Flughafen München: Weiterentwicklung des Frachtgeschäfts

Der zweitgrößte deutsche Flughafen plant trotz Corona-Krise weitere Investitionen in das Cargo-Geschäft.

Am Münchner Flughafen soll der Cargo-Bereich weiter ausgebaut werden. Foto: Flughafen München
Am Münchner Flughafen soll der Cargo-Bereich weiter ausgebaut werden. Foto: Flughafen München
Daniela Kohnen

Trotz der schwierigen Situation der Branche will der Flughafen München laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Flughafen München, Jost Lammers, weiter in den Ausbau des Cargo-Geschäfts investieren:

„Neben unserer Drehkreuzanbindung wollen wir den Frachtbereich an unserem Standort weiterentwickeln. Gerade im Bereich E-Commerce und Expressfracht sehen wir großes Potenzial.“

Die Voraussetzungen dafür seien gut, da der Flughafen München in einem attraktiven Fracht-Einzugsgebiet mit wirtschaftsstarken Regionen liege. Mit großen Firmen aus unterschiedlichen Branchen sei München darüber hinaus gut für die Zukunft gerüstet. Der Anteil Süddeutschlands an den Frachtflügen in die Top-15 Nicht-EU-Handelsmärkte, darunter China, USA oder Japan, lag 2019 bei 42 Prozent, erklärte der Flughafen München.

Der Flughafen München treibt Ausbauprojekte wie den Bau von Straßen- und Logistikanbindungen voran, um den Luftfrachtstandort weiter zu stärken. Zuletzt wurden eine neue Lkw-Abstellfläche im Cargo-Bereich sowie das neue Pharma-Hub der Lufthansa Cargo in Betrieb genommen. Darüber hinaus haben DHL Express Deutschland und der Flughafen München 2020 einen Vertrag über die Realisierung eines neuen Frachtgebäudes mit einer Fläche von mehr als 8.000 Quadratmetern abgeschlossen. Die Inbetriebnahme des neuen Gateways, mit dem DHL Express seine heutige Hallenfläche am Münchner Airport versechsfacht, ist für 2022 geplant. Jost Lammers:

„Die Uneinheitlichkeit bei der Ausweisung von Risikogebieten ist eines der größten Probleme der Luftverkehrsbranche. Hier braucht es klare internationale Regeln, damit das Vertrauen der Passagiere wieder wächst und die Branche die Chance erhält, sich zu erholen. Nur so können wieder mehr Interkontinentalflüge angeboten werden, die auch für den Frachttransport eine essentielle Rolle spielen.“

Vor der weltweiten Covid-19 Pandemie war der Flughafen München mit seiner Drehkreuz-Funktion ein wichtiger Bestandteil für den Versand von internationaler Beiladefracht. Durch den Wegfall der Interkontinentalverbindungen und die Reduzierung auf zeitweise nur noch eine internationale Destination musste der Flughafen jedoch auch im Frachtgeschäft starke Einbußen hinnehmen.

Seit dem Tiefstand im April mit einem Rückgang des Frachtumschlags von 82 Prozent habe sich die Luftfrachtentwicklung laut eigenen Angaben wieder leicht erholt. Von April bis Juni hätten vor allem Flüge mit Schutzausrüstung das Cargo-Geschehen am Flughafen München bestimmt. Seither gewinne die Beiladefracht insbesondere durch die Aufnahme von Passage-Interkontinentalflügen wieder zunehmend an Bedeutung. Prof. Dr. Christopher Stoller, Präsident des Aircargo Club Deutschland:

„Die gesamte Luftverkehrsbranche hat in diesen herausfordernden Zeiten ihre Bedeutung für das Aufrechterhalten wichtiger Logistikketten bewiesen. Dennoch hat die Branche mit erheblichen Kapazitätsproblemen zu kämpfen. Aus diesem Grund ist die Beiladefracht in den Passagiermaschinen wichtig. Darüber hinaus leistet sie einen entscheidenden Beitrag, um die Strecken wirtschaftlich zu bedienen.“

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