eFuels: Jetzt investieren, um nicht mehr abhängig zu sein

Die eFuel Alliance fordert massive Investitionen in synthetische Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien, um nicht - wie jetzt - von Lieferanten wie Russland abhängig zu sein.

Kraftstoffe auf Wasserstoff- und CO2-Basis sollen den Verkehr in Sachen Klimaschutz voranbringen. (Symbolbild: Pixabay)
Kraftstoffe auf Wasserstoff- und CO2-Basis sollen den Verkehr in Sachen Klimaschutz voranbringen. (Symbolbild: Pixabay)
Nadine Bradl

Die aktuelle Lage - ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine - hat das Problem der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas erbarmungslos ins Scheinwerferlicht gezerrt. Gerade Deutschland aber auch alle anderen europäischen Länder zahlen gerade einen hohen Preis für ihre Versäumnisse der vergangenen Jahre. Doch was ist die Lösung? Wie können bezahlbare Energieversorgung und Klimaschutz in Einklang gebracht werden - und das besser heute als morgen? Die Interessensgemeinschaft eFuel Alliance plädiert für den massiven Produktionsausbau synthetisch erzeugter flüssiger und gasförmiger Kraft- und Brennstoffe auf Basis von Wasserstoff und CO2 - sogenannter eFuels.

"Wir brauchen eine Zeitenwende", betonte Monika Griefahn, Sprecherin der eFuel Alliance anlässlich einer Pressekonferenz.

Durch die Nutzung von CO2 aus der Atmosphäre und erneuerbaren Energien aus Wind oder Sonne würden sich eFuels klimaneutral herstellen und dann in normalen Tankern oder Pipelines transportieren lassen. Ein großer Vorteil gegenüber Wasserstoff. Wind und Sonne als Energielieferant gebe es zudem in zahlreichen Ländern weltweit.

"So verhindern wir, von einzelnen Staaten abhängig zu sein", sagte Griefahn weiter.

Keine kurzfristige Lösung, keine Frage, aber man müsse sich rüsten.

"Wenn wir jetzt investieren, kriegen wir auch die Preise in den Griff", ist sich die Sprecherin sicher.

Denn gerade die Preise sind ein Thema, das den eFuels immer wieder zum Verhängnis wird. Bei einer Beimischung von fünf Prozent rechnet die Interessensgemeinschaft mit einem Anstieg des Kraftstoffpreises von etwa sieben Prozent. Gerade für die von den explodierten Kraftstoffpreisen gebeutelte Transportbranche sicher kein gutes Argument für mehr Klimaschutz. Deshalb sei es zum Beispiel nötig, die Steuer bei Kraftstoff aus erneuerbaren Energien zu senken. Dennoch:

"Eine klimaneutrale Energieversorgung wird es nicht zum Nulltarif geben", meinte Geschäftsführer Ralf Diemer.

Schlussendlich werde der Endverbraucher höhere Preise für Produkte akzeptieren müssen. Der Staat allein könne zwar über das Steuersystem eingreifen, aber die nicht die komplette Zeche zahlen. 

Für den LNG-Bereich gäbe es laut Tobias Block von der eFuel Alliance sogar noch einen weitaus einfacheren Weg, um gerade das Transportgewerbe zu entlasten: die Verflüssigung von Bio-Methan.

"Leider gibt es in Deutschland dazu keine ausreichenden Verflüssigungsanlagen und wenn deutsches Bio-Methan im Ausland verflüssigt wird, wird es nicht auf die Treibhausgas-Minderungsquote angerechnet. Eine einfache Lösung wäre, diese Anrechnung zu ermöglichen indem der Import zugelassen wird. Dann hätten die Spediteure, die auf LNG-Trucks gesetzt haben, eine ebenso günstige Möglichkeit wie die Fahrer von Erdgasfahrzeugen."

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