Der ADAC rät: Im Sturm Tempo drosseln

Seit gestern fegen starke Windböen und Orkane über das Land. Doch verhält man sich in solchen Situationen am Steuer? Der ADAC hat einige Tipps zusammengestellt.

Steuer festhalten, erhöhte Aufmerksamkeit, langsam fahren rät der ADAC Autofahrern bei Sturm. | Bild: 12019/Pixabay.
Steuer festhalten, erhöhte Aufmerksamkeit, langsam fahren rät der ADAC Autofahrern bei Sturm. | Bild: 12019/Pixabay.
Christine Harttmann
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Claudia Leistritz)

Die momentan recht stürmischen Verhältnisse sollen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Deutschland zumindest noch einige Tage so weitergehen. Zu rechnen sei mit Orkanböen von bis zu 120 km/h, heißt es. Für Autofahrer sind in diesem Fall einige Dinge zu beachten, die auch für jeden Verkehrsteilnehmer gelten können.

Entfernt von Bäumen und langsam

So sollte man sich schon vor Fahrtantritt möglichst eine Strecke mit wenig Baumbestand aussuchen, rät Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg. Der starke Wind kann zudem Fahrzeuge leicht von der Bahn abbringen, und je höher die Geschwindigkeit, um so mehr.

Daher solle als wichtigste Regel mit niedriger Geschwindigkeit gefahren werden; sollte eine Windböe das Fahrzeug treffen, lässt es sich dann leichter steuern. Einschätzen kann man die Windstärke annäherungsweise beispielsweise an beweglichen Objekten wie Sträuchern oder Bäumen. Bei schwerem Sturm und Orkan aber sollte man, wenn das überhaupt noch ginge, am besten gar nicht fahren oder stehenbleiben. Laut ADAC müsse man bereits bei mit „frische Brise mit Wind“ bezeichneter Windstärke 5 vorsichtig sein. Das sind Windgeschwindigkeiten von 29 bis 38 km/h. Der DWD beschreibt die Auswirkung mit „kleine Laubbäume beginnen zu schwanken, Schaumkronen bilden sich auf Seen.“

Lasten verstärken die Wirkung

Wird mit Dachboxen oder Fahrradträgern gefahren, wirkt der Sturm noch stärker auf das Fahrzeug ein, da sich mit diesen zusätzlichen Gegenständen die Angriffsfläche vergrößert. Daher sind auch Gefährte mit großer Angriffsfläche wie Lkw, Wohnmobile, Busse oder Wohnwagen-Gespanne in solchen Situationen besonders gefährdet und können schlimmstenfalls umkippen.

Vorsicht bei Windschatten

Brücken, Waldschneisen, Tunnelausfahrten sind tückisch, da sie den Fahrer unvermittelt mit einer starken Böe auf ungeschütztem Terrain treffen können. Windsäcke oder Verkehrsschilder weisen oft an entsprechenden Orten auf diese Gefahren hin.

Aber auch wenn Lastwagen oder Busse überholt werden, ändert sich das Fahrverhalten während starken Windes sofort beim Eintauchen in den Windschatten, ebenso wird das Fahrzeug nach dem Überholvorgang wieder vom Wind erfasst.

Umgebung im Blick behalten

Auch die anderen Verkehrsteilnehmer sollten immer im Auge behalten werden, da diese, durch den Wind beeinträchtigt, unberechenbar reagieren können. Und das grundsätzlich anzuratende Fahrverhalten – beide Hände am Lenkrad und auf die Fahrbahn konzentrieren – ist in dieser Situation besonders zu beachten. Am besten, so der ADAC, sollten Ablenkungen wie Freisprechanlage oder laute Musik deaktiviert werden.

Und zur Versicherungsleistung sagt der ADAC: Schäden durch herabstürzende Bäume oder Äste während eines Sturmes von mindestens Windstärke 8 sind durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Hat den Schaden aber ein auf der Strecke liegender Baum verursacht, braucht es eine Vollkaskoversicherung.

Windstärke 8 mit der Bezeichnung „stürmischer Wind“ sind laut Deutschem Wetterdienst „mittlere Windgeschwindigkeiten“ von 62 bis 74 km/h, gemessen „in zehn Meter Höhe über freiem Gelände“ und von Bäumen brechenden Zweigen als Auswirkungsbeispiel. Nach der Beaufort-Skala beginnt der Orkan und somit Windstärke 12 ab einer Windgeschwindigkeit von 118 km/h, bereits Windstärke 11 aber (103 bis 117 km/h) entwurzelt Bäume.

 

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