DHL Supply Chain und Ford Pro: Neues Lieferkonzept für Londons Billingsgate Market

Pooling gibt den Ausschlag. DHL Supply Chain und Ford Pro können damit CO2-Emissionen um etwa 37 Prozent senken und 949 Lieferfahrten einsparen.

40 Händler am Billingsgate Market in London, dem historischen Fischmarkt, nahmen an Pilotstudie zu nachhaltiger Belieferung teil. (Foto: Ben Sutherland/flickr.de)
40 Händler am Billingsgate Market in London, dem historischen Fischmarkt, nahmen an Pilotstudie zu nachhaltiger Belieferung teil. (Foto: Ben Sutherland/flickr.de)
Christine Harttmann

DHL Supply Chain und Ford Pro beteiligen sich an einem Praxistest zur umweltschonenden und CO2-sparenden Belieferung am historischen Fischmarkt am Billingsgate in London. Den 18-wöchigen Pilotversuch hat die City of London Corporation, Eigentümerin des Marktes, initiiert. Als Partner stellten DHL Supply Chain und Ford Pro dafür Fahrzeuge, Software und Service zur Verfügung. Ziel sei es gewesen, so eine Pressemitteilung, die Möglichkeiten zu testen, wie der Verkehr auf den überlasteten Straßen der britischen Hauptstadt reduziert, die Luftqualität verbessert und zusätzlich auch den 40 beteiligten Händlern am Billingsgate handfeste Vorteile geboten werden können.

Viele der Billingsgate-Händler würden, so beschreiben die Projektbeteiligten, zur Belieferung ihrer überwiegend gewerblichen Kunden – darunter einige der renommiertesten Geschäfte, Restaurants und Clubs – Transporter einsetzen. Doch die leichten Nutzfahrzeuge blieben den Großteil des Tages oft ungenutzt. Die City of London Corporation nahm zudem an, dass sich etliche dieser Touren zusammenlegen, also poolen lassen würden. Doppelte Fahrten zum selben Empfänger wären demnach vermeidbar.

Während der Projektphase zeigte sich, dass ein Pooling der Auslieferungsfahrten sowohl den Billingsgate-Händlern als auch der Umwelt nützt. Eine Analyse, die DHL Supply Chain anhand der Daten von leichten Nutzfahrzeugen mit Dieselantrieb über einen Zeitraum von 14 Wochen durchführte, zeigte, dass die durch die Transporte verursachten CO2-Emissionen im Vergleich zum „business as usual“ um rund 37 Prozent sanken. Mit 949 eingesparten Touren entlastete das Projekt die Straßen im Zentrum Londons um ein Äquivalent von 23.961 gefahrenen Kilometern. Die teilnehmenden Händler bilanzierten Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen.

Ford Pro ist der Name eines 2021 unter dem Dach der Ford Motor Company gegründeten Fahrzeugdienstleistungs- und Vertriebsunternehmens, das weltweit agiert. Für den Londoner Pilotversuch stellte Ford Pro sieben Kühlfahrzeuge zur Verfügung, darunter auch einen vollelektrischen Ford E-Transit, also ein leichtes Nutzfahrzeug, angesiedelt im 2-Tonnen-Nutzlastbereich. Sensoren in den Transportern erfassten Echtzeitdaten und speisten sie in Ford Pro Telematics und in das vernetzte System FordLiive3 ein. Diese Daten halfen beim Monitoring der Effizienz und des Fahrzeugzustands. So werden im Ford Fleet Management Monitor die verbleibende Zeit bis zum nächsten Ölwechsel, AdBlue-Füllstände und Reifendrücke angezeigt. Die Informationen sollen helfen, Service-Termine optimal zu legen und ungeplante Werkstattaufenthalte zu vermeiden. Zudem erhalten die Flottenmanager Benachrichtigungen, falls Schäden an Reifen oder Frontscheiben auftreten.

Hans Schep, General Manager Ford Pro Europe, sieht mit dem Pilotversuch den Beweis erbracht, dass die Software-gesteuerten Lösungen von Ford Pro für Kunden Probleme lösen können.

„Durch die Bündelung der Lieferfahrten haben wir die Effizienz des historischen Fischmarkts erhöht und Staus reduziert. Das zeigt: Mit Ford Pro können Gewerbekunden auf einfache Weise ihre Produktivität steigern und gleichzeitig nachhaltiger arbeiten, denn wir unterstützen sie bei ihrem Wandel hin zu einer elektrifizierten Zukunft.“

Auch Tutu Akinkoye, Leiterin GoGreen bei DHL Supply Chain UK und Irland, wertet die Ergebnisse des Pilotversuchs positiv:

„Sie bestätigen unseren Ansatz, nicht nur durch den Einsatz nachhaltiger alternativer Kraftstoffe und Antriebe sauberer zu fahren, sondern auch weniger zu fahren und damit den Energie- und Kraftstoffverbrauch in der Zustellung zu reduzieren. Genauso zufrieden sind wir mit dem Engagement der Händler und Projektpartner und mit den Möglichkeiten, die dieses strategische Projekt aufzeigt: die größere Auswahl an Waren für die Kunden der Londoner Großmärkte, verschiedene Lieferoptionen und die nachhaltigere Art und Weise, Restaurants, Großhändler und Verbraucher zu beliefern. Und das Beste: Die Lösung ist reproduzierbar und lässt sich auf weitere Städte mit ähnlichen Herausforderungen übertragen – in Großbritannien und weltweit.“

Der Praxisversuch bildete einen weiteren Baustein in der Strategie der City of London Corporation, die Umweltauswirkungen ihrer Großmärkte durch Innovation zu vermindern. In diesen Kontext gehören auch die Pläne dieser Behörde, die drei historischen Märkte Billingsgate (Fisch), New Spitalfields (Obst und Gemüse) und Smithfield (Fleisch) an einem einzigen Standort, dem Dagenham Dock, zusammenzuführen. Die Verlagerung soll dazu beitragen, die Verkehrsstaus im Zentrum Londons zu verringern, die Luftqualität der Hauptstadt zu verbessern und die vorhandenen Flächen für neue Wohnungen freizumachen.

Chris Hayward, Policy Chairman der City of London Corporation, erklärt dazu:

„Unsere historischen Großmärkte haben viele hundert Jahre verlässlich den Londoner Bürgern gedient. Aber im Angesicht des Klimawandels können wir nicht so weitermachen wie bisher. Dieser Pilotversuch hat bewiesen, dass innovative Zustellmethoden nicht nur die Emissionen und das Verkehrsaufkommen senken. Die Markthändler und ihre Kunden profitieren sogar von besserem Service. Unser Co-location-Programme – mit dem wir die Großmärkte Billingsgate, Smithfield und New Spitalfields in Dagenham Dock zusammenführen möchten – bietet viele weitere Chancen für innovative, CO2-Emissionen sparende Transporte und für deutlich weniger Lieferverkehre zu und von den Großmärkten.“

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