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Erdgasmobilität: Förderrichtlinie soll kommen

Auf einer Veranstaltung in Ulm hat Iveco auf die Vorzüge und Potenziale von Fahrzeugen mit Erdgas-Antrieben hingewiesen. Die Modellpalette des Herstellers reicht vom ganz kleinen Daily bis hinauf zum 460-PS-Stralis.
Von klein bis groß: Iveco bietet inzwischen praktisch jedes seiner Modelle auch mit Gasmotot (Foto: C. Harttmann)
Von klein bis groß: Iveco bietet inzwischen praktisch jedes seiner Modelle auch mit Gasmotot (Foto: C. Harttmann)
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Christine Harttmann

Als nachhaltiges Unternehmen versteht sich Iveco und forciert deswegen seit Jahren seine Gas-Fahrzeuge. Auf einer Veranstaltung in Ulm heiß es, Erdgas könne bei einer Verkehrswende hin zu klimaneutraler Mobilität helfen. Vehemente Verfechter des klassischen Verbrenners mögen das anders sehen, aber für Sascha Kaehne, im Vorstand der Iveco Magirus AG für Vertrieb und Marketing zuständig, steht außer Frage, dass auf Ottomotor und Selbstzünder weitere Evolutionssprünge folgen müssen. „Der Diesel war nie die Endstufe der Entwicklung“, sagte Kaehne vor den gut 100 Zuhörern im Auditorium. Selbst die Gasmotoren bezeichnete er als eine Brückentechnologie, als eine dringend notwendige. Bis Wasserstoff und die Brennstoffzelle in, wie er schätzt, 20 bis 25 Jahren wirklich weit genug seien, lasse sich der Transport schwerer Ladung über lange Distanzen nur so schrittweise decarbonisieren.

Schon mit fossilem Erdgas sparen LNG- und CNG-Motoren etwa zehn Prozent CO2 gegenüber ihren Dieselpendants, rechnet Mario Männlein vor. Aufbessern lässt sich die Klimabilanz dann noch durch die Zugabe von Methan aus der Vergärung von Bioabfall oder aus Power-Anlagen, es aus regenerativem Strom erzeugen. Männlein zitierte eine Studie der dena, derzufolge mit diesem sogenannten Biogas eine Reduktion der Treibhausgase um bis zu 94 Prozent möglich ist.

Zuspruch erhält der Nutzfahrzeughersteller von den Fachreferenten, die er zur Veranstaltung geladen hatte. Norbert Barthle, im Bundesverkehrsministerium der parlamentarische Staatssekretär für die alternativen Antriebe, betonte, dass der Umstieg auf emissionsarme Antriebe ein wichtiges Anliegen sei. Den Erdgasmotor bezeichnete er als wichtige Alternative. Barthle verwies auch auf eine geplante Förderrichtlinie für den Kauf von Gasfahrzeugen ab 7,5 Tonnen aufwärts. Die sei allerding noch in der Ressortabstimmung, werde aber sicherlich kommen, „egal, wie die neue Regierung aussehen wird“.

Neben dem Preis gilt die teils noch lückenhafte Versorgung mit Tankstellen als Hemmnis für den Gasmotor. Zwar hält Peter Meyer, Leiter Außenbeziehungen bei Zukunft Erdgas, das CNG Netz mit 900 Zapfstellen für hinreichend dicht. Bei LNG allerdings sieht er noch Luft nach oben. 14 Tankstellen entlang der Hauptmagistralen würden gerade entstehen. Sogar ein großer Mineralölkonzern sei demnächst mit zwei Anlagen dabei. Meyer hält das für ausreichend.

Naturgasmobilität sei die vermutlich einzige verfügbare Technologie, mit der die 2030er Klimaziele werden können, fasst schließlich Sascha Kaehne zusammen. Mit dem durch Kälte komprimierten LNG schafft der neue „Stralis NP 460“, mit dem Iveco zuletzt seine Strategie untermauerte, immerhin bis 1.600 Kilometer pro Tankfüllung. Wenn man dem Kraftstoff Methan aus regenerativen Quellen zieht, seien die Ziele auch noch wirtschaftlich und bezahlbar zu erreichen, erläuterte Kaehne den Standpunkt von Iveco. Denn, mit „LNG hat man die höheren Kosten nach aktuellem Stand nach fünf Jahren eingefahren“. Danach verdiene man Geld damit.

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