Gehaltsreport 2020: Verdienstchancen nicht gestiegen

Laut den aktuellen Ergebnissen der Job-Matching-Plattform BirdieMatch sind die Anforderungen von Lkw-Fahrern in der Logistikbranche gestiegen – die Gehälter allerdings nicht.

Lkw-Fahrer erhalten in Deutschland mit durchschnittlich 2.614 Euro im Monat nicht den Verdienst, den sie beim Bewerbungsgespräch gefordert haben. Foto: Pixabay
Lkw-Fahrer erhalten in Deutschland mit durchschnittlich 2.614 Euro im Monat nicht den Verdienst, den sie beim Bewerbungsgespräch gefordert haben. Foto: Pixabay
Daniela Kohnen

Der „Gehaltsreport 2020“ der Job-Matching-Plattform BirdieMatch zeigt, dass sich Fach- und Führungskräften, insbesondere Lkw-Fahrer und Lagermitarbeiter, in der Logistikbranche oftmals ein höheres Gehalt wünschen, als sie später tatsächlich erhalten.

Für die Studie wurden vom Hamburger Arbeitsvermittler bereits zum dritten Mal die aktuellen Verdienste der Logistikberufe analysiert. Ausgewertet wurden dabei 25.000 Datensätzen der 2015 gegründeten Job-Matching-Plattform für Logistiker, die Arbeitssuchende und Arbeitgeber nach dem Prinzip der Partnerbörsen zusammenbringt.

Demnach bleiben die Verdienstangebote der Unternehmen im Durchschnitt deutlich hinter den Erwartungen der Fachkräfte zurück – trotz wachsender Job-Anforderungen. BirdieMatch Geschäftsführer Bernd Vögele:

„Obwohl die Logistik unter einem massiven Fachkräftemangel leidet, verbessern sich die Verdienstchancen in vielen Berufen nicht wesentlich. Bis auf wenige Leitungsfunktionen, die heute besser bezahlt werden, beobachten wir nach wie vor eine große Diskrepanz zwischen Wunschgehalt und dem Gehaltsangebot der Arbeitgeber.“

So erhalten Lkw-Fahrer laut der aktuellen Studie im Durchschnitt ein Monatsgehalt von 2.614 Euro. Die Forderungen liegen allerdings mit monatlich 2.833 Euro deutlich höher. Ähnlich sieht die Situation bei den Lagermitarbeitern aus, die derzeit auf einen monatlichen Verdienst von 2.380 Euro kommen, aber ein Wunschgehalt von 2.702 Euro anstreben.

In einzelnen Berufsgruppen besteht hingegen nicht nur ein Fachkräftemangel, sondern auch die Bereitschaft der Arbeitgeber, die Tätigkeiten und Fachkenntnisse auch gut zu bezahlen. So wird laut BirdieMatch zum Beispiel in der Disposition ein spezielles Know-how unterschiedlich bewertet. Fachkenntnisse im Seeverkehr werden mit 39.700 Euro pro Jahr besser vergütet als Erfahrungen im Landverkehr mit 38.101 Euro oder in der Luftfracht mit durchschnittlich 36.739 EUR.

Umgekehrt versuchen Logistikunternehmen Bewerbungskandidaten auch mit Zusatzleistungen zu gewinnen. So übertreffen die Unternehmen laut der Job-Matching-Plattform hierbei sogar die Wünsche der Arbeitssuchenden. Mit 43,6 Prozent der Arbeitgeber bieten fast die Hälfte der Logistiker Fort- und Weiterbildungsangebote an, obwohl diese lediglich von 16,2 Prozent der Bewerber gewünscht ist.

Hingegen sind für 21,3 Prozent der Jobwechsler flexible Arbeitszeiten wichtig, die wiederum lediglich 33,3 Prozent der Logistiker anbieten. Ein Firmenwagen wird – meistens für Führungskräfte – von 15,8 Prozent der Unternehmen bereitgestellt und auch von 13,5 Prozent der Kandidaten gern gesehen.

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