Elbe: Bedingungen für die Schifffahrt wieder günstig

Die Wasserstände der Elbe sind wieder günstig. Die Schifffahrt läuft wieder und der Abbau des Ladungsstaus beginnt.

Im Verband mit zwei Schubschiffen schipperte der Kasko die Elbe hinab nach Hamburg. (Foto: Ingo und Gabi Klinder)
Im Verband mit zwei Schubschiffen schipperte der Kasko die Elbe hinab nach Hamburg. (Foto: Ingo und Gabi Klinder)
Christine Harttmann

Die Elbe sei wegen der aktuell günstigen Wasserständen für Verlader in Mitteldeutschland und Tschechien wieder als Transportweg nutzbar werden. Es sei in der letzten März-Woche gelungen, dem Ladungsstau, der wegen des langanhaltenden Niedrigwassers im vergangenen Jahr entstandenen sei, abzubauen, teilt Hafen Hamburg Marketing mit.

Es wurde laut der Meldung bereits der dritte Schiffsneubau der tschechischen Werft Decin-Kresice ausgeliefert, ein so genanntes Kasko, also einen Rohbau, der noch mit Maschinen und anderen Ausrüstungen ausgestattet werden muss. Wegen der Abmessungen des Schiffes mit einer Länge von 110 Meter wurde es über die Elbe transportiert. Der Verband, zum dem der Kasko und zwei Schubschiffe gehörten, erreichten den Hamburger Hafen am Samstag, den 28. März 2020. Anschließend ging es weiter über See zu einer holländischen Werft.

Parallel laufen Projektladungen, also Güter, die für die Straße und Schiene zu schwer oder groß sind, ebenfalls auf der Elbe aus den Häfen Dresden, Aken und Magdeburg. Vor dem Hintergrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise werden aber auch wieder verstärkt Massengüter von tschechischen Produzenten per Schiff in sächsische und Sachsen-Anhalter Häfen transportiert. Damit könneten die langen Grenzwartezeiten von Lkw kompensiert werden, so Hafen Hamburg Marketing.

„Für unsere tschechischen Kunden ist die Elbe ein wichtiger Verkehrsweg“, betont Vladimir Dobos, Repräsentant von Hafen Hamburg Marketing in Prag, und merkt an, dass die Elbe der einzige Wasserweg der Tschechischen Republik zu Seehäfen sei und daher dringend ertüchtigt werden müsse: „Es kann nicht sein, dass unsere Anlagenhersteller große Teile des Jahres auf Wasser hoffen müssen, um ihren Lieferverpflichtungen nachzukommen.“

Stefan Kunze, Vorsitzender des Elbe Allianz, ergänzt, dass das bereits 2017 beschlossene Gesamtkonzept Elbe dringend umgesetzt werden müsse. „Mit Sorge sehen wir allerdings, dass gegen nahezu alle Wasserbauprojekte sofort aus so genannten ökologischen Gründen Einspruch erhoben wird, ohne Vor- und Nachteile gründlich abzuwägen. Ein Beispiel dafür ist ein gemeinsames Schreiben von Umweltorganisationen an die Europäische Union, in dem die Einstellung von Projektstudien zum Elbe-Oder-Donau-Kanal gefordert wird“, unterstreicht Kunze.

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