Elektromobilität: VW- Tochter Elli erprobt innovative Ladetechnik

Die Unternehmen starten ein Pilotprojekt in Sachsen zur Optimierung des Ladevorgangs von E-Fahrzeugen, die Akkus als flexible Verbraucher in das Stromnetz integriert. Sowohl Kunden als auch Stromnetze sollen dabei profitieren.

Elli ist ein Tochterunternehmen des VW-Konzerns und Anbieter von Energie- und Ladelösungen.| Foto: VW
Elli ist ein Tochterunternehmen des VW-Konzerns und Anbieter von Energie- und Ladelösungen.| Foto: VW
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Thomas Kanzler)

Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien erfordert künftig passende Speichermöglichkeiten, denn Sonne und Wind liefern nicht gleichmäßig Energie. Die Einbindung von E-Auto-Batterien als flexible Verbraucher bietet hierbei großes Potential. Kunden sollen dabei von geringeren Strompreisen profitieren können. Allerdings erhöht sich durch die Verlagerung großer Teile der Mobilität ins Stromsystem die Anforderung an die Verteilnetze, so dass gleichzeitig darauf geachtet werden muss, die Netze vor Ort nicht zu überlasten.

Elektromobilität und nachhaltige Energiewirtschaft müssen zusammenwachsen

In dem gemeinsamen Pilotprojekt werden optimierte Ladestrategien unter Berücksichtigung sowohl der regionalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als auch der verfügbaren Kapazitäten im Verteilnetz getestet. Dabei kommen E-Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns zum Einsatz.

Regional erzeugter Wind- und Solarstrom, der bis zur Fertigstellung des Netzausbaus in höheren Spannungsebenen ansonsten abgeschaltet werden müsste, kann gezielt zum Laden von Elektroautos genutzt werden. Gleichzeitig stimmt eine Software die geplanten Ladevorgänge zwischen E-Autos und Netzbetreiber ab. Dadurch werden Engpässe im Ortsnetz verhindert und die vorhandene Netzkapazität bestmöglich genutzt, um auch schon vor Fertigstellung ihrer Erweiterung eine schnelle und kundenfreundliche Integration von grünem Strom und Elektrofahrzeugen zu ermöglichen.

„Das smarte Laden in unserer Pilotanwendung unterstützt die Energiewende in vielen Dimensionen. Die Nutzung von lokalem Strom aus erneuerbaren Energien wird erhöht und das Mobilitätsbedürfnis des Kunden sichergestellt. Am Ende profitieren Kund*innen von geringeren Strompreisen für die Ladung ihrer E-PKW und senken ihren individuellen CO2- Fußabdruck“, sagt Dr. Niklas Schirmer, Vice President Strategy der Volkswagen Group Charging GmbH.

„Die Elektromobilität bietet perspektivisch das Potenzial, unser Stromnetz dort zu entlasten, wo es besonders notwendig ist: In höheren Spannungsebenen mit zeitweise großem Überschuss an erneuerbaren Energien. Gleichzeitig begegnen wir möglichen Engpässen im Ortsnetz mit einer neu entwickelten Software für die optimale Zuordnung von Netzkapazitäten zu Ladevorgängen von Elektrofahrzeugen. So können wir sicherstellen, dass bereits in der Übergangszeit, bis die Netze auf allen Ebenen entsprechend erweitert sind, die für die Klimawende so wichtigen Technologien Wind und Photovoltaik sowie Elektromobilität schnell ins Energiesystem eingebunden werden können.“ ergänzt Dr. Michael Lehmann, Leiter Prozess und Systemmanagement der Mitnetz-Strom.

Smarte Netzintegration kann die Umsetzung der Energiewende unterstützen

Aus der Pilotanwendung werden konkrete Handlungsempfehlungen für die weitere Ausgestaltung des rechtlichen und regulatorischen Rahmens abgeleitet, um zukünftig ein effizientes Zusammenspiel zwischen Stromnetz und Elektromobilität zu ermöglichen. Zudem wird ein skalierbares Konzept für einen sicheren und effizienten Datenaustausch erarbeitet, das zukunftsfähige und skalierbare Datenwege zwischen Kunden mit „Flexibilität“, Lieferanten und Netzbetreibern vorsieht.

„Die zukünftige Energiewelt erfordert neue intelligente Datenwege für den Datenaustausch zwischen Netzbetreibern und Marktakteuren. Wir wollen nun ausprobieren, welche Konzepte für die Netzintegration von E-Mobility sinnvoll sind.“ sagt Dr. Henning Schuster, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens E-Bridge Consulting, das die Pilotanwendung inhaltlich und organisatorisch unterstützt.

Was bedeutet das?

Der Umstieg auf erneuerbare Energien und der wachsende Strombedarf der Elektro-Mobilität lassen sich nur gemeinsam lösen. Eine smarte Steuerung der Energieflüsse ist zwingend erforderlich. Sonst käme es unweigerlich zu solchen Vorschriften wie in Großbritannien. Dort ist es ab Mai 2022 untersagt, sein E-Fahrzeug zu bestimmten Zeiten an der privaten Ladesäule zu laden, um die örtlichen Stromnetze nicht zu überlasten.

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