DB Schenker und Lufthansa Cargo: Erster emissionsfreier Frachtflug

Der Logistikdienstleister und das Luftfracht-Unternehmen haben gestern ihren ersten komplett CO2-neutralen Frachtflug gestartet. Ab Frühjahr soll Luftfracht regelmäßig CO2-neutral transportiert werden.

Im Bild Peter Gerber, CEO Lufthansa Cargo, und Jochen Thewes, CEO DB Schenker. Foto: LH Cargo
Im Bild Peter Gerber, CEO Lufthansa Cargo, und Jochen Thewes, CEO DB Schenker. Foto: LH Cargo
Daniela Kohnen

Die beiden Unternehmen haben vergangenen Sonntag mit der Boeing 777F der Lufthansa Cargo erstmals ein Frachtflugzeug starten lassen, dessen Kraftstoffbedarf komplett durch Sustainable Aviation Fuel (SAF) abgedeckt wird.

Ermöglicht wurde der CO2-neutrale Frachtflug zwischen Frankfurt und Shanghai in Kooperation von DB Schenker und Lufthansa Cargo, die auf dem Flug unter anderem Waren der Siemens Healthineers AG transportiert haben. Ab dem Sommerflugplan werden beide Unternehmen laut eigenen Angaben CO2-neutrale Luftfracht regelmäßig als Produkt für die verladende Industrie anbieten. Bundesverkehrsminister Scheuer:

„Lufthansa Cargo und DB Schenker stellen sich auch in der schwersten Krise, die die Luftfahrt je getroffen hat, ihrer Verantwortung für den Klimaschutz und führen einen ersten Frachtflug von Frankfurt nach Shanghai vollständig mit nachhaltigem alternativem Treibstoff durch. Das ist gerade jetzt ein wichtiges Signal, dass die Unternehmen trotz aller Sorgen in die Zukunft blicken und wichtige Schritte angehen, die Luftfahrt nachhaltiger zu machen.“

Sustainable Aviation Fuel (SAF) bezeichnet nachhaltiges, synthetisches Kerosin. Es wird derzeit hauptsächlich aus Biomasse, beispielsweise aus nachhaltigen oder wieder verwertbaren Pflanzen- und Speiseölen, hergestellt. Zukünftig werden auch nicht-pflanzenbasierte regenerative Kraftstoffe verfügbar sein. Durch den Einsatz von SAF wird der fossile CO2-Ausstoß eines Fluges mit herkömmlichem Kerosin vollständig vermieden. Bei der Verbrennung im Triebwerk wird ausschließlich CO2 freigesetzt, das zuvor der Atmosphäre entzogen wurde. Peter Gerber, Vorstandsvorsitzender Lufthansa Cargo:

„Mit diesem Flug setzen wir uns für die vermehrte Forschung und Nutzung von SAF ein, sodass zukünftig ausreichende Mengen des alternativen Kraftstoffes zur Verfügung stehen. Neben Investitionen in eine moderne Frachterflotte zahlt auch unser Engagement in diesen CO2-neutralen Flug auf das Nachhaltigkeitsziel ‚Climate Action‘ der Vereinten Nationen ein. Denn Lufthansa Cargo nimmt ihre unternehmerische Verantwortung sehr ernst und ergreift aktiv Maßnahmen, um dieser Verantwortung gerecht zu werden und die Umwelt zu entlasten.“

Beide Unternehmen machen damit den Auftakt zu einer im November vereinbarten gemeinsamen Arbeit am Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen in der Luftfahrt. Ziel der Kooperation sind unter anderem der regelmäßige Austausch, die Förderung umweltfreundlicher Technologien, wie zum Beispiel SAF.

DB Schenker und Lufthansa Cargo verbinden den Start ihrer ersten CO2-neutralen Flüge mit der Aufforderung an Verlader, Logistiker, Luftfracht-Carrier und auch die Politik, gemeinsam am Ausbau der Produktion und Infrastruktur und damit an der Verbesserung der Verfügbarkeit von Sustainable Aviation Fuel zu arbeiten. Jochen Thewes, Vorstandsvorsitzender von DB Schenker:

„Beim Klimaschutz in der Luftfracht sind wir schon weiter, als Viele denken. Das können wir mit dem ersten CO2-neutralen Frachtflug der Geschichte zeigen. Mit Beginn des Sommerflugplanes 2021 wird DB Schenker treibhausgasneutrale Luftfracht als regelmäßiges Produkt anbieten. Als Logistiker ist DB Schenker hier das Bindeglied zwischen der verladenden Industrie und den Airlines, um Klimaschutz in der Luftfracht auch tatsächlich umzusetzen. Ich bin überzeugt, dass es für diese Art grüner Transporte eine große Nachfrage gibt und ich freue mich zu sehen, wer alles mitziehen wird.“

Das eingesetzte SAF kann dem herkömmlichen Kerosin beigemischt werden und ist daher ohne Anpassungen am Flugzeug und der Versorgungslogistikkette als so genanntes Drop-In Fuel praxis- und alltagstauglich. Deshalb wird eine dem Kraftstoffbedarf für die Flüge von Frankfurt nach Shanghai und zurück entsprechende Menge SAF in das Betankungssystem des Frankfurter Flughafens eingespeist. Jedes anschließend aus dem Tanklager betankte Flugzeug erhält und verbraucht physisch einen kleinen Anteil des SAF. Die so vollzogene CO2-Vermeidung wird jedoch vollständig Lufthansa Cargo und DB Schenker gutgeschrieben.

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