DSLV: Beitritt zur Clean Trucking Alliance

Der Bundesverband Spedition und Logistik setzt sich für eine Umsetzung des emissionsfreien Straßengüterverkehrs ein.

Der Dachverband deutscher Speditionshäuser und Logistikdienstleister unterstützt die Allianz bei ihren Klimazielen im Straßenverkehr. Foto: Schwoaze/Pixabay
Der Dachverband deutscher Speditionshäuser und Logistikdienstleister unterstützt die Allianz bei ihren Klimazielen im Straßenverkehr. Foto: Schwoaze/Pixabay
Daniela Kohnen

Der DSLV ist dem Umwelt-Think Tank European Clean Trucking Alliance (ECTA) beigetreten. Damit will der Dachverband deutscher Speditionshäuser und Logistikdienstleister die zügige Ausgestaltung eines einheitlichen europäischen Rechtsrahmens zur vollständigen Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs bis zum Jahr 2050 unterstützen. DSLV-Präsident Axel Plaß:

„Mit ihrem Green Deal hat die Europäische Union die Klimapolitik zu einer wichtigen Leitlinie für die Mobilitätspolitik der Zukunft gemacht. Die Logistikbranche ist sich ihrer Rolle für eine nachhaltige CO2-Reduzierung bewusst. Täglich arbeitet sie an der Effizienzoptimierung ihrer Prozesse, sei es in der Lagerlogistik, im Luft- oder Seefrachtbereich, im Binnenschiffs- und Schienengüterverkehr oder im Straßengüterverkehr.“

Doch diese Anstrengungen würden nicht reichen, so Plaß weiter. Jetzt müsse vor allem das CO2-Reduktionspotential schwerer und leichter Lkw zügig gehoben werden. Das technische Rüstzeug hierfür müssten Fahrzeugindustrie und die Energieanbieter liefern.

Die gemeinsame Arbeit mit anderen Stakeholder-Gruppen, darunter Umweltorganisationen, Verlader- und Transportverbände an einem strategischen, legislativen Fahrplan der EU für einen flächendeckenden Einsatz von Null-Emissions-Lkw und alternativen Tank- und Ladeinfrastrukturen sei der Anspruch und das Verständnis von einer Mitgliedschaft bei ETCA. Auf diese Weise könne Planungssicherheit für die Mobilitätsbranchen in Europa entstehen.
Dietmar Oeliger, Director Transport bei der European Climate Foundation, einer der ECTA-Initiatoren, zeigte sich erfreut über den Beitritt des DSLV zur Allianz:

„Mit dem DSLV haben wir den größten Speditionsverband in Europa und einen einflussreichen Treiber für einen klimafreundlichen Straßengüterverkehr gewinnen können. Die ECTA wird sowohl von der Expertise als auch vom politischen Gewicht des DSLV profitieren können.“

Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich noch im April 2021 auf eine Verschärfung des Klimazwischenziels verständigt. Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausgasemissionen in Europa um mindestens 55 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 gesenkt werden. Entscheidende rechtliche Stellschrauben, die auch Auswirkungen auf den Straßengüterverkehr haben, soll das für Juni 2021 erwartete ,Fit-for-55'-Paket der Europäischen Kommission enthalten.

In einem Positionspapier drängt ECTA die EU-Kommission, den zukünftigen Rechtsrahmen für den emissionsfreien Straßengüterverkehr belastbar zu gestalten und für alle Mitgliedstaaten verbindliche Zielwerte in der Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFID) zu verankern. Damit soll sichergestellt werden, dass grenzüberschreitende Transporte ebenso emissionsfrei durchgeführt werden können, wie regionale Lieferverkehre.

Damit das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T) zum emissionsfreien Güterverkehrskorridor wird, müsse der flächendeckende Aufbau öffentlicher E-Ladestationen sowie der Betankungsinfrastruktur für grünen Wasserstoff bis 2027 erfolgen, formuliert die ECTA ihre Vorstellungen. Hierzu bedürfe es auch einer Überarbeitung der Energiebesteuerungs-Richtlinie (2003/96/EG), damit für EU-Mitgliedsstaaten einheitliche rechtliche Grundlagen für die Gewährung von Steuerbegünstigungen auf Elektrizität entstünden, die aus erneuerbaren Quellen hergestellt und zum Laden von Fahrzeugen oder zur Herstellung von grünem Wasserstoff verwendet wird. DSLV-Präsident Axel Plaß:

„Als für die globale Güterversorgung zuständige Branche ist die Logistik systemrelevant für das Funktionieren der Wirtschaft. Deshalb muss sie die Klimadebatte aktiv mitbestimmen. So bleibt sie in den wichtigen Zukunftsfragen glaubwürdig und kann die Mobilitätswende wirtschaftsverträglich mitgestalten.“

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