DHL Group: Wie erwartet - Quartalsergebnis fällt schwächer aus

Mit einem geringeren Umsatz und einem deutlich niedrigeren operativen Ergebnis (Ebit) als im Vorjahr bilanziert DHL das dritte Quartal 2023. Nach dem pandemiebedingten Boom der beiden Vorjahre belastete die ausbleibende Erholung der Weltwirtschaft in Verbindung mit einer Normalisierung des Frachtverkehrs das Ergebnis.

(Symbolbild: DHL Group)
(Symbolbild: DHL Group)
Christine Harttmann

Für das dritte Quartal 2023 meldet DHL einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro und damit deutlich weniger als die 24 Milliarden Euro des Vorjahres. Entsprechend geringer fiel auch das operative Ergebnis aus. Es sank von 2 Milliarden Euro im dritten Quartal 2022 auf jetzt 1,4 Milliarden Euro. Dass der Logistikkonzern damit deutlich hinter dem Ergebnis des Vorjahres blieb, kommt allerdings nicht unerwartet.

Nach dem pandemiebedingten Boom der Jahre 2021 und 2022 hat die ausbleibende Erholung der Weltwirtschaft und die Normalisierung des Frachtverkehrs auch das dritte Quartal 2023 geprägt, teilt das Unternehmen mit. Geringere Frachtvolumina und -raten sowie Wechselkurs- und Treibstoffkosteneffekte haben das Geschäft belastet. Zudem haben sich im Ergebnis der Division Post & Paket Deutschland Kostensteigerungen sowie schlechte regulatorische Rahmenbedingungen für das deutsche Briefgeschäft widergespiegelt.

Wie Tobias Meyer, Vorstandsvorsitzender der DHL Group, sieht sieht den Konzern jedoch auf einem guten Weg. Der Welthandel habe sich „nach dem pandemiebedingten Boom normalisiert“. Die makroökonomische Erholung bleibe jedoch bislang aus.

„Wir haben uns früh auf unterschiedliche Szenarien eingestellt und sind deshalb auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen. Im aktuellen Marktumfeld behalten wir unsere Kosten genau im Blick und investieren weiter in Wachstumsbereiche unseres globalen Geschäfts und in die Qualität unserer Dienstleistungen. Für den Moment, in dem sich die Weltwirtschaft erholt, sind wir gut vorbereitet.“

Der Konzern investierte weiterhin in Wachstumsmärkte und -felder, während die Investitionen und Kosten in Deutschland an die schlechten regulatorischen Rahmenbedingungen angepasst wurden. Durch die Stärkung des globalen DHL-Netzwerks bietet der Konzern seinen Kunden zudem Lösungen für ihre Omnishoring-Strategien. Omnishoring beschreibt die Bestrebungen von Unternehmen, weltweit diversifizierte Lager- und Produktionskapazitäten aufzubauen, um die Abhängigkeit von einzelnen Standorten zu reduzieren.

In seiner Quartalsbilanz schlüsselt das Unternehmen die unterschiedlichen Sparten einzeln auf. In der DHL-Sparte Express gingen infolge der weiterhin schwachen Marktbedingungen die täglichen Time-Definite-International-Sendungsvolumen (TDI) um 2,7 Prozent zurück. Auch wirkte sich der Anstieg der Treibstoffpreise negativ auf das operative Ergebnis aus. Die Division reagierte auf diese Entwicklungen mit kontinuierlichen Produktivitätsverbesserungen, einer optimierten Nutzung der Netzwerkkapazität sowie effektivem Kostenmanagement. Der Umsatz von DHL Express fiel um 6,4 Prozent.

Im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight drückten sinkende Volumina in der Luft- und Seefracht auf das Ergebnis. Der Umsatz lag hier um 40,1 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums.

Um 6,3 Prozent hat hingegen die Sparte Supply Chain zugelegt. Dieses Umsatzwachstum wurde durch Neugeschäft, Vertragsverlängerungen sowie das wachsende E-Commerce-Geschäft unterstützt. Neben der positiven Umsatzentwicklung trugen auch Produktivitätssteigerungen durch Digitalisierung und Standardisierung zum Ergebniswachstum bei.

In der Sparte E-Commerce wurde ein Umsatz von 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau verzeichnet. Dennoch sank das operative Ergebnis, bedingt vor allem durch höhere Kosten sowie kontinuierliche Investitionen in den Ausbau der Netze.

DHL vermeldet außerdem ein leichtes Umsatzwachstum für die Sparte Post & Paket Deutschland. Als Hauptgrund dafür führt das Unternehmen die höheren Paketpreise für Geschäftskunden sowie gestiegene Mengen im nationalen und internationalen Geschäft mit warentragenden Sendungen an. Demgegenüber stand im deutschen Postgeschäft ein Rückgang des Volumens um 6,1 Prozent. Dieser Rückgang war das Ergebnis eines anhaltenden Strukturwandels im Bereich Brief- und Kommunikationsgeschäft sowie sinkender Werbepostabsätze aufgrund von Inflation und Kaufzurückhaltung. Für den Rückgang des EBIT sorgten gestiegene Materialkosten aufgrund von Inflation sowie Belastungen bei den Personalkosten als Ergebnis hoher Tarifabschlüsse.

Auf das gesamte bisherige Jahr 2023 berechnet beziffert sich der Konzernumsatz auf 60,4 Milliarden Euro für die ersten neun Monate nach 70,7 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das operative Ergebnis entwickelte sich von 6,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,7 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des Jahres 2023.

Auf Basis dieser aktuellen Zahlen hat der Konzern auch seine Prognose für das Jahr 2023 konkretisiert und rechnet jetzt mit einem Gesamtergebnis von 6,2 bis 6,6 Milliarden Euro. Für die DHL-Divisionen geht der Konzern von einem Ebit zwischen 5,7 und 6,1 Milliarden Euro aus. Post & Paket Deutschland wird demnach ein Ergebnis zwischen 800 Millionen und 1,0 Milliarde Euro erwirtschaften.

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