Elektromobilität: Mit dem Verkaufsstart des eTruck elektrifiziert MAN Langstrecke

Kurz vor dem Verkaufsstart erlaubt MAN Truck & Bus einen genauen Blick auf die Insights von eTGS und eTGX. Auf einer ersten Testrunde auf dem Werksgelände in München zeigten die neuen Stromer dann was in ihnen steckt.

Für erste Testrunden stieg auch die Redaktion der Zeitung Transport in das Cockpit des eTGX (im BIld) und des eTGS. (Foto: C. Harttmann)
Für erste Testrunden stieg auch die Redaktion der Zeitung Transport in das Cockpit des eTGX (im BIld) und des eTGS. (Foto: C. Harttmann)
Christine Harttmann

Mit einem Fahrevent auf dem Münchner Firmengelände hat die MAN Truck & Bus den Verkauf ihres ersten schweren Elektro-Lkw eingeläutet. Genauere technische Details zum Fahrzeug; für das bereits 600 Bestellanfragen vorliegen sollen, gab der Hersteller bei dieser Gelegenheit auch gleich bekannt und demonstrierte die Details anhand von Ausstellungsstücken. MAN zufolge sollen die ersten 200 Exemplare 2024 zu ausgewählten Kunden rollen. Ab 2025 läuft dann – so der Plan – die Fertigung im Werk München zu größeren Stückzahlen hoch.

Sich selbst treu geblieben

Als visionäres Projekt beschreibt der für den Verkauf verantwortliche Vorstand Friedrich Baumann das, wofür er am 26. Oktober in München den Starschuss gab.

„Mit dem Verkauf unserer neuen eTrucks starten wir jetzt in ein neues Zeitalter des klimaneutralen Transports.“ Er betont, wozu MAN sich selbst längst verpflichtet hat. „Wir wissen, dass jedes Fahrzeug ab 2030 einen CO2-neutralen Antrieb haben wird.“

Eines zeigt sich gleich auf den ersten Blick: Wer in den eTruck einsteigt, muss keine allzu große Angst vor der Umstellung haben. MAN hat sich sichtlich bemüht, so wenig wie möglich am Cockpit-Layout zu verändern. Die Bedienlogik bleibt ähnlich wie beim konventionellen Truck, ist allerdings um E-Fahrzeug typische Anwendungen ergänzt. So gibt es die Rekuperation, die sich auch als Dauerbremse nutzen lässt. Tatsächlich bremst sie den eTruck auf der Teststrecke bis zum Stillstand ab. Über den schon bekannten Lenkstockhebel rechts am Lenkrad kann sie bedient werden. Ein leichter Fingerschnipp reicht aus, um die die passende Stufe einzustellen. Alternativ ist aber auch One-Pedal-Driving möglich – vorausgesetzt der Fahrer hat die entsprechende Einstellung gewählt.

Flexibel heißt die Devise

Der Fokus im Verkauf liegt auf den beiden wichtigen Anwendungsbereichen Verteilerverkehr und Fernverkehr. Dafür braucht es allerdings ein flexibles Aufbau- und Batteriekonzept, das MAN unter anderem dadurch sicherstellt, dass eTGS und eTGX auf exakt dem gleichen Chassis wie der konventionelle Lkw basieren. So passen die Aufbauten des konventionellen Lkw auch auf die elektrische Variante. Selbst als Lowliner ist der eTruck erhältlich. Die Batterien sind mittig und an den Seiten in den Rahmen integriert. Die leistungsstarken Stromquellen mit einer Kapazität von je 89 kWh lassen sich flexibel positionieren, was für noch mehr Aufbaufreundlichkeit sorgen soll. Freiräume links und rechts des Rahmens sollen Platz schaffen für Hochleistungspumpen, Geräteräume, Kranstützen und ähnliche Aufbauten mit erhöhtem Platzbedarf.

Der standardmäßige Einbau von zwei Batterien unter dem Fahrerhaus, ähnlich wie bei konventionellen Fahrzeugen der Verbrennungsmotor, sorgt für eine günstige Gewichtsverteilung. Dazu trägt zusätzlich die Positionierung der zentralen Antriebseinheit bei. Sie sitzt zentral im Rahmen und umfasst den Synchron-Elektromotor – wählbar mit 254 kW, 330 kW oder 400 kW – den für die Umwandlung von Batteriegleichstrom in Wechselstrom und für die Motorsteuerung zuständigen Inverter und das je nach Leistungsauslegung verwendete 2- oder 4-Gang Getriebe, das die ­Antriebsachsen über eine konventionelle Gelenkwelle antreibt. Wo der eTruck schaltet, hängt immer auch ein wenig von der jeweiligen Fahrsituation ab. Manchmal ist dann auch ein leichter Ruck zu spüren. Aber alles in allem zieht der eTruck auf der Teststrecke im beladenen Zustand gut weg. Auch durch die Kurven gleitet er lautlos hindurch.

Dass alle Komponenten einschließlich des Akkus MAN-eigene Gewächse sind und nicht aus Fernost importiert werden, darauf legt Baumann Wert.

„Wir haben eine klar deutsche Lösung. Made by MAN. Made in Bayern.“ Sind wir also gespannt, wie der eTruck jetzt zündet.

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