Pexels
Trotz des aktuellen Anlasses zeigen die befragten Streikenden, dass es für sie gute Gründe gibt, Berufskraftfahrer zu sein. Copyright: Pexels
Nadine Bradl

Überraschend positiv äußern sich viele der derzeit streikenden und vorwiegend aus Osteuropa stammenden Männer in Gräfenhausen. Die Wirtschaftsmacher haben diese auf der A5-Raststätte besucht und auch einmal grundsätzlich zu ihrer Einstellung zu ihrer beruflichen Tätigkeit befragt. Die Antworten zeigen, dass es neben einer (im Normalfall) fairen und pünktlichen Bezahlung weitere gute Gründe gibt, Berufskraftfahrer zu werden: 

Pulat: „Ich kann kostenlos durch Europa reisen.“

Fayzullo: „Ich verdiene mehr als die Lehrer in unserem Land.“

Kairat: „Ich liebe es, durch Europa zu reisen und sehe jeden Tag die schönsten Städte.“

Shukhrat: „Der Beruf ist sehr männlich, ich fahre gerne mit einem großen Lkw und sitze gerne hinterm Steuer. Es ist mein Hobby und mein Beruf zugleich.“

Sanjar: „Ich mag meinen Beruf sehr, auch wenn es gerade etwas schwierig ist.“

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Fachkräfte dringend gesucht!

Zwischen 70.000 und 100.000 Berufskraftfahrer:innen fehlen derzeit in Deutschland, Verbände wie der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) oder der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V. (BDE) schlagen Alarm.

„Der Arbeitsmarkt ist leergefegt, eine kurzfristige Besserung kaum in Sicht“, erklärt Frauke Heistermann, Sprecherin der Initiative Die Wirtschaftsmacher. „Umso wichtiger ist, dem Fachkräftemangel in Transport und Logistik mit beruflichen Perspektiven zu begegnen. Es wartet die vielfältige und meist internationale Arbeit in einem systemrelevanten und zunehmend digitalen Wirtschaftsbereich. Für Berufs- und Quereinsteiger sowie für Wechselwillige. Für Menschen, die etwas bewegen wollen.“

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