Elektromobilität: Ifeu-Institut stellt kostenlose Online-Beratung ins Netz

Das Ifeu-Institut hat eine unabhängige Online-Beratung zu den Betriebskosten aller Elektro-Lkw Modelle entwickelt. Speditionen und Einzelhändler können dort checken, wie der Vergleich mit einem Diesel-Lkw ausfällt.

Lohnt sich der e-Lkw oder doch leiber ein Diesel? Die von ifeu-Institut entwickelte Online-Beratung bietet Entscheidungshilfe. (Foto: Volvo Trucks)
Lohnt sich der e-Lkw oder doch leiber ein Diesel? Die von ifeu-Institut entwickelte Online-Beratung bietet Entscheidungshilfe. (Foto: Volvo Trucks)
Christine Harttmann

Ob Langstrecke oder innerstädtische Zustellung: Eine wirtschaftliche Analyse ist auch beim Elektro-Lkw Voraussetzung für die Anschaffung. Daher basiert das vom Ifeu-Institut entwickelte Tool auf konkreten Einsatzprofilen. Nahezu alle heute verfügbaren E-Lkw-Modelle umfasse es, versichert die Forschungseinrichtung in einer Pressemeldung. Eine der größten herstellerunabhängigen Datenbanken für E-Lkw im deutschen Sprachraum sei es.

Nach anderthalbjähriger Beta-Phase, ist Julius Jöhrens, Leiter des Forschungsprojekts, in dem das Tool entwickelt wurde, überzeugt davon, dass eine gute Online-Beratung entstanden ist:  

„my-eRoads.de ist auf Logistik-Profis zugeschnitten, die in wenigen Minuten einen vollständigen Überblick über alle Elektro-Fahrzeuge brauchen, die für ihren Bedarf am Markt zur Verfügung stehen.“

Der Markt für E-Lkw hat zuletzt deutlich angezogen, viele Unternehmen denken aktuell über die Anschaffung eines elektrischen Lkw nach.

„Unsere Beta-Tester:innen haben klar signalisiert, dass sie jetzt für ihre Investitionsentscheidung eine schnelle, zuverlässige und herstellerunabhängige Erstberatung brauchen. Sie wollen wissen, welche Kosten ein geeigneter E-Lkw im Vergleich zum Dieselfahrzeug verursacht und wie hoch die CO2-Emissionen sind“, so Jöhrens.

Umfassende Datenbank für E-Lkw-Erstberatung

Bei my-eRoads.de sind laut Ifeu-Institut Datenbanken mit Details zu nahezu allen Fahrzeugmodellen und Ladesäulen sowie für die Förderangebote des Bundes und der 16 Bundesländer hinterlegt. Die Datenbanken sollen quartalsweise aktualisiert werden und die aktuellen Daten von knapp 50 Batterie- und Brennstoffzellen-Lkw bieten – versehen mit Zuladung, Reichweite und Bauform vom Kastenwagen bis zum Sattelschlepper. Es gibt eine transparente Schätzung der Anschaffungspreise, die von den Nutzern angepasst werden können, wenn konkrete Angebote von Herstellern vorliegen.

In dem Vergleichs-Tool kann sich jeder Lkw-Betreiber ausrechnen, ob ein Fahrzeug für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet ist und welche Anschaffungs- und laufenden Kosten der Umstieg auf E-Lkw mit sich bringt. Tageskilometer, Standzeiten und Parameter wie Kauf oder Leasing lassen sich individuell einstellen.

„Die Analyse haben wir zusammen mit unserem Praxispartner Rhenus Logistics so optimiert, dass sie den Ansprüchen der Praxis gerecht wird und dennoch einfach zu bedienen bleibt“, sagt Dominik Räder, der am ifeu die Entwicklung des Tools koordinierte.

Eine Anmeldung ist nicht nötig, um das Tool zu nutzen.

Direkter Vergleich mit dem Diesel

Beim Vergleich von E-Antrieb und Dieselmaschine zeigt sich, dass der Elektro-Lkw dank der Förderung bei einigen Fahrprofilen heute schon Kosteneinsparungen gegenüber der Dieselvariante ermöglicht. So etwa bei den typischen Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 12 bis 18 Tonnen, die auch in Städten und im Nahverkehr eingesetzt werden. Hier ist der E-Lkw in den Vollkosten günstiger, sobald er täglich mehr als 100 Kilometer zurücklegt – bei einigen Fahrzeugmodellen auch schon früher. Dank Fahrzeugförderung und Befreiung von der Lkw-Maut und Kfz-Steuer können auch schwere E-Lkw der Größenklasse 18 bis 26 Tonnen sowie E-Sattelschlepper im Betrieb oftmals Kosteneinsparungen gegenüber Dieselfahrzeugen realisieren.

„Die Befreiung der E-Lkw von der Maut zusammen mit den derzeit hohen Kaufprämien macht den Betrieb von E-Fahrzeugen mit vielen Betriebsstunden und Einsatztagen schon heute wirtschaftlicher als den Einsatz von Diesel-Lkw“, sagt Räder. „Das Beratungstool gibt in diesen Fällen aber auch Hinweise auf die betrieblichen Herausforderungen, beispielsweise bei der Ladeinfrastruktur.“

Zulassungen von E-Lkw ziehen an

Die Logistik-Branche und Unternehmen mit Lieferbetrieb haben gerade im jetzigen Markhochlauf der E-Lkw einen großen Beratungsbedarf. Wir das Ifeu-Institut erklärt ziehen sowohl die Zahl der als Serienfahrzeuge verfügbaren E-Lkw als auch die Zulassungen von E-Lkw in Deutschland inzwischen massiv an. Bei den Lkw bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht habe der elektrische Anteil der Verkäufe 2021 bereits bei 8 Prozent des Gesamtmarktes gelegen. Sämtliche Hersteller hätten inzwischen Serienmodelle in den verschiedenen Segmenten angekündigt.

Ziel des in der Entwicklung vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Vergleichs-Portals my-eRoads.de ist es, Lkw-Betreiber bei der Entscheidung zu unterstützen, ob sie bereit für den Umstieg auf E-Lkw sind. In Kooperation mit NOW ist das Beratungstool auch über die Website www.klimafreundliche-nutzfahrzeuge.de erreichbar, auf der zahlreiche weitere Informationen zum Thema Elektro-Lkw abrufbar sind.

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