Deutsche Post DHL: „Wollen Motor der Elektromobilität sein“

Streetscooter-Vertrieb an externe Kunden stößt laut Post-Chef Appel auf reges Interesse. Auf der Jahreshauptversammlung bestätigte er Berichte über Partnerschaft mit Amazon in der Food-Zustellung über die Tochter Allyouneed Fresh.
Am laufenden Band: Die Produktion des StreetScooter in Aachen soll bis Ende des Jahres von 10.000 auf 20.000 Exemplare verdoppelt werden. (Foto: Deutsche Post DHL)
Am laufenden Band: Die Produktion des StreetScooter in Aachen soll bis Ende des Jahres von 10.000 auf 20.000 Exemplare verdoppelt werden. (Foto: Deutsche Post DHL)
Johannes Reichel

Der Deutsche-Post-DHL-Group-Chef Frank Appel hat auf der Jahreshauptversammlung des Konzerns die Absicht bekräftigt, den Elektro-Lieferwagen des Tochterunternehmens Streetscooter demnächst auch an externe Interessenten zu vertreiben. Man peile hier insbesondere auf Kommunen oder andere „strategische Partner“ an, heißt es. Appel erklärte, das Interesse an dem Fahrzeug sei groß und erste Kunden bereits gefunden. Dabei spielte der Post-Vorstand offenbar auf den Auftrag des Fischgroßhändlers Deutsche See an, der zugleich bekannt wurde. Die Deutsche See hatte vor kurzem den VW-Konzern im Kontext des Abgasskandals auf Fahrzeugrücknahme und Schadenersatz verklagt. Wie N.TV nun berichtet hat, hat die Deutsche See 80 Fahrzeuge vom Typ „Work“ bei StreetScooter geordert. Erstmals dabei kommt laut dem Bericht auch ein Kühlkoffer zum Einsatz. Dazu passend wurden auf der Hauptversammlung „neutrale“ Varianten in Rot und Weiß sowie eine Pritschenvariante gezeigt. Bis Ende des Jahres solle die Produktion von 10.000 auf 20.000 Exemplare ausgebaut werden, avisierte Appel. Mit diesen Investitionen untermauere Deutsche Post DHL Group ihren Anspruch, Motor der Elektromobilität zu sein und Marktführer in der grünen Logistik zu werden, unterstrich der Post-Chef.

Appel bestätigte auch Berichte des Handelsblatts, wonach die DHL-Online-Lebensmitteltochter Allyouneed Fresh die Zustellung von Frischwaren für Amazon übernimmt. Erst in der vergangenen Woche war in München ein Lebensmittellogistikzentrum vom Immobilienentwickler Segro an Amazon übergeben worden. In München will der US-Online-Gigant offenbar mit der Belieferung von Lebensmitteln starten. Wie das Handelsblatt jetzt berichtet, soll die Tochter Allyouneedsfresh, die 2012 von DHL übernommen worden war, die Zustellung an die Haustür noch am Bestelltag übernehmen. Gekühlt werden sollen die Waren mit Trockeneis, das die Ware bis zu 48 Stunden frisch halten soll.

Der Ausbau der Aktivitäten als Hersteller von Elektro-Fahrzeugen erfolgt im Rahmen der Klimaschutzstrategie von DHL. Das Ziel, die CO2-Effizienz bis 2020 im Vergleich zu 2007 um 30 Prozent zu verbessern, habe man schon 2016 erreicht, bilanzierte der Post-Chef. Als neues Fernziel gab Appel vor, bis zum Jahr 2050 die Emissionen aus der Logistik vollständig auf null reduzieren zu wollen. Als nächste Teilziele soll bis 2025 die CO2-Effizienz gegenüber 2007 um 50 Prozent verbessert und der Ausstoß lokaler Luftschadstoffe weiter reduziert werden, indem die eigene Zustellung und Abholung zu 70 Prozent mit umweltfreundlichen Konzepten wie Fahrradzustellung oder Elektromobilität durchgeführt wird. Darüber hinaus solle der Anteil des Umsatzes, der grüne Lösungen beinhaltet, auf über 50 Prozent gesteigert werden, verkündete der Konzern. Außerdem will das Logistikunternehmen 80 Prozent seiner weltweit rund 510.000 Mitarbeiter im Rahmen spezieller GoGreen-Trainings in Umweltthemen einbinden und gemeinsam mit Partnern jährlich eine Million Bäume pflanzen.

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