Deutsches Verkehrsforum: 3G bedroht Lieferketten

Die vom Bundestag beschlossene 3G-Regelung am Arbeitsplatz hält das Deutsche Verkehrsforum (DVF) für in der Umsetzung nicht praktikabel – zumindest soweit es den Mobilitäts- und Logistiksektor betrifft.

Christine Harttmann

Die neu im Infektionsschutzgesetz vorgeschriebene 3G-Regelung für Arbeitsstätten ergebe für stationäre Arbeitsplätze Sinn, meint Dr. Florian Eck, Geschäftsführer des DVF. Im mobilen Bereich hingegen drohe ein Lockdown der Lieferketten.

„Problematisch wird es vor allem bei der grenzüberschreitenden Belieferung. Oftmals ist das Personal mit in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoffen immunisiert, Tests vor der Belieferung nicht möglich. Die bisher berechtigte Ausnahme von Transportpersonal von der Testpflicht wird damit faktisch außer Kraft gesetzt. Betriebsgelände und Logistikzentren können somit nicht befahren oder betreten werden, die Lieferketten werden lahmgelegt.“

Die Neuerungen im Infektionsschutzgesetz zur 3G-Regelung am Arbeitsplatz und der 3G-Pflicht im öffentlichen Verkehr treten am 24. November 2021 in Kraft. Für das Transportpersonal fordert Eck nun pragmatische Ausnahmeregelungen.

„Seit März 2020 haben die Unternehmen erfolgreich Schleusenkonzepte aufgebaut und eigene Hygienestandards entwickelt. Darauf muss aufgesetzt werden.“

Analog zur Einreiseverordnung müssten die im Transportgewerbe arbeitenden von der Testpflicht ausgenommen werden, soweit der Aufenthalt in der jeweiligen Betriebsstätte nur vorübergehend ist und Hygiene- sowie Schutzmaßnahmen getroffen werden, sagt Eck.

„Die Schleusenkonzepte sehen in der Regel auch separate Toiletten für betriebsexternes Transportpersonal vor. Auch diese Lösung wird durch das neue Gesetz aufs Spiel gesetzt. Gleichermaßen müssen die Testkapazitäten an den Grenzen ausgebaut werden.“

Das DVF sieht jetzt die geschäftsführende Bundesregierung in der Pflicht, insbesondere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Gemeinsam müssten die schnell und pragmatisch handeln.

„Die Zeit drängt, die neuen Regeln gelten ab dem 24. November 2021“, warnt Eck.

„Wenn keine Ausnahmeregeln kommen, drohen diesmal keine Staus an den Grenzen, sondern an den Toren der Logistikzentren.“

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