EU: Geringe Nachfrage nach Nutzfahrzeugen - kaum einer kauft Transporter

Der Nutzfahrzeugmarkt schwächelt: Laut Zahlen des Verbands ACEA brachen die Neuzulassungen um mehr als 20 Prozent ein - Schuld sei vor allem der Transportermarkt. Das Lkw-Segment legte derweil zu.

Während das Lkw-Segment zulegen konnte, sackten die Neuzulassungen bei Transportern deutlich ab. (Symbolbild: Pixabay)
Während das Lkw-Segment zulegen konnte, sackten die Neuzulassungen bei Transportern deutlich ab. (Symbolbild: Pixabay)
Nadine Bradl

Im Juni 2022 brachen die EU-Nutzfahrzeugzulassungen gegenüber Juni 2021 um 22,5 Prozent auf 144.210 Fahrzeuge ein. Das teilt der Branchenverband European Automobile Manufacturers’ Association (ACEA) mit. Der Rückgang sei hauptsächlich auf den Absatzrückgang bei neuen Transportern (dieses Segment macht 80 Prozent der gesamten Nutzfahrzeugzulassungen aus) zurückzuführen, der das Wachstum bei den Lkw-Zulassungen kompensierte. Die vier größten Märkte in der EU erlitten zweistellige Verluste: Spanien (-26,9 Prozent), Deutschland (-26,1 Prozent), Italien (-21,3 Prozent) und Frankreich (-20,9 Prozent).

20 Prozent weniger Fahrzeuge im ersten Halbjahr

In der ersten Hälfte des Jahres 2022 gingen die Zulassungen von Nutzfahrzeugen in der Europäischen Union insgesamt um 20,3 Prozent zurück. Hierbei verzeichneten die meisten EU-Märkte Rückgänge, darunter die vier größten: Spanien (-30,4 Prozent), Frankreich (-22,1 Prozent), Deutschland (-18.8 Prozent) und Italien (-10,3 Prozent).

Neue leichte Nutzfahrzeuge (LCV) bis 3,5 t

Die Zulassungen von leichten Nutzfahrzeugen in der EU verzeichneten im Juni mit 115.080 verkauften Fahrzeugen einen weiteren Rückgang (-26,8 Prozent). Die Schlüsselmärkte der Region trugen laut ACEA allesamt mit Rückgängen zum schwachen Gesamtergebnis bei. Spanien verzeichnete den höchsten prozentualen Verlust (-32,4 Prozent), gefolgt von Deutschland (-31,6 Prozent), Italien (-25,3 Prozent) und Frankreich (-21,9 Prozent).

Von Januar bis Juni schrumpfte der EU-Markt für neue leichte Nutzfahrzeuge um 23,9 Prozent auf 653.731 Fahrzeuge. Das negative kumulierte Ergebnis spiegelt sich in allen vier Schlüsselmärkten in der EU wider: Spanien (-35,4 Prozent), Frankreich (-24,4 Prozent), Deutschland (-22,1 Prozent) und Italien (-11,6 Prozent).

Neue schwere Nutzfahrzeuge (HCV) ab 16t

Im Juni stiegen die Neuzulassungen schwerer Lkw in der gesamten Europäischen Union um 4,6 Prozent auf 22.482 Fahrzeuge. Die vier großen Märkte in Westeuropa verzeichneten eine gemischte Entwicklung. Spanien verzeichnete den höchsten prozentualen Zuwachs (+30,8 Prozent), gefolgt von Italien (+10,2 Prozent). Dagegen verzeichnete Frankreich einen Rückgang um 8,2 Prozent. Deutschland hingegen blieb stabil (+0,1 Prozent). Polen – der größte Markt für schwere Lkw in Mitteleuropa – trug mit einem zweistelligen Wachstum (+10,4 Prozent) zur positiven Entwicklung bei.

Sechs Monate nach Beginn des Jahres 2022 verzeichneten die Verkäufe neuer schwerer Lkw in der EU ein leichtes Wachstum (+0,4 Prozent) auf insgesamt 128.501 Fahrzeuge und profitierten von den positiven Leistungen der letzten zwei Monate. Dennoch zeigten die vier großen Märkte in der Region unterschiedliche Ergebnisse. Spanien und Frankreich verzeichneten Zuwächse (+5,9 Prozent bzw. +2,6 Prozent), während Deutschland einen Rückgang verzeichnete (-3,3 Prozent). Italien blieb gegenüber Juni 2021 unverändert.

Neue mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge (MHCV) über 3,5 t

Im vergangenen Monat wuchs das Lkw-Segment um 2,2 Prozent auf 26.736 in der EU zugelassene Fahrzeuge. Unter den vier Hauptmärkten verzeichnete Spanien den größten prozentualen Zuwachs (+25,6 Prozent). Italien verzeichnete einen moderateren Anstieg (+5,0 Prozent). Frankreich und Deutschland hingegen verzeichneten Verluste (-10,9 Prozent bzw. -4,2 Prozent).

Im gesamten ersten Halbjahr 2022 gingen die Zulassungen von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen in der EU um 2,5 Prozent zurück. Mit Ausnahme von Spanien (+5,1 Prozent) verzeichneten alle wichtigen Märkte Rückgänge: Deutschland (-7,6 Prozent), Frankreich (-1,5 Prozent) und Italien (-1,1 Prozent).

Neue mittlere und schwere Busse und Reisebusse (MHBC) über 3,5 t

Im Juni gingen die Neuzulassungen von Omnibussen in der EU um 8,7 Prozent zurück. Trotz dieses Rückgangs verzeichneten einige Märkte in der Region dreistellige Zuwächse, wobei Portugal den höchsten Zuwachs verzeichnete (+953,1 Prozent).

Bislang sind die Neuzulassungen von Bussen im Jahr 2022 EU-weit um 2,8 Prozent gestiegen, dank des starken Schubs im März und Mai. Unter den vier Schlüsselmärkten der Region erzielte Spanien das stärkste Ergebnis (+46,2 Prozent). Frankreich blieb stabil (+0,2 Prozent), während Deutschland und Italien zurückgingen (-20,5 Prozent bzw. -10,5 Prozent).

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