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Forschungsprojekt: MAN entwickelt Grüne-Welle-Assistent

Nach vier Jahren des Forschens im Projekt UR:BAN haben die 31 Entwicklungspartner jetzt ihre Ergebnisse präsentiert. Der beteiligte Nutzfahrzeughersteller MAN hat unter anderem an den Schwerpunkten Grüne-Welle-Assistent und Mensch-Maschine-Schnittstelle mitgewirkt.
Im Simulator testete MAN das Anzeigekonzept für den intelligenten Temporegler. (Foto: MAN Truck & Bus)
Im Simulator testete MAN das Anzeigekonzept für den intelligenten Temporegler. (Foto: MAN Truck & Bus)
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Redaktion (allg.)

Im Teilprojekt „Vernetztes Verkehrssystem“ hat MAN einen Grüne-Welle-Assistenten entwickelt. Dieser kann die Grünphasen von Ampeln optimal nutzen. Das spare Kraftstoff und senke den Verschleiß. „Vorausschauendes Fahren spart Kraftstoff – besonders gilt dies für Lkw und Busse, denn es erfordert viel Energie, einen 40-Tonner aus dem Stillstand auf 50 km/h zu beschleunigen. Man kann viel Kraftstoff sparen, indem man das Fahrzeug so rollen lässt, dass ein Anhalten und wieder Anfahren unnötig wird. Genau dies kann der Grüne-Welle-Assistent im Zusammenspiel mit einer geeigneten Verkehrsinfrastruktur leisten“, erklärt Karlheinz Dörner, Abteilungsleiter für Fahrerassistenzsysteme im Bereich Engineering Research der MAN Truck & Bus.

Kern des Assistenten ist ein Bordrechner, der aus Informationen über die Ampelschaltungen auf der Route eine energiesparende Fahrstrategie errechnet. Die Schaltzeitprognose der Ampelanlagen fragt das Fahrzeug über Mobilfunk von einem Server ab. Aus den empfangenen Daten errechnet es die Strategie für ein optimales Erreichen der Grünphasen der Ampeln auf der geplanten Strecke. Das System könne dazu mehrere Ampeln auf der Route vorausblicken, und beispielsweise auch einen Halt als energiesparendste Option einplanen, wenn eine Grünphase nicht sinnvoll erreichbar ist.

Einziger Haken: Die Infrastruktur muss für solche neuen Aufgaben aufgerüstet werden. Die damit verbundenen Aspekte hat UR:BAN ebenfalls bearbeitet, zusammen mit den Modell-Städten Düsseldorf und Kassel. Die Fahrvorführung im realen Stadtverkehr in Düsseldorf nutzt eine solche Server-Infrastruktur.

Ein weiteren Teilprojekt trug den Titel "Mensch im Verkehr". Die MAN-Forscher haben hier ein Anzeige- und Bedienkonzept für einen sogenannten intelligenten Temporegler entwickelt. Ein solches System kann mittels digitaler Karten und Kommunikation mit der Infrastruktur die für das Fahrzeug auf der Fahrstrecke relevanten Daten und Ereignisse erfassen, beispielsweise Tempolimits und Ampelphasen, Kurven und Abbiegungen. Abhängig davon kann ein solcher Assistent die kraftstoffsparendste Fahrstrategie auf der Route berechnen und die Geschwindigkeit regeln. Das System „blickt“ also weiter voraus als der Fahrer. Beispielsweise kennt das System bereits ein Stoppschild hinter der Kurve, bevor es der Fahrer sehen kann, und lässt den Lkw entsprechend früh ausrollen. Oder das Fahrzeug fährt auf eine rote Ampel zu ohne die Geschwindigkeit zurückzunehmen, weil es weiß, dass die Ampel in den nächsten Sekunden auf grün schalten wird.

Die Forscher ermittelten dazu mit Berufskraftfahrern im Fahrsimulator den Informationsbedarf in den oben beschriebenen Fahrsituationen. Ergebnis ist ein Anzeigekonzept, das MAN in einer begehbaren Lkw-Kabine in Düsseldorf gezeigt hat. In dem Anzeigekonzept tritt an die Stelle analoger Armaturen ein vollflächig gestaltbares digitales Display.

(tpi)
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