Ford: Renn-Elektro-Van auf dem Pikes Peak

Ein vollelektrischer Renn-Transit nimmt am Pikes Peak International Hill Climb in den USA teil. Mit 2.000 PS Power will sich Rennfahrer Romain Dumas ganz nach vorne heranpirschen...

Der SuperVan 4 wird von Rennfahrer Romain Dumas pilotiert. (Foto: Ford Motor Company)
Der SuperVan 4 wird von Rennfahrer Romain Dumas pilotiert. (Foto: Ford Motor Company)
Anna Barbara Brüggmann
(erschienen bei VISION mobility von Thomas Kanzler)

Der Pikes Peak International Hill Climb (PPIHC), auch Race To The Clouds genannt, ist ein legendäres Bergrennen auf den über 4.300 Meter hohen Granitgipfel in den Rocky Mountains im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado. Der Start liegt auf 2.862 Metern Höhe. Auf einer Renndistanz von 19,99 Kilometern (12,42 Meilen) müssen die Piloten 156 Kurven und einen Höhenunterschied von 1.440 Metern bewältigen. Diesjähriger Termin für die 101. Auflage dieses Spektakels ist Sonntag, der 25. Juni.

Ford Performance wird mit dem vollelektrischen SuperVan 4 antreten, der eine Leistung von rund 2.000 PS entwickelt. Am Steuer: Der 45-jährige Romain Dumas. Die französische Motorsportikone konnte bereits drei Siege in Le-Mans einfahren und hat zudem schon mehrere Rekorde mit Elektrofahrzeugen aufgestellt. Es wird Dumas' insgesamt neunter Auftritt beim Pikes Peak International Hill Climb sein, erstmals war er dort 2012 angetreten.

Bei diesem spektakulären Bergrennen mit 156 Kurven, das erstmals 1916 ausgetragen wurde, haben in der Vergangenheit zahlreiche Ford-Fahrzeuge teilgenommen - angefangen beim Ford Model-T, das 1916 die Ziellinie auf 4.302 Metern nach 28 Minuten und drei Sekunden erreichte, bis hin zu Ford Mustangs der aktuellen Generation - darunter ein Mustang Shelby GT500SE, der 2022 zum Einsatz kam.

„Die neue Generation von Ford-Elektrofahrzeugen passt perfekt zu diesem Bergrennen", sagt Dumas. „Die dünne Luft in größerer Höhe limitiert die Leistung von Verbrenner- Fahrzeugen. Anders der vollelektrische SuperVan 4, der seine Leistung weitgehend unabhängig vom Sauerstoffgehalt und den Luftdruckverhältnissen in diesen Höhen abliefert".

Im Laufe der Pikes Peak-Jahrzehnte haben mehrere weltbekannte Fahrer am Steuer von Ford-Fahrzeugen gesessen - von Curtis Tanner und Parnelli Jones in den 1960er Jahren bis hin zum kürzlich verstorbenen Ken Block, der im Rahmen von Climbkhana den Pikes Peak gestürmt hat. Der SuperVan 4 mit Romain Dumas am Steuer soll nun die traditionsreiche Geschichte von Ford beim PPIHC fortschreiben und einen neuen Rekord für Elektrofahrzeuge aufstellen.

„Der Pikes Peak International Hill Climb ist der perfekte nächste Schritt für Ford Performance und die ideale Herausforderung für den vollelektrischen SuperVan 4. Sowohl das Rennen selbst also auch die Ford-Rennfahrzeuge haben eine lange Tradition, die die Fantasie von Rennsportfans auf der ganzen Welt beflügelt", sagt Mark Rushbrook, Global Director, Ford Performance Motorsports. „Außerdem es ist an der Zeit, unsere vollelektrische Antriebstechnologie bei anspruchsvollen Wettbewerben wie diesem gegen Performance-Fahrzeuge anderer Hersteller antreten zu lassen".

SuperVan 4: Vier Elektromotoren, rund 2.000 PS Leistung

Ford möchte nach eigenen Angaben mit dem SuperVan 4 ein neues Kapitel in der langen und legendären Geschichte seiner spektakulären Ford Transit-Showcars aufschlagen: Vier Elektromotoren, eine flüssigkeitsgekühlte 50-kWh-Batterie und ein maßgeschneidertes Antriebs-Management sollen eine maximale Spitzenleistung von rund 2.000 PS sowie eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in zwei Sekunden ermöglichen. Weitere Merkmale sind eine Karosserie aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff, ein Überrollkäfig gemäß FIA-Vorgaben und ein regeneratives Bremssystem.

Ford Design Team aus Köln an der Entwicklung des Supervans beteiligt

Der SuperVan 4, das erste vollelektrisch angetriebene Exemplar dieser einzigartigen Familie von Ultra-Hochleistungs-Nutzfahrzeugen, feierte im vergangenen Juni beim britischen Goodwood Festival of Speed Weltpremiere. An der Entwicklung beteiligt waren das Ford Design-Team in Köln, das Ford Performance Team sowie die Rallye- und Rennfahrzeugspezialisten Stard in Österreich, die auch für die Konstruktion des Fahrzeuges verantwortlich zeichnen. Der SuperVan 4 reizt das Potenzial der vollelektrischen Antriebstechnologie und der erweiterten Konnektivität weit aus.  Er setzt laut Hersteller neue Maßstäbe für die Leistungsfähigkeit der Ford Transit-Transporter-Baureihen.

„Beim Bergrennen im britischen Goodwood konnte sich das Fahrzeug im letzten Jahr bewähren, ebenso bei Erprobungen auf WRC-Asphalt-Etappen. Es ist sehr spannend, den Elektrotransporter nun zu einem der kultigsten Events der Welt zu schicken. Wir von Stard sind stolz darauf, ein Teil von alldem zu sein", so Michael Sakowicz, Geschäftsführer bei Stard.

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