DVF über Zukunftsstrategie

Der Lenkungskreis Häfen/Schifffahrt des Deutschen Verkehrsforums (DVF) hat sich bei einer Onlineveranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern über mögliche Zukunftsstrategien abgesprochen.

Symbolbild Bremerhaven. (Foto: pixabay)
Symbolbild Bremerhaven. (Foto: pixabay)
Redaktion (allg.)

Der DVF sieht die deutschen Häfen momentan vor vielen Herausforderungen, die nicht alle in der Covid-19 Pandemie begründet liegen. Auch der Strukturwandel im Bereich Automobil sowie bei Kohle und Stahl und die wachsenden Anforderungen, die Klimaschutz und Digitalisierung nach sich ziehen, gelte es zu bewältigen. Frank Dreeke, Präsidiumsmitglied des DVF und Vorstandsvorsitzender bei BLG Logistics, ist daher der Meinung, dass an der Leistungsfähigkeit der Hafenstandorte weitergearbeitet werden müsse – bei der Digitalisierung und beim Klimaschutz, aber auch beim Thema Verkehrsanbindung. Er führt weiter aus:

„Wir erwarten im kommenden Jahr einen deutlichen Wiederaufschwung beim Transportaufkommen. Die deutschen Seehäfen sind gut aufgestellt. Aber der Wettbewerb verschärft sich weiter – nicht nur innerhalb der Nordrange, sondern auch mit Häfen im angrenzenden Ostseeraum und im Mittelmeer, wo sich internationale Investoren mit beträchtlichen Mitteln und politischer Unterstützung engagieren.“

Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen, sieht in der Weiterentwicklung der bereits älteren Teile des Bremerhavener Containerterminals sowie in der Fahrrinnenanpassung der Außenweser Schlüsselprojekte der Zukunftsstrategie. Ferner setzt sie sich für ein erneutes Sofortprogramm des Seehafenhinterlandverkehrs durch Bund und Deutsche Bahn ein. Bremerhaven sei als klassischer Eisenbahnhof stark aufgestellt. Die Abwicklung des Hinterlandverkehrs auf der Schiene bringe große Vorteile beim Klimaschutz, der weiter vorangetrieben und ausgeschöpft werden solle. Laut Dr. Schilling seien die digitale Vernetzung, aber auch nachhaltige Kraftstoffe wichtige strategische Entwicklungsfelder für die Häfen. In den Bereichen Digitalisierung und Wasserstoff sei Bremen an einer intensiven Kooperation mit den Unternehmen interessiert, betont die Senatorin.

„Nachhaltigkeit ist für die bremischen Häfen ein Auszeichnungsmerkmal. Wir haben 70 Prozent CO2-Reduktion geschafft und wollen den Hafenbetrieb mittelfristig CO2-neutral machen.“, erklärt der Geschäftsführer bei bremenports, Robert Howe.

Somit würde das Containeraufkommen und die Schiffgrößen weiter wachsen. Der Ausbau der seewärtigen Zufahrt und der Verkehrsinfrastruktur im Hinterland sieht auch Howe entscheidend für die Zukunft, vor allem mit Hinblick auf die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. bremenports strebe daher ein rechtskräftiges Baurecht für die Fahrrinnenanpassung der Weser für 2023 an.

Der Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dr. Norbert Salomon, unterstreicht das hohe Interesse des Bundes an der Leistungsfähigkeit der deutschen Häfen. So seien für den Haushalt 2021 fast 1,5 Milliarden Euro für die Wasserstraßen, die Förderung von Antrieben und Schiffen, die Digitalisierung in den Häfen und der Wasserstraßen sowie für weitere Unterstützungsmaßnahmen bestimmt. Dr. Salomon spricht sich außerdem dafür aus, in der Umsetzung des Green Deal der EU nicht nur eine Herausforderung für Schifffahrt und Häfen zu sehen, sondern auch eine Chance:

„Wir benötigen zügig eine Roadmap mit der Branche. Brückentechnologien wie LNG stehen zur Verfügung. Wir müssen jetzt in die Weiterentwicklung des Kraftstoffpfads einsteigen. Wasserstoff könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen.“

Fiona Nitschke

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