GLS Germany: Paketversand per Bahn im Test mit Kombiverkehr

GLS und Kombiverkehr schicken bis Ende Januar 2023 täglich einen Container mit Paketen mit dem Zug von Nürnberg nach Hannover.

Bei der Verwirklichung des Pilotprojekts arbeitet GLS mit der Kombiverkehr KG zusammen, einem Anbieter intermodaler Verkehre in Deutschland und Europa. | Bild: GLS
Bei der Verwirklichung des Pilotprojekts arbeitet GLS mit der Kombiverkehr KG zusammen, einem Anbieter intermodaler Verkehre in Deutschland und Europa. | Bild: GLS
Nadine Bradl
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

In einem Pilotprojekt will der Paketdienstleister GLS Germany bis Ende Januar 2023 täglich bis zu 1.000 Pakete mit dem Zug von Nürnberg nach Hannover verschicken. Der Paketversand per Schiene sei Teil der unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsstrategie „Klima Protect“. An einer Ausweitung auf zusätzliche Strecken in Deutschland werde bereits gearbeitet.

„Die Überlegungen gab es schon lange, entsprechend genau haben wir dieses Pilotprojekt ausgearbeitet“, so die für den Norden Deutschlands zuständige GLS-Regionalleiterin Melanie Menkhaus. „Wir erhoffen uns nach kleineren Pilotversuchen in früheren Jahren vor allem neue Erkenntnisse und Messwerte hinsichtlich des emissionsarmen Langstreckentransports unserer Pakete.“

Bei der Verwirklichung des Pilotprojekts arbeitet GLS mit der Kombiverkehr KG zusammen, einem Anbieter intermodaler Verkehre in Deutschland und Europa. Das Frankfurter Unternehmen ermöglicht GLS die Buchung freier Stellplätze für einzelne Container, die klimafreundlich über das Schienennetz transportiert werden.

„Bereits mit dem Rundlauf von einem Container mit einem Ladegewicht von sechs Tonnen werden auf den 440 Schienenkilometern zwischen Hannover und Nürnberg bei 100 Prozent Elektrotraktion 350 Kilogramm CO2 eingespart. Hochgerechnet auf das Jahr entspricht dies rund 85 Tonnen Kohlendioxid, die nicht emittiert werden“, so Kombiverkehr-Geschäftsführer Alexander Ochs. 

Die Strecke zwischen Nürnberg und Hannover wurde als Teststrecke gewählt, weil sowohl am Start- als auch am Zielpunkt umliegende GLS-Depots unmittelbar erreichbar sind. Verladen werden derzeit noch ausschließlich zeitunkritische Sendungen. Die Traktion des Zuges übernimmt die DB Cargo AG.

Neben der Inbetriebnahme von Paketstationen und dem flächendeckenden Einsatz von E-Fahrzeugen sowie mit alternativen Antriebsarten könnte der Schienen-Versand zum langfristigen Standbein der Nachhaltigkeits-Ambitionen von GLS werden.

 „Das Thema Nachhaltigkeit spielt für unsere Kunden und Partner eine immer größere Rolle. Gepaart mit unseren eigenen Nachhaltigkeitszielen tragen wir dieser Entwicklung Rechnung, gehen gerne innovative Wege und kommen unserer Verantwortung für die Gesellschaft nach“, so Achim Dünnwald, Chief Operating Officer von GLS.

GLS will nach eigenem Bekunden bis 2045 emissionsfrei sein.

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