Fachkräftemangel: Logistikfachkräfte spüren den Stress

Ein Drittel der Beschäftigten in der Logistik muss in derselben Zeit mehr leisten. Das belegt eine Studie von meinestadt.de für den Bereich Logistik, Lager und Verkehr.

Jede dritte Logistikfachkraft fühlt sich durch die aktuelle Arbeitssituation belastet. Das ergab eine Auswertung einer Studie von meinestadt.de. (Bild: industrieblick, Fotolia)
Jede dritte Logistikfachkraft fühlt sich durch die aktuelle Arbeitssituation belastet. Das ergab eine Auswertung einer Studie von meinestadt.de. (Bild: industrieblick, Fotolia)
Christine Harttmann
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Gunnar Knüpffer)

Für mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in der Logistik (57,6 Prozent) wirkt sich der Fachkräftemangel bereits auf ihre Arbeitsbedingungen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine spezielle Auswertung einer Studie von meinestadt.de im Bereich Logistik, bei der die Aussagen von 210 Fachkräften aus Logistik, Lager und Verkehr analysiert wurden und die LOGISTIK HEUTE exklusiv vorliegt. Insgesamt beteiligten sich 3.000 Fachkräfte mit Berufsausbildung an der gesamten Studie.

Demnach müssen 31 Prozent der Logistikfachkräfte mehr Aufgaben in derselben Zeit erledigen, das heißt, der Stress steigt für sie. 22,4 Prozent machen aufgrund des Fachkräftemangels Überstunden und 4,3 Prozent der Mitarbeiter in der Logistik haben bereits wegen zu geringer Arbeitskapazitäten Leistungen eingestellt. Auf der anderen Seite sagen jedoch 42,4 dieser Beschäftigten, dass sie keinerlei Auswirkungen des Fachkräftemangels auf ihren Job spüren.

Ein Drittel der Logistikfachkräfte ist durch Arbeitssituation belastet

Laut der Studie fühlt sich derzeit rund jede dritte Logistikfachkraft durch die Arbeitssituation belastet. Dabei geben 39,7 Prozent an, dass dies auf Termindruck und Zeitmangel zurückgeht sowie auf psychische Anstrengung. 31,7 Prozent kritisieren die körperliche Anstrengung.

Nach Ansicht der Werktätigen in diesem Wirtschaftsbereich könnten Quereinsteiger den Fachkräftemangel in der Logistik verringern. Dieser Meinung sind 63,3 Prozent der Befragten. Sie selbst gehen der Studie zufolge weniger davon aus, dass eine Digitalisierung dafür der geeignete Weg sei. Das sagen nur 17,6 Prozent.

Denn 63,8 Prozent sind der Ansicht, dass die Logistik für den digitalen Wandel gut aufgestellt ist. Dies ist der mit Abstand höchste Zustimmungswert im Branchenvergleich.  Auch meinen 45,2 Prozent, der Arbeitgeber tue genug dafür, um auf dem neuesten Stand der Digitalisierung zu sein.

Auch sieht die Mehrheit der Mitarbeiter in der Logistik einen Sinn in ihrer Tätigkeit. So würden der Studie zufolge 56,7 Prozent der Fachkräfte ihre Arbeit nicht aufgeben, auch wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gebe und sie etwas anderes machen könnten. Nur 24,3 Prozent der Befragten würden in diesem Fall eine andere Aufgabe anstreben.

 

Im Vergleich zu anderen Branchen wie Pflege und Verkauf hat sich die gesundheitliche Belastung in der Logistik laut der Studie seit der Coronapandemie aber weniger stark erhöht. Während 21 Prozent der Mitarbeiter in Logistik, Lager und Verkehr eine gestiegene Belastung bemängeln, sind es in der Pflege 72,8 Prozent und beim Verkauf 46,6 Prozent.

 

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