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Ford glaubt an Plug-in-Hybrid im Stadteinsatz

Drei Monate nach der Einführung der "Ultra Low Emissions Zone" (ULEZ) in London sieht der Hersteller das Potenzial von Plug-in-Hybrid-Nutzfahrzeugen im Hinblick auf die Luftqualität in Großstädten bestätigt. 75 Prozent in der City wurde elektrisch gefahren.

Der Transit Custom PHEV soll noch in diesem Jahr in Serie gehen. | Foto: Ford
Der Transit Custom PHEV soll noch in diesem Jahr in Serie gehen. | Foto: Ford
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Anna Barbara Brüggmann
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der Nutzfahrzeughersteller Ford hält den Hybridantrieb im Transporter für eine praktische Option zur Emissionsminderung. Das zumindest legten die Erkenntnisse der eigenen Pilotstudie mit Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in London nahe, die man drei Monate nach der Einführung der Ultra-Low Emissions Zone (ULEZ) gezogen hat. Bei der Studie kamen 20 Ford Transit Custom Plug-in-Hybrid der Vorserie zum Einsatz, die in einen Zeitraum von zwölf Monaten rund 240.000 Kilometer zurücklegten.

Bei dem Praxistest sollte untersucht werden, ob Unternehmen die typischen Aufgabenfelder von dieselgetriebenen Nutzfahrzeugen abdecken können, dabei jedoch mit Plug-in-Hybriden möglichst oft im emissionsfreien Elektromodus fahren. Teilgenommen an dem Projekt hatten neben großen KEP-Dienstleistern, wie DPD auch Unternehmen, wie Addison Lee, Autoglass, British Gas, Clancy Plant, Heathrow Airport, Interserve, Mears Group, Metropolitan Police, Morrison Utility Services, RNLI, Royal Mail, Speedy Services, Sky, Transport for London und Vodafone. Sie sollten einen Querschnitt der städtischen Unternehmen in London repräsentieren und integrierten die PHEV-Transporter in ihren täglichen Betrieb.

"Wir wissen auch, dass Unternehmen nach wie vor Bedenken hinsichtlich der Palette der rein batterie-elektrischen Fahrzeuge sowie ihrer Kosteneffizienz und Zuverlässigkeit haben", erklärte Mark Harvey, Director, Urban Electrified Van Programme den Hintergrund der Ford-Strategie.

Während des Versuchszeitraums legten die Testfahrzeuge 75 Prozent der Fahrten im Zentrum Londons und 49 Prozent der Strecken im Großraum London im reinen Elektromodus zurück. Die Ergebnisse zeigten aus Sicht des Herstellers, dass die Plug-in-Hybrid-Nutzfahrzeuge auch ohne eine flächendeckende Lade-Infrastruktur die Emissionen in der Innenstadt deutlich reduzierten. Der Range Extender (Benzinmotor)  sei nur bei längeren Fahrten genutzt worden.

"Die Rückmeldungen waren überwältigend positiv, die Anwender wollten die Fahrzeuge am liebsten gar mehr zurückgeben", resümierte Harvey den Pilotversuch.

In London werden an einem normalen Wochentag rund 280.000 Fahrten mit Nutzfahrzeugen durchgeführt. Dies entspricht 13 Millionen gefahrenen Kilometer - Tendenz steigend. Leichte Nutzfahrzeuge machten 75 Prozent des innerstädtischen Güterverkehrs aus. Allein in der Londoner Innenstadt sind in Spitzenzeiten mehr als 7.000 Transporter pro Stunde unterwegs, skizziert der Anbieter.

Ein ähnliches Bild will man auch in anderen europäischen Großstädten ermittelt haben, was Ford zum Teil auf das Wachstum des Online-Handels zurückführt. Infolgedessen werden von den Behörden auf dem gesamten Kontinent strengere Emissionskontrollen eingeführt. Die Studie wurde durch einen Zuschuss des von der britischen Regierung finanzierten Advanced Propulsion Centre in Höhe von 4,7 Millionen Pfund unterstützt.

Der Hersteller hat die Erkenntnisse aus dem Versuch mit Prototypenfahrzeugen in die Optimierung der Plug-in Hybrid-Serienmodelle einfließen lassen, die Ende 2019 im Handel sein sollen. Zu den Verbesserungen gehören eine optimierte Motorleistung und überarbeitete Fahrstilempfehlungen. Vorgesehen ist darüber hinaus eine achtjährige Batteriegarantie.

Weitere Feldversuche in Köln und Valencia sollen Daten aus zusätzlichen Städten liefern. Dort kommen Kastenwagen und Personentransporter zum Einsatz. Die Fahrzeuge ermöglichen eine emissionsfreie Reichweite von bis zu 50 Kilometern und nutzen einen 1,0-Liter-EcoBoost-Benzinmotor als Range Extender für eine Gesamtreichweite von mehr als 500 Kilometern. Der relativ kompakte, laderaumneutral verbaute Akku unter dem Fahrzeugboden kann per Standard-Steckdose aufgeladen werden.

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