Fraport: Masterplan CargoHub steht

Der Flughafenbetreiber plant ein umfassendes Investitionspaket für den Frachtstandort Frankfurt. Die zentralen Eckpfeiler: Digitalisierung und Prozessinnovation, Flächenoptimierung sowie Flächenentwicklung.

Fraport will den Luftfrachtstandort Frankfurt strategisch weiterentwickeln. Auf dem ehemaligen Ticona-Gelände soll beispielsweise der neue LogistikHub West entstehen. Foto: Fraport
Fraport will den Luftfrachtstandort Frankfurt strategisch weiterentwickeln. Auf dem ehemaligen Ticona-Gelände soll beispielsweise der neue LogistikHub West entstehen. Foto: Fraport
Daniela Sawary-Kohnen

Fraport will den Standort Frankfurt nach eigenen Angaben strategisch auf das prognostizierte Wachstum im Luftfrachtmarkt ausrichten. Getrieben vom wachsenden Welthandel werde das Cargo-Geschäft weltweit und in Europa mittel- bis langfristig weiter zunehmen, hieß es aus dem Unternehmen.

Davon ausgehend, dass sich der Frankfurt CargoHub proportional mit den Bedarfen des Markts entwickele, erwarte man für den Standort 2040 ein Luftfrachtaufkommen von über drei Millionen geflogenen Tonnen. Das wäre dann ein Plus von rund 50 Prozent gegenüber dem bisherigen Höchstwert von 2021. Dr. Pierre Dominique Prümm, Vorstand Aviation und Infrastruktur der Fraport AG:

„Angesichts des zu erwartenden Wachstums und der sich verändernden Anforderungen ist jetzt der richtige Zeitpunkt für ein umfassendes Innovations- und Investitionspaket. Wir entwickeln den Standort nachhaltig entlang der tatsächlichen Nachfrage weiter. Dafür haben wir den Masterplan CargoHub erarbeitet. Damit stellen wir den Frankfurt CargoHub für die Zukunft auf und setzen klare Impulse für den Wirtschaftsstandort Hessen in der Mitte Deutschlands und Europas.“

Drei Säulen des Masterplans
Dabei solle der Standort dauerhaft Europas CargoHub Nummer eins bleiben, gemessen am umgeschlagenen Fracht-Volumen. Der Masterplan umfasst demnach die drei zentralen Initiativen Digitalisierung & Prozessinnovation, Flächenoptimierung und Flächenentwicklung zur Weiterentwicklung des Standorts.

Fraport setzt demnach auf umfassend digitalisierte Prozesse, um die Effizienz weiter zu steigern und eine einfache, reibungslose und transparente Logistik zu ermöglichen. Eine zentrale Maßnahme soll das Cargo-Community-System sein, dessen datengestützte Dashboards und Analysen den teilnehmenden Unternehmen Einblicke in Echtzeit und intelligente Steuerungsmöglichkeiten geben sollen. Für dessen Weiterentwicklung haben Fraport und Dakosy das Joint Venture Allivate gegründet. Um die digitale Transformation im Bereich Cargo weiter zu beschleunigen, gibt es demnach bereits eine mit der Cargo Community abgestimmte Roadmap.

Zudem will man vorhandene Flächen in der CargoCity Süd umgestalten und weiterentwickeln. Flugbetriebsflächen und Frachtflächen sollen so getauscht werden, dass 43.000 Quadratmeter zusätzliche Luftfrachtfläche mit direkter Anbindung an das Vorfeld sowie 20.000 Quadratmeter zusätzliche Flächen für Ground Handling und Sonderabfertigungen entstehen.

Die vorgesehenen 18 Flugzeugpositionen sollen dabei in Zukunft in neuer Anordnung zur Verfügung stehen. Dazu steht Fraport nach eigenen Angaben in intensivem Austausch mit den zuständigen Genehmigungsbehörden und will das notwendige Planänderungsverfahren zeitnah anstoßen.

Gültiger Bebauungsplan und LogistikHub West

Mit Blick auf das wachsende Frachtaufkommen plant Fraport zudem, die Kapazitäten für luftfrachtaffines Speditionshandling zu erweitern. Auf dem ehemaligen Ticona-Gelände im Westen des Flughafens soll unter der Vision einer nachhaltigen, digitalisierten und smarten Infrastruktur der neue LogistikHub West entstehen.

Die Entwicklung soll laut Fraport in zwei Schritten erfolgen. Ab 2028 sollen Speditionsanlagen mit bis zu 150.000 Quadratmetern Hallenfläche rund 250.000 Quadratmetern Grundstücksfläche zur Verfügung stehen. Hinzukommen sollen Betriebsanlagen für weitere Flughafenfunktionen auf 35.000 Quadratmetern.

Grundlage für diese Planungen ist der für die Fläche bereits gültige Bebauungsplan. Durch die räumliche Nähe zur Landebahn Nordwest biete der Standort das Potenzial für eine luftseitige Anbindung an das Flughafengelände. Zusätzlich bestehe die Möglichkeit, den LogistikHub West langfristig ab 2030 zu einem Trimodal Hub mit Anbindung an Straße, Schiene und Luftverkehr weiterzuentwickeln. Dietmar Focke, Vorstand Operations der Lufthansa Cargo AG und Mitglied im Vorstand des Air Cargo Community Frankfurt e. V.:

„Wir begrüßen die geplanten Maßnahmen, weil sie Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Branche anbieten. In der Community wächst der Bedarf nach mehr Digitalisierung und Automatisierung. Gerade für das wachsende E-Commerce-Geschäft braucht es schnelle, digitale Prozesse. Mit einer Investitionssumme von 500 Millionen Euro bei der Modernisierung unserer Infrastruktur vor Ort und der Bestellung weiterer Frachtmaschinen investiert Lufthansa Cargo massiv in die Präsenz am Hub Frankfurt. Das unterstreicht ganz klar unser Commitment zum Standort.“

Der Masterplan CargoHub ist Teil der Konzernstrategie Fraport.2030.

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