DPD: Autonomer Roboter LoadRunner im Test

DPD, Kion und das Fraunhofer IML testen gerade das Fahrzeug in der Paketverteilung in Köln-Porz. 

Bis zu 28 Kilogramm schwere Pakete verteilte der LoadRunner-Schwarm im Testeinsatz im DPD-Depot Köln-Porz. (Bild: DPD - Meerkator Media)
Bis zu 28 Kilogramm schwere Pakete verteilte der LoadRunner-Schwarm im Testeinsatz im DPD-Depot Köln-Porz. (Bild: DPD - Meerkator Media)
Nadine Bradl
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Der „LoadRunner“ hat seinen ersten Praxistest absolviert: Das vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML 2019 entwickelte High-Speed-Fahrzeug, das autonom in einem Schwarm von Transportrobotern steuert, flitzte ab Anfang September über zwei Wochen hinweg im Depot von DPD in Köln-Porz. Der KEP-Dienstleister erprobte damit verschiedene Sortierszenarien. Als Anwendungspartner will er künftig gemeinsam mit dem Fraunhofer IML und dem Industrialisierungspartner Kion die Entwicklung des Fahrzeugs vorantreiben.

„Wir erhoffen uns eine andere Art der Sortierung, eine Flexibilisierung angesichts der schwankenden Paketmengen der letzten Jahre, aber auch Skalierungsmöglichkeiten“, erläutert Björn Scheel, COO von DPD Deutschland gegenüber unserem Schwestermagazin LOGISTIK HEUTE den Hintergrund des Engagements.

Gegenüber stationären Sortieranlagen sehe man Potenziale, die Paketverteilung auf eine passgenauere operative Kostenbasis zu stellen.

Trat der LoadRunner bisher nur als „Vorführobjekt“ in Aktion, sortierten und verteilten in der Zustellerhalle in Köln-Porz sieben Prototypen das täglich auflaufende Paketvolumen entlang vier definierter Routen. Ausgehend von zwei Ausgabestationen wurden über die LoadRunner vier Boxen mit vorsortierten Briefen, Polybags oder Paketen beliefert, die Zusteller später für ihre Fahrzeuge abholten. Die Übergabe in die Box erfolgte dabei jeweils über eine Abwurframpe mit kleiner Rutsche, vor der die Transportroboter abrupt abbremsten.Je nachdem, wie viele LoadRunner im Einsatz waren, konnten 100 bis 150 Pakete in einem Zeitraum von rund zehn Minuten verteilt werden.

Abstimmung im Roboterschwarm funktioniert

„Der LoadRunner hat bewiesen, dass er in der Realanwendung auch mit variablem Paketgut funktioniert – vom kleinen Brief bis zum 28 Kilogramm schweren Paket war alles dabei“, bilanziert DPD-COO Scheel das Pilotprojekt. Auch die Abstimmung der gleichzeitig verschiedene Routen abfahrenden LoadRunner im Schwarm habe gut funktioniert. Bei den Zustellern, die den Versuch beobachteten, seien ihre vielleicht künftigen „Kollegen Roboter“ ebenfalls gut angekommen.

Scheel ist zufrieden, sieht aber auch, dass der Roboter andere Anforderungen an Sortierprozesse stellt: „Hier zeigt sich die Wichtigkeit von Daten. Während ein klassisches Förderband funktioniert, egal wie das Pakt aussieht, braucht der LoadRunner dessen genaues Gewicht, da er sein Fahrprofil und die Abwurfgeschwindigkeit danach berechnet.“ Zu lösen blieben auch verschiedene Integrationsfragen: Wie bindet man das Fahrzeug zum Beispiel an Sortieranlagen oder eine Wechselbrückenentladung an?

Im nächsten Schritt wollen die drei Kooperationspartner Fraunhofer IML, Kion und DPD dann Brownfield- und Greenfield-Szenarien entwickeln: Wie lassen sich in bestehenden Hallen bestimmte Prozessabschnitte über den LoadRunner abbilden? Und wie plant man ihn am besten in Neubauten ein? Bis der LoadRunner in Serie geht, wird es hingegen wohl noch ein bisschen dauern: Damit rechnet die Kooperationspartner in drei bis fünf Jahren.   

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