Finnische Zellstofffabrik als Testgelände für autonomen Volvo-Truck

An dem Versuch beteiligt sind auch das Transportunternehmen Mantsinen Group und der Reifenhersteller Nokian Tyres.

Der Test des autonom fahrenden Lkws soll Einblicke in die Umwelt- und Sicherheitsvorteilegeben. (Foto: Nokian Tyres)
Der Test des autonom fahrenden Lkws soll Einblicke in die Umwelt- und Sicherheitsvorteilegeben. (Foto: Nokian Tyres)
Christine Harttmann

In Finnland testet Stora Enso zusammen mit dem Transportunternehmen Mantsinen Group im Werksbereich einer Zellstofffabrik einen autonom fahrenden Volvo-Lkw. Die Reifen des Lkw kommen von Nokian Tyres. Der Materialtransport in abgegrenzten Bereichen, in denen Sicherheitsaspekte streng kontrolliert werden, sei eine der vielversprechendsten Anwendungen für autonome Fahrzeuge, heißt es in einer Mitteilung des Reifenherstellers, das das Projekt aktiv begleitet. Bei den Routinetransporten sei das eine Möglichkeit, die mehr Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit verspricht.

Erst kürzlich hat Stora Enso seinen Standort in Uimaharju modernisiert. Zudem investiert das Unternehmen umfangreich in die Digitalisierung. So setzt es Drohnen ein, die das Holz messen. Der autonome Lkw transportiert auf einer 1,4 Kilometer langen Transportstrecke Holzspäne innerhalb des Werksgeländes.

„Der Testeinsatz eines autonomen fahrenden Lkws wird uns mehr Einblick in die Umwelt- und Sicherheitsvorteile und Kosteneinsparungen geben, die der neue Fahrzeugtyp für unsere Werkstransporte bringen kann“, erklärt Antti Suvinen, Leiter der Holzerntearbeiten bei Stora Enso Wood Supply Finnland. „Künftig kann der Fahrer das Fahrzeug von einem Fernbedienungsraum aus steuern, was die Ergonomie und Sicherheit verbessert.“

Das Lkw-Testprojekt ist das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit mehrerer finnischer Expertenunternehmen – als Kommissare fungieren Stora Enso und als Transportunternehmer die Mantsinen Group. Hiab Finland stellt das Führungssystem des Lkw nebst Zubehör bereit, an dessen Entwicklung das VTT Technical Research Centre of Finland beteiligt war.

Ein wichtiger Punkt für Sicherheit und Effizienz sind die Reifen. Da das automatische Lenksystem kein Gefühl für wechselnde Straßenbedingungen und andere unkalkulierbare Einflüsse hat, müssen die Reifen ein sehr genaues und vorhersehbares Fahrverhalten haben. Sie müssen zudem konstante Informationen über Faktoren wie Reifendruck und -temperatur liefern. Die wechselnden Bedingungen und die schneereichen Winter in Nordkarelien, wo sich die Zellstofffabrik befindet, seien eine weitere Herausforderung. Nokian Tyres hat den Test-Truck daher der Reifenserie Nokian Hakkapeliitta Truck ausgestattet. In diese sei die intelligenten Reifenfunktionalität Intuitu integriert, so der Hersteller.

Vertriebs- und Marketingleiter Toni Silfverberg erklärt den Vorteil:

„Genaue Reifendaten in Echtzeit sind ein entscheidender Sicherheitsfaktor bei fahrerlosen Anwendungen.“

Die Zukunft der Reifen sei digital, so Silfverberg weiter. „Unsere Reifen dürfen keine stummen Gummimischungen mehr sein, sondern müssen aktive Komponenten in den immer stärker digitalisierten Fahrzeugumgebungen darstellen.“

Besonders Augenmerk lag während der Testphase auf der Sicherheit. Mit ein Grund, warum die Transportgeschwindigkeit die 20 Stundenkilometer niemals überschreitet. Zusätzlich ist ein Sicherheitsfahrer an Board, der die Kontrolle übernehmen kann, falls etwas schiefgeht.

Printer Friendly, PDF & Email
Symboldbild Transportjobs

Mehr als 750 aktuelle Jobangebote aus der Transportbranche, vom Lkw-Fahrer über Fuhrparkmanager bis zu Disposition, Teamleitung und vieles mehr mit individueller Suchfunktion und Kartenansicht bieten wir Ihnen ab sofort in unserem Job-Bereich: Ihr nächster Schritt auf der Karriereleiter?

Alle Transport-Jobs anzeigen »