E-Mobilität: Der Staat soll bei Umbau helfen

Verbände und Gewerkschaften setzen sich beim Spitzentreffen mit der Politik zusammen. Im Raum steht die Frage, wie der Wandel in der Autoindustrie gestaltet werden kann. VDA sieht deutsche Hersteller auf gutem Weg, die Transformation zu bewältigen und hält Extremszenarien zum Arbeitsplatzverlust von 410.000 Stellen bis 2030 für unrealistisch.

Den Umbau bewältigen: Beim E-Antrieb entsteht deutlich weniger Arbeitsaufwand als bei konventionellen Antrieben. Im Bild: E-Motorenfertigung im BMW Group im Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion Dingolfing. | Foto: BMW Group
Den Umbau bewältigen: Beim E-Antrieb entsteht deutlich weniger Arbeitsaufwand als bei konventionellen Antrieben. Im Bild: E-Motorenfertigung im BMW Group im Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion Dingolfing. | Foto: BMW Group
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Bei einem Spitzentreffen von Verbands- und Herstellervertretern und Politik zum Umbau in der Automobilbranche in Berlin haben der Verband der Automobilindustrie (VDA) sowie die Gewerkschaften Gesamtmetall und IG Metall in einem der DPA vorliegenden Positionspapier angemahnt, der Staat müsse helfen, damit auch in Zukunft eine "wettbewerbsfähige, innovative und beschäftigungsstarke Industrie in Deutschland erhalten bleibe. Der VDA hält dabei Berechnungen der ELAB-Studie für realistisch, dass der Umstieg von Verbrenner- auf Elektroautos im Bereich des Antriebsstrangs mit einem Abbau von 79.000 bis 88.000 Stellen im Jahr 2030 verbunden sein könnte. Ein Extremszenario der IAB-Studie, die den Verlust von 410.000 Stellen in der gesamten Volkswirtschaft in den Raum stellt, betrachtet der Verband allerdings als bei weitem zu pessimistisch. Bereits heute gebe es mehrere Produktionsstandorte für Elektroautos in Deutschland, weitere würden in Kürze die Fertigung auf, führte VDA-Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel in einer kürzlichen Stellungnahme aus. Ähnliches gelte für Batteriestandorte im Inland.

„Unsere Hersteller werden bis 2023 ihr Angebot bei elektrifizierten Fahrzeugen auf über 150 E-Modelle verdreifachen. In alternative Antriebe und dabei vor allem in die Elektromobilität investieren die deutschen Hersteller und Zulieferer bis 2024 rund 50 Mrd. Euro“, unterstrich Scheel.

Es gehe darum, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gehalten werden könne, ergänzte VDA-Vizepräsident Arndt Kirchhoff beim jüngsten Termin in Berlin. Dazu müssten die Beschäftigten für neue Jobs qualifiziert werden. Aus seiner Sicht gehe es hier nicht um Milliardenhilfen, sondern um die richtigen Maßnahmen. Kurzfristig, so die Forderung in dem gemeinsamen Positionspapier, müsse die Regierung müsse vor allem bei Regelungen zum Kurzarbeitergeld schnell handeln, weil Unternehmen im ersten Quartal viele Entscheidungen träfen. Vorgeschlagen wird auch ein Fonds, der Zulieferern den Zugang zu Eigen- oder Fremdkapital erleichtere. 

"Die deutsche Automobilindustrie arbeitet intensiv daran, die Wende zur Elektromobilität erfolgreich zu gestalten – in enger Abstimmung mit Politik und Gewerkschaft. Diesen Wandel zu begleiten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", betonte Scheel weiter.  

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