Fernverkehr: Traton puscht den batterieelektrischen Lkw

Der Nutzfahrzeughersteller dafür investiert massiv die Forschung und Entwicklung elektrischen Antrieben und reduziert zugleich wird sei Entwicklungs-Budget bei konventionellen Antrieben auf weniger als ein Fünftel.

Christine Harttmann

Die Traton Group stellt sich konsequent auf den Wandel hin zu elektrischen Antrieben ein. Bis zum Jahr 2025 werden daher insgesamt 1,6 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung der E-Mobilität fließen. Das hat der Nutzfahrzeughersteller laut seiner heutigen Pressemitteilung entschieden. Bislang sei für die E-Mobilität eine Milliarde Euro bis zum Jahr 2025 vorgesehen gewesen. Nun fahre Traton seine Investitionen in konventionelle Antriebe zurück - auf weniger als ein Fünftel der Produktentwicklung im Jahr 2025. Zugleich soll sich der Anteil der Produktentwicklung für die Elektromobilität in diesem Zeitraum verdoppeln.

„Traton setzt klar auf den Elektro-Lkw“, erklärt Tratons CEO Matthias Gründler.

„Der Umstieg wird nicht von heute auf morgen erfolgen. Aber Schritt für Schritt. Nachhaltig und im Einklang mit dem nötigen Netzausbau. Denn ohne Ladeinfrastruktur wird es nicht funktionieren.“

Die Marken der Traton Group haben sich bereits konkrete Ziele für die Jahre 2025 und 2030 gesetzt: Im Jahr 2025 werden Fahrzeuge mit E-Antrieb rund zehn Prozent des Absatzes von Scania in Europa ausmachen. Zum gleichen Zeitpunkt wird die Hälfte der neuen Busse von MAN einen alternativen Antrieb haben. Im Jahr 2030 wird jedes zweite von Scania verkaufte Fahrzeug einen E-Antrieb haben. Bei MAN werden dann mindestens 60 Prozent der Lkw für den Lieferverkehr und 40 Prozent der Lkw für den Fernverkehr emissionsfrei unterwegs sein.

Bei den alternativen Antrieben fokussiere man sich auf batterieelektrische Fahrzeuge, teilt der Konzern mit. Die Wasserstofftechnologie könne ihre Vorteile aber durchaus in Nischen zur Geltung bringen. Der Hersteller erwartet allerdings, dass im Lkw-Verkehr, gerade auf der Langstrecke, reine Elektrofahrzeuge im Vergleich zu Wasserstoff-Lkw in den allermeisten Fällen die günstigere und umweltfreundlichere Lösung sein werden.

„Denn der Wasserstoff-Lkw hat gegenüber dem ausschließlich batterieelektrischen E-Lkw einen gravierenden Nachteil: Nur ein Viertel der Ausgangsenergie fließt am Ende in den Antrieb, drei Viertel gehen von der Energiequelle bis zur Straße verloren – beim E-Lkw ist das Verhältnis umgekehrt“, erläutert Gründler.

Die oft geäußerte Meinung, Wasserstoff-Lkw seien etwas für die Langstrecke, und E-Lkw nur für die Kurzstrecke, hält der Traton-Chef für nicht zutreffend. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit eines E-Lkw und die Amortisierung seiner Batterien sei vielmehr eine regelmäßige, intensive Nutzung. Gerade im Fernlastschwerverkehr sei diese gegeben.

Dennoch erwartet der Hersteller, dass sich in den kommenden Jahren auch der Wasserstoff-Lkw am Markt etablieren wird. Etwa bei Fernreisebussen, die in den kurzen Haltepausen noch nicht ausreichend geladen werden können. In Regionen mit besonders günstigem grünen Wasserstoff, zum Beispiel in der Nähe von Nordsee-Windparks oder Importhäfen, könnten Wasserstoff-Lkw ebenfalls eine Rolle spielen.

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