Flexport: Seefracht dauert länger

Der neu initiierte Indikator des Reederei-Netzwerks zeigt: die Laufzeiten für Frachtcontainer auf dem Seeweg waren noch nie so lang wie jetzt.

 Die Laufzeiten werden immer länger und in den Häfen stapeln sich die Container. (Foto: Pixabay)
Die Laufzeiten werden immer länger und in den Häfen stapeln sich die Container. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Flexport hat Anfang Dezember seinen Ocean Timeliness Indicator (OTI) vorgestellt. Das globale Reederei-Netzwerk, das auch eine Plattform zum Datenaustausch sowie für Track and Trace betreibt, misst damit die Dauer einer Containerlieferung über die meistgenutzten Handelsrouten gemessen. Demnach seien Container auf der Route zwischen Asien und Europa noch nie länger unterwegs als zurzeit, teilt das Unternehmen nach den ersten Auswertungen mit.

So zeigte Ende Oktober der Far East-Westbound-Indikator –der Indikator für die Lieferung von Asien nach Europa – eine rekordverdächtig lange Lieferdauer von 109 Tagen an. Anfang Dezember lag der Wert bei 107 Tagen. Verglichen mit dem Sommer 2020 ist das ein deutlicher Sprung nach oben. Durchschnittlich 80 Tage benötigte damals laut Flexport ein Frachtcontainer, bis er seinen europäischen Zielhafen in Richtung Enddestination verlassen konnte. Vor Beginn der Pandemie lag die durchschnittliche Transportzeit von Asien nach Europa noch bei weniger als 60 Tagen. Der Transpacific Eastbound-Indikator, das betrifft Lieferungen zwischen der Westküste der USA und Asien, erreichte Anfang Dezember einen ähnlich hohen Wert von 105 Tagen. Zusätzlich zu den langen Lieferzeiten entlang der Handelsroute hat sich auch die Zeit, die Container für den Transport von den asiatischen Fabriken zu den dortigen Verschiffungs-Häfen benötigen, verlängert.

Die Details zu den aktuellen Transportzeiten in der Seefracht können Unternehmen künftigonline bei Flexport einsehen. Der Indikator wird, so die Ankündigung, wöchentlich aktualisiert und misst die Gesamtzeit, die Container von der Fabrik oder dem Lager in Asien bis zum Verlassen ihrer Zielhäfen in Nordamerika oder Europa benötigen.

Der Flexport Ocean Timeliness Indicator nutzt die aktuellen Frachtschifffahrts-Daten von Flexport, um einen umfassenden Überblick über den Weg eines Containers zu erhalten. Er wird wöchentlich aktualisiert und zeigt die Transitzeit zwischen dem „Cargo Ready Date“ am Tor des Exporteurs und dem „Destination Port Departure Date“, wenn die Produkte den Zielhafen verlassen und zu den Importeuren gehen können. Die Daten werden für die zwei meist genutzten Routen Far East-Westbound – die Strecke zwischen Asien und Europa – und Transpacific-Eastbound – das ist die Strecke zwischen Asien und den USA – erhoben.

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