Europäisches Hochleistungs-Ladenetz: Hersteller starten Joint-Venture

Traton Group, Daimler Truck und Volvo Group haben den letzten Schritt zur Gründung des angekündigten Joint Ventures für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur in Europa vollzogen. 1.700 HPC-Ladepunkte sollen wichtigen Beitrag zum Green Deal leisten.

Die drei von der Ladestelle: Mit einem Hochleistungsnetz soll der batterieelektrische Lkw auch im Fernverkehr Fahrt aufnehmen - die Firmenchefs Martin Daum, Daimler Truck, Christian Levin, Traton und Martin Lundstedt, Volvo Group appellierten an weitere Marktteilnehmer. | Foto: Daimler Truck
Die drei von der Ladestelle: Mit einem Hochleistungsnetz soll der batterieelektrische Lkw auch im Fernverkehr Fahrt aufnehmen - die Firmenchefs Martin Daum, Daimler Truck, Christian Levin, Traton und Martin Lundstedt, Volvo Group appellierten an weitere Marktteilnehmer. | Foto: Daimler Truck
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die Lkw-Hersteller Daimler Truck, TRATON GROUP und Volvo Group haben den letzten Schritt zur Gründung des bereits mehrfach angekündigten Joint Ventures für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur in Europa vollzogen. Das neue Joint Venture soll mit Anja van Niersen als CEO einen wichtigen Beitrag zum Green Deal der Europäischen Union und damit für den klimaneutralen Güterverkehr bis 2050 leisten.

Das Joint Venture plant, wie im vergangenen Jahr angekündigt, mindestens 1.700 Hochleistungs-Ladepunkte für Ökostrom an und in der Nähe von Autobahnen sowie an Logistik-Hubs in Europa zu errichten und zu betreiben. Die drei Partner wollen hierfür zusammen 500 Millionen Euro investieren. Es handelt sich dabei nach Kenntnisstand der Unternehmen um die bisher bei Weitem größte Investition in Ladeinfrastruktur für schwere Lkw in Europa.

Das Gemeinschaftsunternehmen will Ladestationen für schwere Lkw und Reisebusse als sogenannter „Charge Point Operator“ (CPO) errichten und betreiben. Das Joint Venture werde als rechtlich selbstständiges Unternehmen operieren. Sitz ist in Amsterdam in den Niederlanden. Anja van Niersen, die das neue Unternehmen leiten wird, bringe umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Energie- und Ladeinfrastruktur mit. Zuletzt war sie Aufsichtsratsvorsitzende und zuvor bereits CEO eines großen europäischen Anbieters von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Gute Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit als Prioritäten

Die Hochleistungs-Ladestationen des Joint Ventures sollen sich durch Zuverlässigkeit und gute Erreichbarkeit auszeichnen. Das Angebot des Joint Ventures soll den Kunden in den Fokus stellen und sich an alle Betreiber von batterieelektrischen schweren Nutzfahrzeugflotten richten. Die Pionierarbeit der Partner sieht man als Aufruf zum Handeln an alle anderen Branchenakteure sowie auch an Regierungen und Gesetzgeber, die europäischen Klimaziele gemeinsam mit einem zügigen Ausbau des notwendigen Ladenetzes sowie Investitionen in erneuerbare Energien zu erreichen, wie es heißt. Das Ladenetz der drei Partner soll Flottenbetreibern in Europa markenunabhängig zur Verfügung stehen – ein klares Signal an alle anderen Akteure.

Rasant steigende Nachfrage nach E-Lkw erwartet

Das Joint Venture wird den Hochlauf seiner Aktivitäten und dabei vor allem den Aufbau des Ladenetzes mit Hochdruck vorantreiben, um öffentliche Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge mit Fokus auf Zuverlässigkeit und guter Erreichbarkeit anbieten zu können. Die Nachfrage nach batterieelektrischen Lkw und Reisebussen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich rasant ansteigen. Das Joint Venture strebt eine branchenübergreifende Zusammenarbeit an, damit Ladelösungen entsprechend den Bedürfnissen von Transportunternehmern und Fahrern entwickelt werden können. Weitere Informationen werden im Laufe des Jahres 2022 verfügbar sein. Auch die Bekanntgabe des Markennamens soll 2022 erfolgen.

Partner im Joint Venture – Wettbewerber sonst

Daimler Truck, TRATON GROUP und Volvo Group werden zu gleichen Teilen an dem geplanten Joint Venture beteiligt sein. Die Parteien bleiben jedoch in allen anderen Bereichen Wettbewerber, wie man betont. Die drei Partner unterzeichneten den Joint-Venture-Vertrag im Dezember 2021. Seitdem wurden die erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden eingeholt.

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