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Forschung: Fahrersitz reagiert auf Handgesten

Fraunhofer-Forscher haben gemeinsam mit dem Nutzfahrzeug-Sitz-Hersteller Isringhausen einen Fahrersitz entwickelt, der sich über einfache Handbewegungen schnell in Form und Position anpassen lässt.
Einen Fahrersitz der auf Handgesten reagiert haben Fraunhofer-Forscher gemeinsam mit dem Nutzfahrzeug-Sitz-Hersteller Isringhausen entwickelt. (Foto: Isringhausen GmbH)
Einen Fahrersitz der auf Handgesten reagiert haben Fraunhofer-Forscher gemeinsam mit dem Nutzfahrzeug-Sitz-Hersteller Isringhausen entwickelt. (Foto: Isringhausen GmbH)
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Christine Harttmann
Langes Sitzen und wenig Bewegung gehören für Berufskraftfahrer zum Arbeitsalltag. Durchschnittlich neun Stunden pro Tag verbringen sie in der Fahrzeugkabine. Als Folge haben viele Fahrer irgendwann Probleme mit dem Rücken. Krankenkassen konnten in Untersuchungen nachweisen, dass ein Fahrersitz, der in Form und Position auf die Person am Steuer angepasst ist, Rückenleiden effektiv entgegenwirken kann. Zwar verfügen die meisten Lkw-Sitze über eine große Auswahl an Einstellmöglichkeiten – diese werden aber von einem Großteil der Fahrer nur sporadisch genutzt, da die Bedienung komplex ist und die Zeit für eine korrekte Einstellung oftmals fehlt.

Ein neues, intuitives Bedienkonzept soll dies ändern: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC in Würzburg haben in Kooperation mit Isringhausen einen Fahrzeugsitz entwickelt, der sich intuitiv über Gesten justieren lässt. „Wir nutzen dazu eine sensorbasierte Gestensteuerung im Fahrersitz“, erklärt Johannes Ehrlich vom Center Smart Materials (CeSMa) des Fraunhofer ISC. „Mit Hilfe einfacher Handbewegungen kann der Fahrer den Sitz vor und zurück sowie nach oben und unten fahren. Außerdem kann er auf die gleiche Weise die Neigung der Oberschenkelstütze und der Rückenlehne individuell einstellen.“

Der Nutzer muss einen bestimmten Punkt an der Seitenabdeckung kurz drücken um die Gestensteuerung zu aktivieren. Durch mehrmaliges Drücken lassen sich über diesen Punkt auch Sitzpositionen abspeichern.

Um den Sitz einzustellen, führt der Fahrer entlang der Seitenabdeckung kurze Handbewegungen aus. Man könne sich das in etwa vorstellen wie das „Wischen“ bei Touchscreens, erklären die Forscher. Das heißt, er muss die Abdeckung dabei leicht berühren. Je nach Bewegungsrichtung der Geste (hoch-runter, vor-zurück oder diagonal) werden die einzelnen Sitzelemente angepasst. Hat der Bediener seine Einstellungen vorgenommen, endet die Gestensteuerung automatisch, sobald die Hand sich aus dem Sensorbereich entfernt. Über eine aufleuchtende LED erhält der Fahrer die Rückmeldung, ob seine Gesten erfasst werden konnten.

Einen ersten Prototypen des Sitzes haben die Wissenschaftler bereits gebaut. Er wird dieses Jahr unter anderem auf der IAA in Frankfurt vorgestellt.

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