DSLV warnt vor Planungsschwierigkeiten

Der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) sieht mit der beschlossenen Coronavirus-Einreiseverordnung des Bundeskabinetts erneute Unwägbarkeiten auf die Logistikbranche zukommen.

Symbolbild. (unsplash.com)
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Redaktion (allg.)

Die Corona-Einreiseverordnung sei grundsätzlich ein nachvollziehbares Bemühen der Bundesregierung zur Pandemie-Eindämmung. Bezüglich des Güterverkehrs setze sie allerdings an der falschen Stelle an, meint der DSLV. So gilt die Ausnahme von den Corona-Testpflichten für die in der Logistik im grenzüberschreitenden Güterverkehr Beschäftigten ab heute nämlich nur noch dann, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland weder aus sogenannten ‚Hochinzidenz‘- noch aus ‚Virusvarianten-Gebieten‘ kommen, heißt es. Welche Länder oder Regionen sich zu solchen Gebieten entwickeln, ist aus Sicht des Verbands jedoch nicht vorhersehbar und stelle die Speditions- und Logistikbranche daher vor massive Planungsschwierigkeiten. Lieferketten könnten wieder unterbrochen werden; in der Folge würden Versorgungsengpässe aufkommen.

„Die Einbeziehung des Güterverkehrssektors in den Geltungsbereich der Corona-Einreiseverordnung kann den Warenfluss zwischen den Ländern erheblich behindern“, warnt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Laut der neuen Verordnung müssen Lkw-Fahrer, Lokführer, Flugpersonal sowie Binnenschiffer und Seeleute, die aus Ländern, in denen bereits Virus-Mutationen aufgetreten sind, nach Deutschland einreisen, ein negatives Testergebnis vorweisen. Großbritannien ist beispielsweise eines dieser ‚Virsusvarianten-Länder‘. Eine Zunahme solcher Gebiete stelle die Touren- und Personaldispositionen international tätiger Speditionshäuser vor noch größere Herausforderungen, meint Huster. Außerdem sieht der DSLV eine mögliche Verschärfung der Infektionslage und die damit einhergehende Gefährdung von Lieferketten eher darin, dass das Fahrpersonal nun an den Grenzen aufgehalten werden könnte. Welche Belastung auf die in der Logistik beschäftigten Menschen zukommen könne, hätten die kilometer- und tagelangen Staus in Südengland erst vor kurzem während der Weihnachtstage auf dramatische Weise gezeigt, sagt Huster.

Sein Verband forderte deshalb in einer Pressemitteilung die Einführung europaweit verbindlicher Regelungen nach den Vorgaben der Green Lanes Leitlinien der EU-Kommission, die Grenzen für den Waren- und Güterverkehr offenhält und gleichzeitig den Schutz der Gesundheit und die Versorgungssicherheit garantiert. Der DSLV vertritt eigenen Angaben nach durch 16 regionale Landesverbände die verkehrsträgerübergreifenden Interessen der 3.000 führenden deutschen Speditions- und Logistikbetriebe.

Fiona Nitschke

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