Elektromobilität: Iveco baut in Ulm Nikola Tre

Iveco kündigt an, dass der batterieelektrische Schwerlast-Lkw Nikola Tre in der Ulmer Produktionsstätte des Unternehmens gebaut werden soll.

Iveco will den Nikolo Tre in Ulm bauen. (Foto: Iveco)
Iveco will den Nikolo Tre in Ulm bauen. (Foto: Iveco)
Christine Harttmann

Das europäische Joint Venture, an dem neben Iveco der Antriebsspezialist FPT Industrial und die Nikola Motor Company hatte den Nikola Tre im September auf dem CNH Industrial Capital Markets Day in Italien vorgestellt. Zuvor hatte sich der Truck-Hersteller mit 250 Millionen Dollar als Hauptinvestor der Serie D bei Nikola engagiert. Der batterieelektrische Schwerlast-Lkw (BEV) sei der erste Schritt zum brennstoffzellenbetriebenen Elektrofahrzeug (FCEV), hieß es damals bei der Präsentation in Italien.

Nun also will der italienische Fahrzeugbauer den Nikola TRE in seiner Fertigungsstätte in Ulm produzieren. Er selbst bezeichnet den Standort als „das Kompetenz-Zentrum für die Konstruktion und das Design von Fahrgestellen für Iveco“. Der Standort könne auf eine lange Geschichte von Innovationen und Branchenneuheiten zurückblicken und stehe seit mehr als einem Jahrhundert für Spitzenleistungen im Schwerlastwagenbau.

Als einen Standortvorteil nennt der Hersteller außerdem die Lage im Bundesland Baden-Württemberg, das sich zu einer führenden Drehscheibe für die Brennstoffzellenmobilität entwickelt habe. Das Land hat frühzeitig schon in Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Region investiert. Darüber hinaus hat die Bundesregierung kürzlich den Entwurf der Nationalen Wasserstoffstrategie auf den Weg gebracht, um die Pionierarbeit von Unternehmen im Bereich Wasserstofftechnologie zu fördern. Darin kündigt sie an, zwei Milliarden Euro zur Finanzierung eines Wasserstoff-Innovationsprogramms sowie zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

„Unser europäisches Joint-Venture mit Nikola und die heutige Ankündigung sind ein klarer Beweis dafür, dass der emissionsfreie Fernverkehr kommt und konkrete Umweltvorteile für Europas Langstreckentransporteure und seine Bürger mit sich bringt“, sagte Hubertus Mühlhäuser, Chief Executive Officer, CNH Industrial. „Die Entscheidung für den Bau des Nikola TRE in Ulm – einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Schwerlast-Lkw – unterstreicht die strategische Lage des Standorts im Herzen des deutschen Brennstoffzellen-Technologie-Clusters.“

In der ersten Phase des Projekts wird das Joint Venture 40 Millionen Euro investieren, um die Produktionsanlagen zu modernisieren, um sich dann auf die Endmontage des Fahrzeugs dort zu konzentrieren. Der Produktionsstart wird für das erste Quartal 2021 erwartet, die Auslieferung des Nikola Tre beginnt im selben Jahr.

„Der Nikola Tre ist der modernste schwere Lkw der Welt und wird den Standard für emissionsfreie Fahrzeuge heute und in Zukunft setzen“, ist Trevor Milton, Chief Executive Officer von Nikola Motors überzeugt. „Die Entscheidung, den Tre in Ulm in Serie zu produzieren, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Arbeitsplätze geschaffen, Innovationen gefördert und neuen Null-Emissions-Zulieferern Sicherheit gegeben werden kann. Die Welt ist bereit für den emissionsfreien Güterverkehr. Das Joint Venture zwischen Nikola und Iveco wird das erste sein, das liefert. Ich freue mich darauf, die ersten Fahrzeuge vom Band laufen zu sehen.“

Die ersten Modelle, die in die Produktion gehen werden, sind die batterieelektrischen 4x2- und 6x2-Fahrzeuge mit modularen und skalierbaren Batterien mit einer Kapazität von bis zu 720 kWh. Der elektrische Antrieb verfügt über maximal 480 kW Dauerleistung. Das Ulmer Werk wird von den spanischen Iveco-Fertigungsstandorten Valladolid und Madrid mit Modulen beliefert, was einen schnellen Produktionshochlauf ermöglicht, um die erwartete Kundennachfrage zu decken. Elektrische Versionen mit Brennstoffzellen, die auf derselben Plattform gebaut werden, werden 2021 im Rahmen des von der Europäischen Union unterstützten H2-Haul-Programms getestet. Die Markteinführung ist für 2023 geplant.

Der Nikola Tre, der gerade entwickelt wird, basiert auf der neuen Iveco S-WAY-Plattform und integriert Nikolas Antriebs-Technologie, Steuerungen und Infotainment.  Die Tests werden voraussichtlich ab Mitte 2020 stattfinden, erste Prototypen sollen auf der IAA 2020 im September gezeigt werden. 

"Dank unseres Goldstandard-World-Class-Manufacturing-Standortes in Madrid, wo der Iveco S-Way produziert wird, sind wir in der Lage, die Endmontage, die Antriebs-Integration und die High-End-Ausführungen des Nikola Tre zu beschleunigen, so dass eine zeitige Markteinführung für 2021 möglich ist ", sagte Gerrit Marx, President Commercial and Speciality Vehicles, CNH Industrial.

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