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Geotab-Umfrage Telematik: Bei Lkw Standard, bei Vans weniger

In Pkw-Fuhrparks werden kaum digitale Flottenlösungen eingesetzt, bei Vans knapp ein Drittel, in Lkw-Fuhrparks dagegen sind Telematik-Anwendungen die Regel. Besondere Herausforderung ist die gleichzeitige Umstellung auf Elektromobilität in den Flotten.

Licht und Schatten: In Lkw-Fuhrparks ist Telematik längst Standard, in Pkw-Flotten dagegen die Ausnahme. | Foto: Geotab
Licht und Schatten: In Lkw-Fuhrparks ist Telematik längst Standard, in Pkw-Flotten dagegen die Ausnahme. | Foto: Geotab
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der kanadische Telematiksoftwarespezialist Geotab hat in einer aktuellen Umfrage unter 220 deutschen Fuhrparkleitern ermittelt, dass mehr als zwei Drittel der Unternehmen keine digitale Flottenmanagement-Lösung im Einsatz haben. Zudem stellte man fest, dass Fahrzeugmanagement vielfach noch mit Tabellenkalkulation (44 Prozent) oder Papierprotokollen (19 Prozent) bewerkstelligt wird. In puncto Digitalisierung bestehe bei deutschen Flotten also noch großer Nachholbedarf, urteilt der Anbieter und sieht dafür bessere Aufklärung und ein Verständnis für die Chancen, die ein digitalisiertes Flottenmanagement bieten kann, als Voraussetzungen.

Allerdings sei bei der Beurteilung die Art der Fahrzeuge entscheidend. Betrachtet man Flotten, die überwiegend (>50 Prozent) aus LKW bestehen, ergibt sich ein komplett anderes Bild: 87 Prozent der untersuchten Unternehmen aus diesem Segment nutzen Telematik. Bei Flotten, die zur Mehrzahl aus Transportern bestehen nutzen immerhin noch 26 Prozent Telematik, während es bei PKW-dominierten Fuhrparks lediglich 14 Prozent sind.

„Die Diskrepanz zwischen den einzelnen Fahrzeugarten ist sicherlich auf die Pflicht zur Lenkzeitenerfassung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zurückzuführen. Dennoch sollte man Telematik nicht nur als Ersatz für den Tachographen sehen. Moderne Lösungen können heute vielmehr leisten und bieten einen Mehrwert abseits der gesetzlichen Dokumentationspflichten. Kraftstoffeinsparung, optimierte Routenplanung und verbesserte Fahrsicherheit sind nur einige davon", wirbt Klaus Böckers, Vice President Nordics, Central & Eastern Europe bei Geotab.

Für den PKW-Bereich werde besonders die Umstellung auf Elektroautos eine Herausforderung werden. Hier könnten Telematiklösungen wertvolle Hilfestellung biete, einmal bei der Evaluation, welcher Teil der Fahrzeugflotte elektrifiziert werden könnte und später bei der Nutzung, insbesondere beim Lademanagement und bei der Routenplanung. für eine Elektrifizierung eignen und später bei der sorgfältigen Routenplanung, plädiert Böckers weiter.

Was motiviert Unternehmen? Was hält sie ab?

Die Telematiknutzer unter den Befragten sehen den größten Vorteil in einer verbesserten Routenplanung (66 Prozent Zustimmung). Darauf folgt Kostenreduktion mit 64 Prozent Zustimmung und die effizientere Verwaltung der Fahrzeuge (52 Prozent Zustimmung).

„Wir haben uns für die Nutzung von Telematik in unserem Unternehmen entschieden, um den Einsatz unserer Service-Flotte effektiver zu gestalten. Es ist kein Tool, um unsere Mitarbeiter auf Fahr- oder Arbeitszeiten zu kontrollieren, sondern hilft uns täglich bei unternehmerischen Entscheidungen zum Einsatz unserer Ressourcen. So haben wir die Fahrzeuge zum Beispiel durch das aktive GPS-Tracking im Blick, um bei Noteinsätzen oder zusätzlichen Kundenanfahrten kurzfristig zu disponieren, welches Fahrzeug mit dem entsprechenden Mitarbeiter zum Einsatz kommen kann. Zusätzlich hilft uns die Auslese von Fehlercodes dabei, die Leistung der Fahrzeuge zu kontrollieren und somit möglichen Ausfällen vorzubeugen”, kommentiert Stefan Schleicher, Geschäftsführer bei Schleicher AUSBAU.

Unternehmen, die die Telematiknutzung evaluieren würden sich dadurch vor allem eine verbesserte Wartung ihrer Fahrzeuge erhoffen (71 Prozent Zustimmung). Mit jeweils 62 Prozent Zustimmung sind Hilfe bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben und optimierte Routenplanung ebenfalls wichtige Aspekte. Für Unternehmen, die keine Telematik nutzen und dies auch nicht in Betracht ziehen, sind vor allem die folgenden Gründe ausschlaggebend: Die eigene Flotte wird als zu klein eingeschätzt (53 Prozent Zustimmung) und es gibt Bedenken bezüglich des Datenschutzes oder Überwachung von Fahrern (29 Prozent Zustimmung). Außerdem werde in einer Telematiklösung kein Mehrwert erkannt, beziehungsweise die Befragten sind sich nicht sicher, dass sich die Lösung rentiert (21 Prozent Zustimmung).

Förderung spielt keine Rolle

Finanzielle Anreize der Regierung rund um die Digitalisierung von Flotten scheinen für deutsche Unternehmen hingegen keine Rolle zu spielen, denn nur 8 Prozent gaben an, dass dieser Aspekt ihre Entscheidung beeinflusste.

„Diese Ergebnisse zeigen uns, dass wir als Anbieter in einigen Bereichen noch Aufklärungsarbeit leisten müssen. Man muss keinen großen Fuhrpark aus LKWs besitzen, um einen Mehrwert aus Telematik ziehen zu können. Vielmehr glauben wir, dass sich beispielsweise im Zuge der Elektrifizierung die Technologie als essentiell für E-Auto Fuhrparks erweisen wird“, ergänzt Böckers.

Die ausgereifte Sensorik moderner Fahrzeuge biete bisher unbekanntes Potential, für Datenanalysen, um beispielsweise Motordrehzahlen oder Tankfüllstände remote zu erfassen. Um auch in Zukunft im umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Transportunternehmen umfassend digitalisieren – und Digitalisierung findet heute nicht mehr nur am Schreibtisch, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette statt, so das Plädoyer.

Von diesen Daten profitieren Unternehmen am meisten Telematikanwender halten Streckendaten für den größten Nutzen ihrer jeweiligen Lösung (84 Prozent Zustimmung), gefolgt von Informationen über das Fahrerverhalten wie Brems- und Beschleunigungsvorgänge (63 Prozent). Mit 55 Prozent Zustimmung werden Kraftstoffverbrauchsdaten ebenfalls als wichtig eingestuft. Desweiteren gaben 69 Prozent an, dass die gewonnenen Daten in erster Linie auch dazu genutzt werden, um Routen besser zu planen. Ebenfalls einen großen Stellenwert in der Datennutzung haben Berichterstellung und Kostenoptimierung (65, bzw. 63 Prozent Zustimmung).

Viele Nutzen die vorhandenen Daten gar nicht

Allerdings nutzen etwa ein Viertel (26 Prozent) der befragten Telematikanwender ihre Daten nur teilweise oder gar nicht. Offenbar können auch nicht alle eingesetzten Lösungen den Umfang an Daten liefern, den die Nutzer gerne hätten. Als zusätzliche Informationen, die der Spezialist bereits liefert, aber die in anderen Lösungen noch nicht enthalten sind, wünschen sich Unternehmen Daten zum Fahrzeugstatus, also ob es gerade fährt, sich im Leerlauf befindet oder parkt, (36 Prozent) zum Kraftstoffverbrauch (33 Prozent) und zur Nachhaltigkeit der eigenen Flotte (32 Prozent). So ist zwar ein Drittel der deutschen Unternehmen und Fuhrparkleiter bereit, den Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit und Elektrifizierung zu gehen, es gibt aber auch hier noch eindeutig Raum für Verbesserung.

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