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DHL Global Trade Barometer: Welthandel leicht rückläufig

Der globale Handel wird sich in den kommenden drei Monaten weiter abschwächen, allerdings nur moderat. So jedenfalls steht es im DHL Global Trade Barometer.

(Symbolbild: Pixabay)
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Christine Harttmann

„Welthandel wird das vormals hohe Niveau zum Jahresende wohl nicht halten können, auch wenn sich einige Bereiche weiterhin dynamisch entwickeln“, komentiert Tim Scharwath, CEO von DHL Global Forwarding, Freight, die soeben veröffentlichte Analyse.

Laut dem von DHL im Quartalsrhythmus veröffentlichte Global Trade Barometer (GTB) hat sich der Ausblick für den Welthandel um -2 Punkte auf einen neuen Indexwert von 45 eingetrübt. Das bedeutet, dass der Welthandel weiter an Dynamik verliert, wobei der Rückgang immer noch geringfügig ausfällt. Im Vergleich zu den letzten Quartalen sei der Abwärtstrend größtenteils moderat und beständig, so die Aussage in dem Bericht. Hinweise auf einen schnelleren Rückgang seien genauso wenig erkennbar, wie Anzeichen für das Erreichen eines Tiefpunktes.

Mit Ausnahme von Indien sind alle analysierten Länder von der nachlassenden Handelsdynamik betroffen und weisen Indexwerte unterhalb der Schwelle von 50 Punkten auf, die ein positives Handelswachstum prognostiziert. Hinter dem Rückgang des Gesamtindex stehen nachgebende Indexwerte für die Luftfracht und die Seefracht. Der Index für die Luftfracht ist um -3 Punkte auf 42 gesunken, der Seefracht-Index um -2 Punkte auf 46 Indexpunkte.

„Das DHL Global Trade Barometer deutet zum Jahresende auf einen moderaten Welthandel hin. Wir dürfen allerdings auch nicht vergessen, wo wir herkommen: Das starke Wachstum des Welthandels in den vergangenen Jahren lässt sich mit der Besteigung des Mount Everest vergleichen. Jetzt steigen wir herab, atmen aber immer noch Höhenluft“, beschreibt Scharwath die aktuelle Entwicklung.

Von den sieben analysierten Ländern weisen sechs einen leicht negativen Handelsausblick auf: Die Indexwerte für Deutschland und China sind um jeweils -3 Punkte auf 45 beziehungsweise 42 gesunken. Die Entwicklung in Deutschland führen die Analysten vor allem auf den schwächeren Ausblick für die Luftfracht zurück. Der Indexwert für die deutsche Luftfracht ist deutlich um -7 Punkte auf 45 gesunken.

Hinter der Handelsabschwächung in China steht die schleppende Entwicklung in der Luft- und Seefracht. Dass sich auch für den US-Handel ein weiterer Rückgang abzeichnet, lässt des Rückschluss zu, dass es einen Zusammenhang mit dem andauernden Handelskrieg gibt. Der Gesamtausblick für die Vereinigten Staaten mit 44 Punkten praktisch unverändert ist.

„Die Weltwirtschaft tritt in eine Phase der Stagnation ein. Während einige große Volkswirtschaften nur noch leicht wachsen, bewegen sich andere inzwischen auf der Stelle oder schrumpfen sogar leicht“, fasst Eswar S. Prasad, Professor für Handelspolitik an der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York, zusammen. „Die anhaltenden Handelsspannungen, eine größere politische Instabilität und geopolitische Risiken sowie Sorgen über die begrenzte Wirkung geldpolitischer Impulse dämpfen das Geschäfts- und Konsumklima weiterhin. Prasad spricht davon, dass der private Konsum zuletzt einer der wichtigen Wachstumstreiber gewesen sei. Aber auch der verliere teilweise an Dynamik. „Insgesamt zeichnet dieser GTB-Bericht ein ernüchterndes Bild für den weiteren Verlauf der Weltwirtschaft und des globalen Handels im restlichen Jahr.“

Indien kehrt als einziges Land zu einem leicht positiven Wachstumsausblick zurück. Dank eines sehr robusten Ausblicks für die Seefracht erhöht sich der Indexwert für Indien um +5 Punkte auf 54. Im Gegensatz zum anhaltend schwachen Luftfrachthandel (-4 Punkte auf 44) verzeichnet die indische Seefracht eine deutliche Verbesserung um +10 Punkte auf einen Indexwert von 60.

In Großbritannien ist der Index unter die Wachstum-markierende Schwelle von 50 Punkten gefallen. Mit einem Rückgang um -4 Punkte auf einen neuen Indexwert von 49 signalisiert der GTB eine – wenn auch nur leichte – Abschwächung des britischen Handels. Zurückzuführen sei diese auf einen Rückgang in der Luftfracht (-4 Punkte auf 49) und der Seefracht (-5 Punkte auf 48). Nach mehreren Quartalen, in denen sich der britische Handel relativ robust gezeigt hat, sei diese Entwicklung offensichtlicher Ausdruck der anhaltenden Unsicherheiten in Bezug auf den Brexit.

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