Daimler: Produktionsstart für eSprinter

Mercedes-Benz Vans feierte am 12. Dezember 2019 im Transporter-Werk in Düsseldorf den ersten elektrisch angetriebenen eSprinter, der vom Band rollte.

Am 12. Dezember 2019 lief im Werk Düsseldorf der erste eSprinter von Mercedes-Benz Vans vom Band. | Bild: Daimler
Am 12. Dezember 2019 lief im Werk Düsseldorf der erste eSprinter von Mercedes-Benz Vans vom Band. | Bild: Daimler
Anna Barbara Brüggmann
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Der Mercedes-Benz Sprinter fährt zukünftig auch vollelektrisch. Mit einer Veranstaltung für Mitarbeiter und geladene Gäste feierte das Mercedes-Benz Werk Düsseldorf am 12. Dezember 2019 den Start der Serienfertigung des Mercedes-Benz eSprinter.

Als Ehrengäste der Feierlichkeiten kamen Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf. Dr. Armin Willy, Standortverantwortlicher und Leiter Mercedes-Benz Werk Düsseldorf, begrüßte als Gastgeber sowohl die Gäste und Mitarbeiter als auch Marcus Breitschwerdt, Leiter Mercedes-Benz Vans, und Ingo Ettischer, Leiter Mercedes-Benz Vans Operations.

„Dass Mercedes-Benz den Elektro-Sprinter in seinem weltweit größten Transporter-Werk in Düsseldorf produzieren lässt, stärkt den Standort und ist ein weiteres Beispiel für innovative Elektromobilität ‚made in Nordrhein-Westfalen‘. Diese Entscheidung passt perfekt zu unseren Zielen zum Erhalt einer wettbewerbsfähigen Automobilindustrie der Zukunft“, so NRW-Ministerpräsident Laschet.

Der Mercedes-Benz eSprinter steht zunächst als Kastenwagen mit Hochdach und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm zur Verfügung. Sein maximales Ladevolumen beträgt – analog zum Sprinter mit Verbrennungsmotor – 10,5 Kubikmeter. Der Elektroantrieb treibt die Vorderräder an und leistet wie das Diesel-Einstiegsaggregat 85 Kilowatt mit einem Drehmoment von bis zu 300 Newtonmetern.

Je nach Einsatz kann beim Kauf zwischen drei oder vier Batterieeinheiten gewählt werden. So beträgt die Reichweite mit einer installierten Batteriekapazität von 55 kWh nach offiziellen Angaben rund 168 Kilometer bei einer maximalen Zuladung von 891 Kilogramm.

Die zweite Batterieoption mit drei statt vier Batterieeinheiten kommt auf eine Kapazität von 35 kWh. Damit sind laut Hersteller 115 Kilometer Reichweite möglich. Dafür steigt wegen des geringeren Batteriegewichts die maximale Zuladung um rund 140 auf ungefähr 1.040 Kilogramm.

Dank einer integrierten Schnelladefunktion können innerhalb von 30 Minuten rund 80 Prozent der Energie nachgeladen werden. Die Höchstgeschwindigkeit lässt sich passend zum Einsatzweck auf ein maximales Tempo von 80 km/h, 100 km/h oder 120 km/h beschränken.

Das Werk in Düsseldorf hat sich in den vergangenen Jahren zum weltweiten Sprinter-Leitwerk entwickelt. Bis heute wurden dort mehr als 4,6 Millionen Fahrzeuge produziert. Seit 2018 wird dort auch der neue Sprinter gefertigt, der dort bis heute bereits über 200.000 mal vom Band lief.

Den eSprinter in Düsseldorf zu bauen, ist ein nächster Schritt für die Zukunft des Werks. Im Vorfeld der Produktion investierte Mercedes-Benz Vans in den vergangenen Jahren in Summe rund 330 Millionen Euro in den technischen Ausbau der Produktion. Es können künftig sowohl konventionell angetriebene als auch vollelektrische Fahrzeuge auf einer Produktionslinie hergestellt werden.

“Die Umstellung unserer Produkte und der Produktion ist essentiell für uns als Fahrzeughersteller. Um das zu realisieren, stärken wir unsere Werke und schaffen durch Investitionen – auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten – die Grundlage für unseren weiteren wirtschaftlichen Erfolg“, so Marcus Breitschwerdt, Leiter Mercedes-Benz Vans.

Neben den Investitionen in die Produktionsanlagen hat das Werk auch in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert. Seit der Entscheidung, den eSprinter in Düsseldorf zu bauen, hat sich das Werk zum Kompetenzzentrum für Elektroantriebe entwickelt.

Mercedes-Benz Vans will die gesamte Produktion bis zum Jahr 2022 nach eigenen Aussagen CO2-neutral gestalten. Dafür wurden verschiedene Maßnahmen im Rahmen der sogenannten „Green Production“-Strategie eingeleitet: Auch im Werk Düsseldorf wird der Energieeinkauf auf Grünstrom umgestellt, ab 2022 wird Strom nur noch aus 100 Prozent regenerativen Quellen bezogen.

Um den werksinternen Verkehr zu optimieren, werden in Düsseldorf neue Mobilitätssysteme, wie ein On-Demand-Werkshuttle implementiert. Darüber hinaus ist das Werk in Düsseldorf bereits seit 2012 eine papierlose Fabrik und setzt verstärkt auf fahrerlose Transportsysteme und Flurförderzeuge mit Brennstoffzellenantrieb.

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