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Ford/VW: Erweiterte Kooperation im Bereich Elektrifizierung und Autonomes Fahren

Die Hersteller VW und Ford vertiefen ihre intensive Zusammenarbeit über die bereits bestehende gemeinsame Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen hinaus. Zusammen mit Ford investiert VW in die auf Software für autonomes Fahren spezialisierte Firma Argo AI.

Volkswagen CEO Dr. Herbert Diess (li.) und Ford-Präsident sowie -CEO Jim Hackett: Beide Unternehmen Ford/Volkswagen sind künftig gemeinsam elektrisch, autonom und gewerblich unterwegs. (Foto: Ford)
Volkswagen CEO Dr. Herbert Diess (li.) und Ford-Präsident sowie -CEO Jim Hackett: Beide Unternehmen Ford/Volkswagen sind künftig gemeinsam elektrisch, autonom und gewerblich unterwegs. (Foto: Ford)
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Anna Barbara Brüggmann
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die Automobilhersteller VW und Ford erweitern und konkretisieren ihre Zusammenarbeit. Wie genau die Kooperation ausgestaltet wird, haben die beiden Unternehmen jetzt bekanntgegeben. Die Wolfsburger investieren zusammen mit Ford in das auf Softwareplattformen für autonomes Fahren spezialisierte Unternehmen Argo AI und halten gleiche Anteile. Deren Unternehmenswert steigt damit auf geschätzt mehr als 7 Milliarden Dollar.

Man wolle damit unabhängig voneinander das Self-Driving System von Argo AI in eigene Modelle integrieren und damit eine große weltweite Skalierung erreichen, heißt es zur Begründung. Vor allem in komplexen urbanen Szenerien soll mit den frischen Geldern die Entwicklung vorangetrieben werden.

Durch die weltweite Präsenz beider Hersteller böte Argo AI zudem die Möglichkeit, die Technologie in weiteren Märkten einzusetzen. Die Hersteller wollen das SDS des US-Softwarspezialisten in eigenen Fahrzeugen unabhängig voneinander nutzen, um die jeweiligen Mobilitätsdienste der beiden Unternehmen auszubauen.

Das System soll vollautomatisiertes Fahren nach SAE Level 4 ermöglichen und insbesondere Ridesharing und Lieferdiensten in Innenstädten neue Möglichkeiten durch vollautomatisierte Fahrzeuge eröffnen, skizzieren die Anbieter weiter. Volkswagen seine Tochtergesellschaft Autonomous Intelligent Driving (AID) einbringt, die mit 1,6 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Der AID Standort in München wird zum europäischen Hauptsitz von Argo AI und wird von Karlheinz Wurm geleitet, gegenwärtig CEO bei AID.

Darüber hinaus werden die US-Amerikaner den Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) von VW für, wie es heißt, mindestens ein emissionsfreies, in Köln entwickeltes Volumen-Modell nutzen, das ab 2023 in Europa angeboten werden soll. Durch den Zugang zu der bereits von VW skalierten E-Architektur will Ford sein Fahrzeug-Portfolio schneller ausbauen. Ford rechnet mit mehr als 600.000 verkauften Fahrzeugen innerhalb von sechs Jahren in Europa.

Darüber hinaus prüft man ein zweites Modell auf MEB-Basis für den europäischen Markt. Insgesamt könnte auch das doppelte an Volumen entstehen. Die Wolfsburger wollen den MEB zum Industriestandard machen. VW hatte sieben Milliarden US-Dollar in den MEB investiert, Ford steckt inklusive des MEB-Invests weltweit 11,5 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung seiner Palette, die derzeit nur aus vereinzelten Hybrid-Modellen besteht.

Darüber hinaus plant Ford ab 2022 für den europäischen Markt die Entwicklung und Produktion von größeren Transportern für beide Unternehmen, während Volkswagen dann für beide Partner einen City Van auf den europäischen Markt sowie ausgewählte Märkte weltweit bringen wird.

Damit wäre der noch jung im Produktzyklus stehende, technologisch derzeit führende VW Crafter obsolet. Bereits beschlossen war, dass Ford die nächste Generation von Pick-ups für beide Hersteller entwickelt, die 2022 auf den Markt kommen soll. Man geht von steigender Nachfrage bei Vans wie bei den "offenen Transportern" aus.

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