E-Busse: „Fordern ohne Fördern funktioniert nicht“

Der VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) meldet sich zu Wort. Bis 2030 nur noch klimaneutrale Stadtbusse zuzulassen sowie die Senkung der CO2-Emissionen um 45 Prozent werde nicht funktionieren. Zwar, so VDV-Vizepräsident Werner Overkamp, werde man diese klimaschutzpolitischen Entscheidungen mittragen. Gleichzeitig stünden diese Forderungen jedoch in einem ausgeprägten Widerspruch zur finanziellen Förderung des Bundes, die erkennbar eingestellt wurde.

Alleine seien die Investitionen für die komplette Umstellung auf E-Busse und die entsprechende Infrastruktur bis 2030 nicht zu stemmen, meint der VDV. Foto: MAN
Alleine seien die Investitionen für die komplette Umstellung auf E-Busse und die entsprechende Infrastruktur bis 2030 nicht zu stemmen, meint der VDV. Foto: MAN
Robert Domina

Gerade kleinere und mittlere Busunternehmen in Deutschland hätten, so der VDV; so keine Chance, Flotten und Werkstätten umzurüsten. Sie könnten auch keine Fahrpreise erhöhen oder alternative unternehmerische Entscheidungen treffen. Das führe zu zwei Effekten: Eigentlich ausgediente Dieselbusse würden in der Not der Verkehrsunternehmen viel länger fahren müssen – der technische Anschluss vor Ort würde verpasst. Deshalb brauche man den Einstieg in eine verlässliche Bundesförderung für E-Busse und ihre Infrastruktur. Laut Branchenverband VDV sind die Kosten für die Umrüstung der Flotten, der notwendigen Infrastruktur wie Werkstätten, Lade und Sicherheitsmanagement sowie für das notwendige, für die Hochvolttechnik geschulte Personal nicht auf kommunaler Ebene zu schultern.

Wenn sich das Europäische Parlament gemeinsam mit der EU-Kommission in den aktuell laufenden Trilogverhandlungen gegenüber den Mitgliedstaaten durchsetzte, dürfen ab dem Jahr 2030 nur noch emissionsfreie Stadtbusse neu zugelassen werden. Diese Regelung ist Teil einer EU-Initiative mit dem Ziel, den Verkehrssektor nachhaltiger zu gestalten und die CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge zu reduzieren. Das EU-Parlament hatte sich dazu am 24. Oktober 2023 positioniert und es wird erwartet, dass die Verordnung noch vor den Europawahlen verbindlich beschlossen wird. Für Überlandbusse soll im Rahmen der EU-Regelung ab 2030 gelten, dass die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2019 um 45 Prozent reduziert werden müssen – als eine Maßnahme für das Erreichen der EU-Klimaneutralität bis 2050.

„Die von der EU geforderte Umstellung auf emissionsfreie Stadtbusse bis 2030 und die ambitionierten CO2-Reduktionsziele für Überlandbusse bringen für unsere Verkehrsunternehmen nicht nur die Notwendigkeit neuer Fahrzeuge, sondern auch erhebliche infrastrukturelle Herausforderungen mit sich: Die Investitionen in E-Busse, verbunden mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur, der Anpassung von Betriebshöfen, Werkstätten und Netzanschlüssen, überschreiten bei Weitem die finanziellen Kapazitäten der Verkehrsunternehmen und Kommunen. Ohne signifikante finanzielle Unterstützung durch den Bund – konkret die Wiederaufnahme der Förderung, sowie die Finanzierung für die Umstellung auf E-Mobilität – sind diese wichtigen Schritte für das Erreichen der Klimaneutralität nicht umsetzbar“,

so Werner Overkamp abschließend

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