Felbermayr: Spezialtransport im Zeichen der Windenergie

Um auch Rotorblattgiganten gut und sicher transportieren zu können, hat Felbermayr in das Blades-Transportsystem von Goldhofer investiert – mit dem Nachläuferkonzept sollen sich auch enge Kurvenradien bewältigen lassen.

Dank Nachläuferkonzept des Goldhofer-Spezialfahrzeugs sollen auch enge Kurven kein Problem sein. (Foto: Felbermayr)
Dank Nachläuferkonzept des Goldhofer-Spezialfahrzeugs sollen auch enge Kurven kein Problem sein. (Foto: Felbermayr)
Anna Barbara Brüggmann

Die baulichen Veränderungen von Windkraftanlagen haben auch Einfluss auf die Transportlogistik. Da die Komponenten von Windkraftanlagen immer größere Dimensionen annehmen, lassen sich die Rotorblätter nicht mehr mit herkömmlichen teleskopierbaren Aufliegern transportieren.

„Bis Mitte der 2000er-Jahre wurden in der Regel Anlagen mit einer Nabenhöhe von bis zu 100 Metern errichtet. Die Rotorblätter waren in dieser Zeit gerade einmal bis zu 35 Meter lang. Moderne Rotorblätter messen aktuell über 80 Meter. Das ist eine ganz andere Welt“, so Roland Füreder, der bei Felbermayr für die Transportlogistik von Windkraftkomponenten verantwortlich ist.

Beim auf Windenergielogistik spezialisierten Unternehmen kam daher im März erstmals das Spezialfahrzeug Blades von Goldhofer zum Einsatz, das sich für den Transport von mehr als 70 Meter langen Rotorblättern eignen soll. Laut Herstellerangaben wird die Ladung dabei zum verbindenden Element zwischen Zugmaschine und Nachläufer. Der Schwanenhals wird durch einen Wipp-Bock mit hydraulischer Verriegelung an die Zugmaschine angekoppelt.

Das Wurzelgestell des Rotorblattes wird dann an der hydraulisch justierbaren Freidreheinrichtung montiert, so Goldhofer. Der Nachläufer nimmt die Ladung über einen Drehschemel auf, so sollen auch enge Passagen gemeistert werden können. Nach dem Transport soll der Nachläufer mit einem Adapter an die Freidreheinrichtung angekoppelt werden und als Sattelanhänger zum nächsten Einsatz fahren können.

Felbermayr zufolge erzielen Onshore-Windenergieanlagen aktuell fünf Megawatt und mehr und erreichen eine Nabenhöhe bis über 150 Meter, die Rotordurchmesser legten auf über 160 Meter zu. Derzeitiger Stand der Technik seien Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von 230 Metern.

„Vor allem die Höhe der Komponenten und die Länge der Rotorblätter erfordern eine ganz andere Logistikkette als noch vor wenigen Jahren. Der durchgehende Komponententransport auf der Straße ist praktisch nicht mehr möglich. Gefordert ist eine Logistikkette aus Wasserstraße und Straßentransport“, erläutert Füreder.

Die Unternehmensgruppe verfügt nach eigenen Angaben deshalb über trimodale Logistikzentren in Linz, in den Häfen von Krefeld und Albern sowie auch in Antwerpen. In den Logistikzentren sollen die Anlagenkomponenten nicht nur umgeschlagen, sondern auch gelagert werden können, um die Anlagenkomponenten just in time liefern zu können, wenn diese im Windpark benötigt würden.

Das Unternehmen mit Firmensitz im österreichischen Wels ist auf Spezial- und Schwertransporte, Mobilkran- und Arbeitsbühnenvermietung, Heavylifthandling sowie Tief- und Hochbautätigkeiten spezialisiert und verfügt über 75 Standorte in 19 europäischen Ländern.

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